Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

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Montag, 23. April 2018

Gitarrenzauber Zusatzkonzert mit Petteri Sariola und Mike Dawes

Am 16. April 2018 gaben die Gitarristen Petteri Sariola und Mike Dawes ein  Extrakonzert des Gitarrenzauberfestivals im Best Western Hotel in Riedstadt-Goddelau. Die Künstler aus Finnland und England haben zunächst einzeln und dann gemeinsam ein fast zweistündiges Konzert gegeben. Die Songs der beiden waren eine bunte Mischung. Beide haben altbekannte Cover wie "Purple Rain" von Prince (Dawes) oder "Still Haven't Found What I'm Looking For" von U2 (Sariola) gespielt. Aber auch eigene Kompositionen mit emotionalen Hintergründen. So hat Mike Dawes beispielsweise eine keltische Ballade gespielt die er gemeinsam mit seiner Ex-Freundin geschrieben hat und direkt danach ein absolut individuelles Cover von "Titianium" von David Guetta, das seinesgleichen sucht. Petteri Sariola spielte eine angenehme Mischung aus schnellen Songs und Balladen. So hat er einen besonderen Song all den Menschen gewidmet die er nicht so oft sieht, darunter auch Gitarrenbauer Andreas Cuntz aus Crumstadt, der ebenfalls im Publikum war und der beide Konzertinstrumente gebaut hat. Beide Musiker haben nicht nur vor dem Publikum gestanden, sondern den gesamten Raum bespielt, sodass jeder ihre besondere "Fingerstyle" Spielweise auch aus der Nähe bestaunen konnte. Ein absolut gelungenes Konzert von zwei Ausnahmetalenten!
Veranstaltet wurde das Konzert vom Kulturbüro der Stadt Riedstadt, unterstützt an der Technik von Herrn Boll aus Erfelden und den Teammitgliedern des StRiedKULT - Klub Teams an Kasse, Videoaufnahmen und Fotografie.






















Montag, 9. April 2018

Jain "Zanaka"

CD Kritik Jain "Zanaka"

Jain wurde 1992 in Toulouse geboren. Als sie neun ist zieht die Familie nach Dubai, drei Jahre darauf in den Kongo. Vier Jahre später nach Abu Dhabi wo sie noch ein Jahr lebt, bis sie sich schließlich in Paris niederlässt um sich auf ihr Kunststudium vorzubereiten. Zanaka bedeutet auf Malagasy, der Amtssprache Madagaskars, Kind. Vermutlich wählte Jain diesen Titel in Anlehnung an die französisch-madagassische Herkunft ihrer Mutter. Man sieht, Jain ist alles andere als eine gewöhnliche Popsängerin. Ihre Lebensgeschichte, durch die sie verschiedenste Kulturen kennengelernt hat, nimmt sehr starken Einfluss auf ihr 2015 erschienenes Debütalbum, Zanaka.
Meiner Meinung nach hat jeder einzelne Song, sowie Jains Stimme absoluten Wiedererkennungswert. Mit "Come" schafft sie sofort einen super Einstieg, der den Ton für den Rest der Platte anschlägt. Alle Lieder klingen beim ersten Hören sehr poppig, sind absolut tanzbar und verweisen entweder mit Rhythmus, Instrumenteneinsatz oder Text auf Jains Aufenthalte in Afrika und den Arabischen Emiraten. "Makeba", der Song der den meisten vielleicht aufgrund der Levis Werbung bekannt vorkommt, ist eine Hommage an die südafrikanische Sängerin und Menschenrechtlerin Miriam Makeba die 2008 verstorben ist.
"Nobody can beat the Mama Africa. You follow the beat that she's going to give you, only her smile can all make it go, the sufferation of a thousand more" 
So lautet eine Textpassage aus dem Song, der auf das Leben Makebas eingeht und ihr Engagement gegen die Apartheit thematisiert. Wenn man nicht genau hinhört ist "Makeba" einfach nur ein fröhlicher Popsong. Erst wenn man sich genau mit der Musik befasst erkennt man Jains Moral dahinter. Zanaka ist nun schon drei Jahre alt, dennoch sind die erwähnten Themen nach wie vor relevant und das Album absolut gelungen. 
Rein stimmlich überzeugt Jain, die eigentlich Jeanne Galice heißt, auf ganzer Linie und phasenweise würde ich ihre Stimmfarbe mit der von Adele vergleichen. Vor allem im Song "All My Days" wird dies deutlich. Da sie Französin ist und fast ausschlißelich auf Englisch singt hat sie natürlich einen leichten Akzent, der Zanaka aber noch sympathischer erscheinen lässt.

