Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Freitag, 13. Dezember 2019

Christoph "Pepe" Auer "White Noise"

CD Kritik Christoph "Pepe" Auer "White Noise", Session Work Records (o-tone music)


Nach dem kurzen "Sound" - Intro "White Noise Intro" startet das Album mit "Golden Hour" sehr rhythmisch und Klarinettenmelodiebetont (schließlich ist Namensgeber Christoph "Pepe" Auer  Klarinettist und Saxophonist). Der auch neben Schlagzeuger Christian Grobauer für "Electronics" zuständige Auer spielt in diesem ersten Stück bereits erstmals auf dem Album die Kontrabassklarinette und entlockt diesem Instrument die typischen tiefen, im Bauch grummelnden, Töne - ein wirkliches Klangerlebnis. Unterstützt werden Auer und Grobauer noch von Pianist Mike Tiefenbach und Clemens Sainitzer am Violoncello. Das folgende "Big Five" ist ein sehr rhythmisches Stück gefolgt vom ebenfalls sehr rhythmischen und jazzigen "Finally". Das dem Namen entsprechende Stück "Kontrabassklarinette" betont den besonderen Klang dieses Instrumentes und stellt es in seinen Mittelpunkt. "White Voice" dagegen klingt sehr relaxt, wirkt sehr frei und spielt mit dem Klang des Gesangs. Das ruhige "Remembrance" verwendet sphärische Saxophonklänge und auch "The Sequence" spielt mit Geräuschen und Klängen inkl. einer schönen Melodie. "The Sequence II" ist im Anschluss wesentlich voller im Klang als der Vorgänger und auch rhythmischer. "White Noise" arbeitet im Anschluss mit Maschinenklänge inkl. einer Klarinettenmelodie. Das Abschlußstück "Prophet" hat einen elektrisch klingende Rhythmus mit den für Auer typischen und dazugehörigen Klarinettenklängen. Ein Klangerlebnis das Spaß macht aber offene Ohren und einen offenen Geist benötigt.

    Mittwoch, 11. Dezember 2019

    Flaming Row "The Pure Shine"

    CD Kritik Flaming Row "The Pure Shine", PPR

    Wer Konzeptalben liebt und die Buchreihe von Stephen King "Der Dunkle Turm" mag, kommt beim neuen Album "The Pure Shine" von "Flaming Row" voll auf seine Kosten. Inspiriert von dieser achtteiligen Dark Fantasy Geschichte "um den Mann in schwarz der in die Wüste flieht und vom Revolvermann verfolgt wird, um den Turm im Zentrum des Multiversums von der Herrschaft des scharlachroten Königs zu befreien" haben Martin Schnella und Melanie Mau aus Osterode am Harz eine  "Progressive Rock Opera" par excellence geschaffen.


    Als Komponist zeichnet Martin Schnella für die Musik und gemeinsam mit Melanie Mau für die Texte und Gesangsmelodien verantwortlich. "Flaming Row" sind neben Martin Schnella (Gitarre und Gesang) und Melanie Mau (Gesang)  noch Marek Arnold an Piano, Mellotron, Synthesizer und Saxophon sowie Niklas Kahl am Schlagzeug. In den 6 Songs mit insgesamt 13 Unterkapiteln und den Titeln 1. "The Tower In The Clouds", 2. "The Last Living Member", 3. "Jake`s Destiny", 4. "The Sorcerer", 5. "The Final Attempt", 6. "The Gunslinger`s Creed" wird abwechslungsreich mit tollen Melodien gearbeitet, mal reduzierter und ruhiger mit Akustikgitarre gespielt bevor dann wieder hart rockende Elemente Spannung aufbauen und damit der gesamte Spannungsbogen der Rock - Oper aufrecht erhalten wird. Bombastische Momente werden von wunderbaren Acapella - Stellen abgelöst - so vergehen die mehr als 75 Minuten wie im Flug. Um ein solches Meisterwerk gebührend umzusetzen bedarf es aber noch einiger Mitmusiker*innen und durch den Bekanntheitsgrad von Martin Schnella, der auch z.B. für Mixing und Mastering des letzten "Seven Steps To The Green Doors" Album "The?Lie"


