Buch-Kritik Anja Marschall " Der Henker Von Hamburg " , emons:
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Hamburg 1899 . Der Leiter des Kommissariats 5 der Hamburger Polizei , Hauke Söntje , wird kurz vor der Aufführung der Wagner Oper " Tristan Und Isolde " , ganz zum Mißfallen seiner Frau Sophie , von seinem Kriminalassistenten Otto Schröder zu einem mutmaßlichen Selbstmord des Pastors Krause in der St.- Magdalenen - Gemeinde gerufen . Dort angekommen , die Haushälterin wurde überfallen und gefesselt , wird schnell klar , dass es sich tatsächlich aber um einen Mord handelt . Währenddessen überrascht und entzückt in der Oper der spontane Auftritt der italienischen Star - Sopranistin Carlotta Francini alle Anwesenden , inklusive Haukes Frau Sophia . Diese wird später , vor der Garderobe der Francini , Zeugin eines mysteriösen Streits zwischen der Sopranistin und eines Mannes . Ab diesem Zeitpunkt freunden sich die beiden Frauen an und Sophia erlebt den Opern - Star ganz anders als ihn die Fans wahrnehmen . Als weitere , ähnliche Morde geschehen und lange kein sichtbarer Zusammenhang hergestellt bzw ein Motiv gefunden werden kann , klären sich Ungereimtheiten auf und unfassbare Geheimnisse und Hintergründe kommen zum Vorschein . Viele Verdächtige und doch kein greifbarer Täter oder Täterin. In ihrem 5. von 7 Romanen ( der neuste erscheint im August 2026 ) um den ehemaligen Seemann und jetzigen Kommissar Hauke Sötje und seine Frau Sophie, entführt uns die Autorin Anja Marschall ( gebürtige Hamburgerin ) in die gehobene Gesellschaft Hamburgs , die Musikwelt der Oper und die sich modernisierende Polizeiarbeit des späten 19. Jahrhunderts . Gefühlvoll und eindringlich werden hier neben gesellschaftlichen Diskrepanzen , Vorspiegelungen falscher Tatsachen , einem spannenden Kriminalfall mit einem überraschendem Ende eben auch die Entwicklungen im Kriminalwesen beschrieben und die Rolle der Frau zu dieser Zeit , bestimmt durch die herrschenden Männer , immer wieder kritisch dargestellt . Ein toller , spannender und gut zu lesender Kriminalroman auf 298 Seiten , mit einem lange offenen Ende , der in seinen Nebensätzen und Beschreibungen das Jahr 1899 wundervoll nachvollziehen lässt und die Abgründe dieser Zeit und mancher Menschen nicht ausspart . Ein tolles " Ermittler:innen - Ehepaar " in Zeiten von gesellschaftlichen Erwartungen , Eigensinnigkeit , ein bisschen Aufmüpfigkeit und der Suche nach der eigenen Rolle . Hier steckt viel mehr als " nur " ein historischer Kriminalroman drin ! Sehr lesenswert !!!
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