Tracklist - Zanaka (2015)
1. Come
2. Heads Up
3. Mr Johnson
4. Lil Mama
5. Hope
6. All My Days
7. Hob
8. Makeba
9. You Can Blame Me
10. So Peaceful

Montag, 19. März 2018

Christine And The Queens "Chaleur Humaine"

CD Kritik Christine And The Queens "Chaleuer Humaine"

Chaleur Humaine ist das erste Studioalbum der französischen Sängerin Héloïse Letissier, die seit 2011 unter ihrem Künstlernamen Christine and the Queens Musik macht, die sie selbst als "Freakpop" bezeichnet.
Das Album setzt sich aus eher ruhigen, teilweise tanzbaren Popsongs zusammen und ist in zwei Ausführungen verfügbar, einer englischen und einer französischen. In der englischen Version, um die es hier gehen soll, sind einge Lieder oder nur Liedpassagen ins Englische übersetzt. Allen voran die Hitsingle "Tilted" die im französischen Original eigentlich "Christine" heißt. Man kann Chaleur Humaine nicht wirklich Lied für Lied durchgehen, stattdessen muss man das Album eher als Ganzes betrachten. Jedes Lied, sowie deren Reihenfolge, ist eine sensible Komposition aus Instrumenten, Rhythmus und Letessiers Stimme. Lieder wie "Night 52", "Paradis Perdus" und "Saint Claude" schaffen eine sehr atmosphärische, zerbrechliche Stimmung. Im Gegesatz demonstriert Letessier mit Liedern wie "iT", "Science Fiction" und "Narcissus is Black", sehr starke, beatlastige Songs die zum mittanzen einladen.Thematisch befasst sich das Album sehr stark mit dem Thema Identität. Dies kommt vor allem daher, dass Letessier zu Anfang ihrer Karriere mit TravestiekünstlerInnen gearbeitet hat, die sie als ihre "Queens" bezeichnet hat. Ihre Erfahrungen aus dieser Zeit verarbeitet sie in diesem Album.
Man muss Christine and the Queens als Gesamtkunsterwerk aus Musik und Performance mit visueller Unterstützung betrachten. Ihre Musikvideos, sowie ihre live Performances beinhalten beispielsweise immer eine, auf das Lied penibel abgestimmte, Choreografie, die oft ihresgleichen sucht. Seit knapp einem Jahr ist es still geworden um Christine, einzig auf sozialen Netzwerken ist sie noch aktiv. Es bleibt zu hoffen, dass es in nicht allzu langer Zeit Neues von ihr zu hören gibt.

Tracklist Chaleur Humaine (2016) englische Version

1. iT
2. Saint Claude
3. Tilted
4. No Harm Is Done
5. Science Fiction
6. Paradis Perdus
7. Half Ladies
8. Jonathan
9. Narcissus Is Black
10. Safe and Holy
11. Night 52
12. Here



Montag, 12. März 2018

HEIRSOUND "Merge"

CD Kritik HEIRSOUND "Merge" (EP)

Alexa San Román und Dane Petersen gründen im Dezember 2014 in New York ihr neues gemeinsames Musikprojekt HEIRSOUND. Jeweils noch relativ frisch aus anderen Musikprojekten ausgestiegen soll es noch bis Oktober 2015 dauern bis die erste Single "Do It Over" veröffentlicht wird. Sie ist die erste Auskopplung aus dem Projekt Merge EP, die noch aus fünf weiteren Songs besteht. Die Musik von HEIRSOUND lässt sich als Alternative Pop beschreiben und ist deutlich anders zu San Románs vorheriger Band Love, Robot. Der Name der EP leitet sich an dem zusammentreffen der beiden Musiker ab. Zuvor lebte jeder der beiden an jeweils einer der beiden US-Küsten. Nur für das gemeinsame Musikprojekt sind beide Künstler an die Ostküste nach New York gezogen um sich dort zu vereinigen (engl. merge).

