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- Johann Nepomuk Nestroy -

Montag, 1. Juni 2026

Anja Marschall " Der Henker Von Hamburg "

 Buch-Kritik Anja Marschall  " Der Henker Von Hamburg " ,  emons:

Hamburg 1899 .  Der Leiter des Kommissariats 5 der Hamburger Polizei ,  Hauke Söntje ,  wird kurz vor der Aufführung der Wagner Oper  " Tristan Und Isolde " ,  ganz zum Mißfallen seiner Frau Sophie ,  von seinem Kriminalassistenten Otto Schröder zu einem mutmaßlichen Selbstmord des Pastors Krause in der St.- Magdalenen - Gemeinde gerufen .  Dort angekommen ,  die Haushälterin wurde überfallen und gefesselt ,  wird schnell klar ,  dass es sich tatsächlich aber um einen Mord handelt .  Währenddessen überrascht und entzückt in der Oper der spontane Auftritt der italienischen Star - Sopranistin Carlotta Francini alle Anwesenden ,  inklusive Haukes Frau Sophia .  Diese wird später ,  vor der Garderobe der Francini ,  Zeugin eines mysteriösen Streits zwischen der Sopranistin und eines Mannes .  Ab diesem Zeitpunkt freunden sich die beiden Frauen an und Sophia erlebt den Opern - Star ganz anders als ihn die Fans wahrnehmen .  Als weitere ,  ähnliche Morde geschehen und lange kein sichtbarer Zusammenhang hergestellt bzw ein Motiv gefunden werden kann ,  klären sich Ungereimtheiten auf und unfassbare Geheimnisse und Hintergründe kommen zum Vorschein . Viele Verdächtige und doch kein greifbarer Täter oder Täterin.  In ihrem 5.  von 7 Romanen  ( der neuste erscheint im August 2026 )  um den ehemaligen Seemann und jetzigen Kommissar Hauke Sötje und seine Frau Sophie,  entführt uns die Autorin Anja Marschall  ( gebürtige Hamburgerin )  in die gehobene Gesellschaft Hamburgs ,  die Musikwelt der Oper und die sich modernisierende Polizeiarbeit des späten 19. Jahrhunderts .  Gefühlvoll und eindringlich werden hier neben gesellschaftlichen Diskrepanzen ,  Vorspiegelungen falscher Tatsachen ,  einem spannenden Kriminalfall mit einem überraschendem Ende eben auch die Entwicklungen im Kriminalwesen beschrieben und die Rolle der Frau zu dieser Zeit ,  bestimmt durch die herrschenden Männer ,  immer wieder kritisch dargestellt .  Ein toller ,  spannender und gut zu lesender Kriminalroman auf  298 Seiten ,  mit einem lange offenen Ende ,  der in seinen Nebensätzen und Beschreibungen das Jahr 1899 wundervoll nachvollziehen lässt und die Abgründe dieser Zeit und mancher Menschen nicht ausspart .  Ein tolles  " Ermittler:innen - Ehepaar "  in Zeiten von gesellschaftlichen Erwartungen ,  Eigensinnigkeit ,  ein bisschen Aufmüpfigkeit und der Suche nach der eigenen Rolle .  Hier steckt viel mehr als  " nur "  ein historischer Kriminalroman drin !  Sehr lesenswert !!!


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