    verantwortlich zeichnete, sind auch viele bekannte Namen der "Progressive Rock" - Szene auf diesem Album zu finden. So sind folgende Gäste auf dem Album vertreten: Lars Lehmann (Bass), Dave Meros (Bass), Jimmy Keegan (Schlagzeug), Jose Pepe Jimenez (Percussion), Nathan Brenton (Cello), Eric Brenton (Geige), Jens Kommnick (Flöte), Fabian Gödecke (Marschtrommel) und die Sänger*innen Siobhan Kennedy, Johan Hallgren, Glynn Morgan, Alexander Weyland, Mathias Ruck, Ossy Pfeiffer, Gary Wehrkamp, Leo Margarit, David Anderson und Anish Jewel Mau




















    Ein Album zum "RICHTIG LAUT" ("und am Besten im dunkeln") hören, denn genau so macht es am meisten Spaß, lässt der Fantasie freien Lauf und sorgt für Gänsehautmomente!!!

    Montag, 9. Dezember 2019

    Queensryche 04.12.2019

    Konzertkritik Queensryche + Firewind + Dark Sky Choir 04.12.2019, "MS Connexion Complex" Mannheim


    Mittwoch Abend im Mannheimer "MS Connexion Complex". Pünktlich um 20:00 Uhr betritt die amerikanische Band Dark Sky Choir aus New Jersey die sehr gut gefüllte "Alte Seilerei" im Stadtteil Neckarau und macht von Beginn an keine Gefangenen. Mit der kraftvollen Stimme von Sänger Brian Allen (Vicious Rumors) und Schlagzeuger Mike James Sakowski (Exxplorer), der mich verdächtig an "Das Tier" aus der Muppetsshow erinnert, ist Vollgas angesagt und nur selten wird vom Gaspedal gegangen und es wird etwas "ruhiger". Manchmal erinnert die Melodieführung an härtere Mercyful Fate aber das ist wohl eher subjektiv. Mit Gitarrist Ira Black (ex - Vicious Rumors/ ex - Lizzy Borden) und Bassist Percy Trayanov (Madame Mayhem) der auch den Backgroundgesang übernimmt sind Dark Sky Choir heute die härteste Band des Billings.  Nach ca. 30 Minuten ist dann mit dem Abriss aber schon wieder Schluss und die Bühne wird für die griechisch/deutsch/belgische Band "Firewind" mit ex - Dream Evil und ex - Ozzy Osbourne Gitarrist Gus G. vorbereitet. Das vorhandene Keyboard, welches von Bob Katsionis , der auch die Rhythmusgitarre spielt, macht bereits im Vorfeld schon deutlich, dass es jetzt etwas "melodischer" zu Werke gehen wird. Der rauhe Gesang von Sänger Henning Basse und die tollen Sologitarren von Flitzefinger Gus G. sowie die Melodien machen den Wiedererkennungswert von Firewind aus. Ansagen auf deutsch von Henning Basse und auf englisch von Gus G. führen durch den Abend und die solide Rhythmusabteilung aus Bassist Petros Christo und Schlagzeuger Jo Nune schaffen die Grundlage für die 45 Minuten "Melodic Metal". Der Tontechniker hat kräftig zu tun bis der Sound für den Gitarristen (inkl. seines Backgroundgesang) stimmt - wirkt ein bißchen unkoordiniert  - macht das Ganze aber auch sympathisch. Die Band und das Publikum haben sichtlich Spaß - so muss das sein!
    Queensryche haben ihren eigenen Soundmann dabei und dieser zaubert an seinem Standort einen perfekten Klang in die Halle. Überhaupt habe ich Queensryche in den letzten 15 Jahren nicht mehr so stark erlebt wie heute. Wahnsinnig abwechslungsreiches Programm mit Stück bis "Promised Land"  und Stücken der aktuellen Besetzung (letzte 3 Alben). An den Drums spielt weiterhin ex - Kamelot - Schlagzeuger Casey Grillo. Ur - Queensrycher Michael Wilton (Gitarre) und Eddie Jackson (Bass und Backgroundgesang) wirken heute sehr entspannt, was man ihrem Spiel eben anmerkt - als hätten sie mit der neuen CD "The Verdict" Ballast der Streitigkeiten mit ex - Sänger Geoff Tate abgeworfen und auch das Fehlen von Ur - Schlagzeuger Scott Rockenfield
    akzeptiert - ob er jemals zur Band zurück kommen wird scheint aktuell wohl sehr fraglich. Mit Songs wie Empire, Silent Lucidity, NM 156, Queen Of The Reich, En Force, Take Hold Of The Flame, The Mission, Eyes Of A Stranger, Operation Mindcrime, Condition Human, I Am I, Blood Of The Levant, Man The Machine, The Needle Lies, Light Years, Jet City Woman, Screaming In Digital, Walk In The Shadow - die Band kann einfach aus dem Vollen schöpfen und tut dies auch... und die Fans danken es ihnen. Mit einem fantastischen Sänger Todd La Torre, Michael Wilson mit tollen Soli, Chorgesang von Eddie Jackson und Parker Lundgren, einer starke Rhythmussektion mit Jackson und Grillo - ein Abend der nach 90 Minuten Queensryche "at its best" viel zu früh zu Ende geht und Lust auf wesentlich mehr macht.