Die EP beginnt mit "Choke". Einem Lied, das ich fast schon nicht mehr als Popsong sondern eher als komplettes Alternative Lied einstufen würde. Die Bassline ist sehr eingänig und im Refrain überzeugen San Román und Petersen mit ihrem gemeinsamen Gesang. Der Song hat eine sanfte Aggresivität die vor allem in besagtem Refrain gut durchkommt. Der zweite Song "My Own" ist meiner Meinung nach einer der stärksten Songs des Werkes. Aufgebaut ist er ähnlich wie "Choke", unterschiedlich ist nur, dass San Román hier fast komplett den Gesang übernimmt. "Slow Motion" ist eher ein "slower" Song, wieder mit gleichen Gesangsanteilen der beiden Musiker. Sicherlich ist dieser Song gemeinasm mit "Fell Again" einer der ruhigeren Lieder der EP. Vor dem nächsten ruhigen Song überzeigt "Hoods Up" mit seinem unkonventionellen Arrangement. Der Song beginnt sehr langsam, fast wirkt alles etwas verzögert. Auch im Refrain spielen HEIRSOUND mit verschiedenen Tempi, was dieses Stück noch etwas mehr hervorstechen lässt. Wie bereits erwähnt, folgt nun ein weiterer ruhiger Song mit "Fell Again". Eine textlastige, gefühlvolle Ballade über eine vergangene Beziehung.
Merge EP endet mit "Do It Over". Ein Abschluss, der es nochmal in sich hat. Ein kraftvolles Lied mit gutem Rhythmus, aggresiveren Strophen und einem dafür eher entspannten Refrain. Eine interessante Kombination und ein gutes Finale für das Debütwerk des New Yorker Musikduos.
Interesannt ist ebenfalls, dass es zu jedem Song ein eigenes Musikvideo, eigens produziert von San Román und Petersen, auf YouTube gibt. Hier werden die Songs nochmal optisch verstärkt und wirken dadurch nochmals stärker auf den Hörer.

Merge EP (2015) - Tracklist

1. Choke
2. My Own
3. Slow Motion
4. Hoods Up
5. Fell Again
6. Do It Over

Bildquelle: https://genius.com/albums/Heirsound/Merge-ep

Montag, 5. Februar 2018

Stormzy "Gang Signs & Prayer"

CD Kritik Stormzy "Gang Signs & Prayer"

Februar 2017. Nach einem Jahr Öffentlichkeitsabstinenz meldet sich Stormzy mit seinem Album Gang Signs & Prayer zurück. Stormzy, der eigentlich Michael Qwuo Jr. heißt, kommt aus dem Londoner Stadtteil Croydon und macht seit 2014 professionell Rap Musik. Mit seiner 2015 veröffentlichten Single "Shut Up" erreichte er erste Charterfolge, danach folgte erstmal Stille. Vielleicht gerade aufgrund der Ruhe um den vierundzwanzigjährigen Briten schlug das neue Album direkt auf Platz eins der Britischen Charts ein.
"Big for Your Boots" war die erste Singleauskopplung und stimmt sowohl Fans als auch neue Hörer perfekt auf den Rest des Albums ein. Mit einem schnellen Beat und knackigen Verses zeigt Stormzy, dass er auch nach einem Jahr Pause nichts verlernt hat. Ebenfalls mit ähnlichem Tempo und Stimmung knüpfen "First Things First" und "Cold" perfekt an die Anfangsatmopshäre des Albums an. Mit "Cigarettes & Cush", einem Feature mit Kehlani und Lilly Allen zeigt Stormzy seine ruhige R&B Seite, die sich ebenfalls in "Blinded by Your Grace Part 1 und 2 fortsetzt. Für alle die sich nicht so sehr mit den doch überwiegenden Grime-Tracks des Albums anfreunden können, sind diese Songs sicherlich interessant. "Lay Me Bare", das Schlusslied fällt ebenfalls in diese Sparte Song. Ein ganz besonderer Titel ist, meines Erachtens, "100 Bags" eine Rap Ballade, in der Stormzy mit viel Gefühl die Beziehung zu seiner Mutter thematisiert. Zu Anfang des Songs ist auch ein eher ernster Skit von ihr zu hören. Selbstverständlich darf auch "Shut Up", Stormzys Hit aus 2015 nicht auf seinem ersten Studioalbum fehlen. Ein Song der einfach nur Stimmung macht und auch live jedes Mal aufs neue Spaß macht.
 Phasenweise erinnert Gang Signs & Prayer etwas an Skepta, den Stormzy auch zu seinen Vorbildern zählt. Das Album wirkt insgesamt sehr authentisch, Stormzy erzählt über sein Leben als Musiker in der Undergroundszene, sein Aufwachsen im Süden von London und schließlich über seinen Weg hin zum kommerziellen Erfolg.Ganz nebenbei ist Gang Signs & Prayer das erste Grime Album das es auf Platz eins der britischen Charts geschafft hat, ebenfalls sind alle 16 Tracks in einer Woche in den Top 100 aufgetaucht. Wenn das nicht wenigstens für eine Hörprobe spricht, ja dann weiß ich auch nicht.

Tracklist:

1.   First Things First
2.   Cold
3.   Bad Boys
4.   Blinded by Your Grace Pt.1
5.   Big for Your Boots
6.   Velvet (Interlude)
7.   Mr Skeng
8.   Cigarettes & Cush
9.   21 Gun Salute (Interlude)
10. Blinded by Your Grace Pt. 2
11. Return of the Rucksack
12. 100 Bags
13. Don't Cry for Me
14. Crazy Titch (Interlude)
15. Shut Up
16. Lay Me Bare

Montag, 29. Januar 2018

Moonlight - Film

Filmkritik "Moonlight"

Warum ist Moonlight (2016) ein Film den man unbedingt gesehen haben sollte? Ich könnte jetzt einfach sagen, weil er 2017 den Oscar für den besten Film gewonnen hat und das wäre dann mein Totschlagargument. Moonlight ist jedoch viel mehr als nur sein Oscargewinn. In meinen Augen ist es einer der authentischsten Filme die jemals über eine Leinwand geflimmert sind.
Beschrieben wird Barry Jenkins' 2016 erschiener Film als Coming-Of-Age Drama in dem es um die Kindheit, Jugend und einen Teil des Erwachsenenlebens des Protagonisten Chiron (Alex Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes) geht. Im Film wird der Protagonist von drei verschiedenen Schauspielern dargestellt. Ebenso ist der Film in drei Teile aufgegliedert. Zunächst erlebt der Zuschauer die Kindheit des jungen Chiron, die von Einsamtkeit und Vernachlässigung einer drogensüchtigen Mutter (Naomi Harris) geprägt ist. Der Junge trifft eines Tages auf den Drogendealer Juan (Mahershala Ali) der für ihn zu einer Art Vaterfigur wird. Juan bringt ihm das Schwimmen bei und gewinnt so sein Vertrauen. Im Laufe ihrer Treffen gibt er dem jungen Chiron viele Ratschläge für sein späteres Leben. Dennoch tröstet dies nicht über die Tatsache hinweg, dass Juan Chirons Mutter Crack verkauft, was die Beziehung der beiden stark beeinträchtigt.
Der zweite Teil des Films thematisiert die Jugend des Protagonisten, in der sich auf den ersten Blick nicht wirklich viel verändert hat. Chiron wird in der Schule stark gemobbt und macht erste Erfahrungen mit seinem engsten Freund Kevin (Jharrel Jerome). Kurz danach wird Kevin in der Schule von Terrel (Patrick Decile), einem anderen Schüler, gezwungen Chiron zu verprügeln bis er nicht mehr aufstehen kann. Eingeschüchtert vor Angst bricht Kevin unter dem Druck der anderen und schlägt seinen besten Freund zu Boden. Kurze Zeit später rächt sich Chiron an Terrel und wird verhaftet. Hier endet der zweite Teil des Films.
Ich möchte das Ende nicht vornweg nehmen, deswegen an dieser Stelle nur ein paar kurze Worte zum dritten Teil. Die zuvor angefangen Handlungsstränge der Beziehung zu seiner Mutter, der Beziehung zu Juan, sowie seiner sexuellen Identität werden aufgegriffen und zu Ende gebracht. Am Ende kommt dabei ein Film heraus, der sehr kunstvoll und mit viel Feingefühl das Leben eines jungen Mannes darstellt, der mit den Problemen der Gesellschaftsschicht kämpft in die er hineingeboren wurde.

Montag, 18. Dezember 2017

VUKOVI "Vukovi"

CD Kritik Vukovi "Vukovi"

Vukovi (serbisch: Wölfe) ist eine vierköpfige Band aus Kilwinning in Schottland. Musikalisch ordnet sie sich im Genre Noisy Pop Rock ein. Die Band wurde laut ihrer Facebookseite bereits 2010 gegründet, jedoch wurde das gleichnamige Debütalbum erst im März diesen Jahres veröffentlicht. Zuvor gab es zwar vereinzelte EP's (der letzte Release war 2012) aber erst 2017 sind Vukovi mit ihrem Album VUKOVI richtig durchgestartet. Es beinhaltet 12 Songs und füllt knapp 40 Minuten.
Gleich zu Beginn setzen "La Di Da" und "And He Lost His Mind" einen ersten lauten Akzent und damit die perfekte Stimmung für das restliche Album. Beider Lieder sind laut, rockig und machen einfach nur gute Laune. Weiter geht es mit der für Vukovi-Verhältnisse etwas ruhigen Nummer "Weirdo" die sich mit Mobbing im Internet auseinandersetzt. "Target Practice", "Prey" und "Bouncy Castle" sind ebenfalls drei etwas kraftvollere Nummern die sehr gut an die Stimmung von den ersten beiden Liedern anknüpfen. Um wieder etwas zu "entspannen" geht es mit "Wander" und "I'm Wired" wieder etwas ruhiger weiter. Mit "Animal" liefert die Band einen absoluten Ohrwurm mit eingängigem Refrain und mitspringbarem Rhythmus. Kurz vor Schluss geben Vukovi mit "Boy George" und "He Wants Me Not" stimmungsmäßig nochmal alles. Schließlich verabschieden sie sich mit "Colour Me In" der einzigen Ballade des Albums und zeigen, dass sie auch mit ganz ruhigen Tönen absolut überzeugen.
Es bleibt zu hoffen, dass es bis zur nächsten Veröffentlichung nicht wieder fünf Jahre dauert und wir uns vielleicht schon 2018 mit einem neuen Album oder einer EP wieder sehen.


Tracklist VUKOVI (2017)

  1.  La Di Da
  2.  And He Lost His Mind
  3.  Weirdo
  4.  Target Practice
  5.  Prey
  6.  Bouncy Castle
  7.  Wander
  8.  I'm Wired
  9.  Animal
 10. Boy George
 11. He Wants Me Not
 12. Colour Me In

Montag, 11. Dezember 2017

PVRIS "All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell"

CD Kritik Pvris "All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell"

PVRIS, ausgesprochen wie die französische Hauptstadt ist eine amerikanische Rockband aus der Nähe von Boston, Massachusetts. 2012 noch unter anderem Namen gegründet ist die Band nun einer der vielversprechendsten Newcomer der Alternative Szene. Stilistisch bewegt sich die dreiköpfige Band um Frontfrau Lyndsey Gunnulfsen im Bereich Alternative Rock und Electro Pop. All We Know of Heaven, All We Need of Hell  erschien im August 2017 und ist das zweite Studioalbum der Band. Das gesamte Album ist 42 Minuten lang und beinhaltet 10 Songs."Heaven", "What's Wrong"und "Anyone Else" wurden als Singles ausgekoppelt.
Einer der am häufigsten genannten Kritikpunkte bei Alternative Musik ist, dass sich die Lieder zu sehr ähneln. Auch PVRIS schaffen es leider nicht, dass man auf Anhieb jeden der Songs voneinander unterscheiden kann. Es bedarf mehrmaliges Hören des Albums um einige der Lieder auseinanderhalten zu können. Im Besonderen betrifft dies die Titel "Half", "Anyone Else" und "What's Wrong". Die Songs sind keineswegs schlecht und eigentlich sogar sehr einprägsam, dennoch fehlt es jedem etwas an Individualität. Im Gegensatz dazu stechen vor allem "No Mercy" und "Heaven" deutlich aus dem Rest hervor, beides etwas aggressivere Nummern die einfach nur zum Mitsingen einladen. Auf der ruhigeren Seiten des Albums überzeugen vor allem "Nola 1" und "Same Soul" mit ihren melodischen Arrangements und guten Texten. Bezüglich der Texte ist ebenfalls zu sagen, dass diese größtenteils von Gunnulfsen verfasst sind und sich hauptsächlich mit den Themen Vergänglichkeit und Veränderung befassen. Daher auch die Wahl des Albumtitels, der sich auf  das Gedicht "Parting" der amerikanischen Dichterin Emily Dickinson bezieht.
PVRIS erfinden ihr Genre sicherlich nicht neu und wirken zeitweise etwas zu konventionell, dennoch liefern sie mit All We Know of Heaven, All We Need of Hell ein gut durchdachtes, solides Werk  mit echten Highlights ab, das man als Alternative-Fan unbedingt kennen sollte.


Tracklist:
All We Know of Heaven, All We Need of Hell (2017)

 1. Heaven
 2. Half
 3. Anyone Else
 4. What's Wrong
 5. Walk Alone
 6. Same Soul
 7. Winter
 8. No Mercy
 9. Separate
10. Nola 1

Montag, 4. Dezember 2017

Dodie Clark "You"

CD Kritik Dodie Clark "You"

Die britische Singersongwriterin Dodie Clark wurde auf unserem Blog bereits mit ihrer Debüt EP Intertwined (2016) erwähnt. Nur ein Jahr nach Veröffentlichung ihres Erstlingswerkes legt sie mit einer weiteren EP nach. You, heißt diese und erscheint nur ein Jahr nach dem Vorgänger.
Stimmungstechnisch wirkt You nach dem ersten Hören sehr gelassen und fröhlich.  "6/10" ist der einzig ruhigere, nachdenklichere Beitrag. Die verbleibenden fünf Lieder überzeugen alle durch ihren positiv, leichten Klang. Besonders ist hier der Titel "You" hervorzuheben der, vermutlich aufgrund seiner Eingängikeit, als Titellied gewählt wurde. Als kleiner Tipp, das Musikvideo zu dem Song ist ebenfalls sehr sehenswert und auf Dodies YouTube Kanal zu finden. "Secret for the Mad" steht im Kontrast zu den anderen Songs der EP. Mit einem eher ernsten Text regt der Titel zum Nachdenken an und steht symbolisch für Dodies Entwicklung als Musikerin."Would You Be So Kind" und "In The Middle" schaffen die leichte Grundstimmung der EP und entwickeln dabei echtes Lieblingsliedpotential. Einziger Kritikpunkt, jedoch rein subjektiver Art, ist "Instrumental", ein knapp einminütes Instrumentalstück mit Streicher- und Klavierbegleitung, was meiner Meinung nach nicht ganz zur Stimmung der EP passt und mich beim ersten Hören eher verwirrt hat.
Alles in allem, ist Dodie ihrem Stil relativ treu geblieben. You unterscheidet sich musikalisch nicht sehr von seinem Vorgänger, dies hat jedoch der Qualität der Songs keinen Abbruch getan. Es ist spannend den musikalischen Werdegang der jungen Britin zu verfolgen und es bleibt zu hoffen, dass sie auch 2018 mit einer weiteren EP oder vielleicht sogar einem ganzen Album vertreten sein wird.

 Tracklist:
 You (2017)
  1. "In the Middle"
  2. "6/10"
  3. "Instrumental"
  4. "You"
  5. "Secret for the Mad"
  6. "Would You Be So Kind"

Montag, 27. November 2017

Dodie Clark "Intertwined"

CD Kritik Dodoie Clark "Intertwined"

Intertwined ist die 2016 erschienene Debüt EP der britischen Sängerin Dodie Clark. Die 22-jährige begann ihre Karriere 2011 auf YouTube und veröffentlichte dort erste selbstgeschriebene Songs und Cover bekannterer Titel. Ihr Stil erinnert seit den Anfängen an Singer-Songwriter Musik, dies setzt sich auch in Intertwined fort.
Die EP setzt sich aus sechs Songs zusammen und ist dabei rund 15 Minuten lang. Mit poetisch, authentischen Texten und ruhigen Ukulelenklängen hat sich Intertwined bis auf Platz 35 der britischen Charts katapultiert.  Als eingängistes Lied der EP ist defintiv "Sick of Losing Soulmates" zu nennen. Obwohl man Dodie's Werk als eher einfache, handgemachte Musik bezeichnen kann bedient sie dennoch verschiedene Stimmungen. Die überwiegende Stimmung der EP ist eher von ruhigeren, nachdenklichen Songs wie den Titeln "Intertwined" oder dem bereits erwähnten "Sick of Losing Soulmates" geprägt. Mit "Absolutely Smitten", "Life Lessons" und "I Have a Hole in My Tooth" demonstriert sie jedoch, dass sie auch kurze, fröhliche Up Tempo Lieder in ihrem musikalischen Repertoire hat. Zum Abschluss beinhaltet Intertwined eine Live Living Room Session des Liedes "When" mit Cello- und Geigenbegleitung, was die EP mit einer persönlichen Note sehr schön abrundet.
Abschließend bleibt zu sagen, dass Intertwined trotz weniger Songs aber gerade aufgrund der Qualität jedes einzelen Stücks absolut überzeugt. Weniger ist hier defintiv mehr!


Trackliste 
Intertwined (2016)
  1. "Intertwined"
  2. "I Have a Hole in My Tooth (And My Dentist Is Shut)" kurz
  3. "Absolutely Smitten"
  4. "Life Lesson" kurz
  5. "Sick of Losing Soulmates"
  6. "When" (Live)

Montag, 13. November 2017

"The Runaways" - Film

Filmkritik  "The Runaways"


Im Musikgeschäft erfolgreich zu werden bleibt für viele Musiker ein unerreichbarer Traum. Noch unnerreichbarer schien es in den 70er Jahren als Frau eine erfolgreiche Rockmusikkarriere zu starten. Eine der ersten auf diesem Gebiet war Joan Jett. Die 1958 geborene Amerikanerin erlangte 1982 mit ihrer Band "Joan Jett and the Blackhearts" und deren Hitsingle "I Love Rock and Roll" Weltruhm.
Floria Sigismondis 2010 erschienener biografischer Film, The Runaways zeigt die Änfänge von Jetts Musikkarriere und begleitet die junge Musikerin bis zu ihrem Durchbruch in den frühen 80er Jahren. Ganz nebenbei wird hier auch die Entstehung der ersten komplett weiblich besetzten Rockband dokumentiert! Zunächst steht nicht die junge Joan (Kristen Stewart) im Fokus der Geschichte sondern ihre Bandkollegin,  Cherie Currie (Dakota Fanning). Zu Beginn wird die Gründung von Jetts erster Band "The Runaways" und ihre Beziehung zu Currie thematisiert. Die jungen Musikerinnen geraten an den dubiosen Musikproduzenten Kim Fowley (Michael Shannon). Zu Jett und Currie stoßen noch Lita Ford (Scout Taylor-Compton) und Sandy West (Stella Maeve). In kürzester Zeit stellt Fowley die Band zusammen, hat dabei jedoch meist seinen finanzielle Nutzen im Sinn. Mit zunehmendem Erfolg der Band, nimmt die psychische und physische Gesundheit ihrer Mitglieder ab, es kommt zu Spannungen, Drogenmissbrauch und schließlich zur Auflösung der Band. Im Besonderen ist hier die Konfliktszene zu nennen, in der die jungen Musikerinnen dem Druck ihres Erfolges nicht mehr gewachsenen scheinen und es folglich zur Auflösung der Band kommt. Schauspielerisch überzeugen hier und im gesamten Film alle Darstellerinnen.
Sigismondis Film zeigt das Musikgeschäft der 70er und 80er Jahre in einem authentischen Licht und unterstreicht vor allem die schonungslose Vermarktung junger Musikerinnen von deren Produzenten ohne das Talent der Künstlerinnen außer Acht zu lassen. Interessant ist ebenfalls, dass Stewart und Fanning  sämtliche, im Film vorkommenden, Songs der Runaways neu eingesungen haben, was den bereits bekannten Liedern neues Leben einhaucht und die Charaktere um ein vielfacherers echter wirken lässt. Im Zuge der Echtheit der Charaktere sind ebenfalls die sehr überzeugenden Kostüme der Darsteller zu nennen. Kostümdesignern Carol Beadle hat hier ganze Arbeit geleistest, begonnen bei den normalen Alltagsoutfits der Darsteller bis hin zu ihren authentischen Bühenoutfits.
Abschließend bleibt zu sagen, dass The Runaways für alle Musikfans der 80er aber auch für Nachwuchsmusiker von heute absolut empfehlenswert ist.