    Donnerstag, 5. Dezember 2019

    Initiative H x Moondog "Sax Pax For A Sax Remix"

    CD Kritik Initiative H x Moondog "Sax Pax For A Sax Remix", Neuklang


    Jazz aus Frankreich in großer Besetzung mit David Haudrechy (Saxophon und Chef des Ganzen), Ferdinand Dumerc (Altsaxophon und Flöte), Gael Pautric (Baritonsaxophon und Bassklarinette), Nicolas Gardel (Trompete), Cyril Latour (Trompete), Olivier Sabatier (Posaune und Sounds), Lionel Segui (Bassposaune), Amaury Faye (Synthesizer und Rhodes), Florent Hortal (Gitarre), Philippe Burneau (Bass), Simon Portefaix (Schlagzeug) und Florent Tisseyre (Percussion) bietet uns die "Initiative H" aus Toulouse mit der Neuinterpretation des von dem blinden Musiker und Komponisten/Interpreten "Moondog" (verstorben 1999) und dem London Saxophonic 1992 eingespielten und 1997 in den U.S.A. veröffentlichten Werks "Sax Pax For A Sax".
    Die Einspielung "Sax Pax For A Sax Remix", die dem Genre des "Modern Jazz" zugeordnet ist,  wurde live in Südfrankreich im Rahmen der "Moondog - Saison" aufgenommen. Sie bietet in den 9 Songs mit den klangvollen Namen wie "Dog Trot", "Paris", "Bird`s Lament", "Sandalwood", "Tout Suite", "New Amsterdam", "Sea Horse", "Single Foot" und "Golden Fleece" bei einer Laufzeit von einer Stunde eine von Haudrechy bearbeitete Version des Klassikers (u.a. von einer Jazzgröße wie Charly Parker bewundert) um auch heute noch die Modernität des Originals aufzuzeigen ohne es zu kopieren.
    In dem für die "Initiative H" typischen Mix aus Jazz, Rock, Elektro und Musik des 20. Jahrhunderts kann man wunderbar in dieses Werk eintauchen. Gerade durch die "modernen" Elektroklänge im Kontrast zu den "klassischen" Instrumenten entsteht immer wieder Abwechslung und Spannung und lässt jede einzelne Minute dieser Musik genießen. Wunderschöne Melodien, Rhythmen, mal reduziert, mal in vollem Bigbandklang, mal atmosphärisch, mal klassisch angehaucht ... T O L L !

    Dienstag, 3. Dezember 2019

    Hanke Brothers "Elements"

    CD Kritik Hanke Brothers "Elements", H - Factory Records


    Mit der CD "Elements" veröffentlichen die 4 Hanke Brüder aus Sindelfingen ihre erste eigene Platte mit Eigen- und Fremdkompositionen. Sie selbst bezeichnen sich auf ihrer Homepage als "Boyband der Klassik" und das kann man auch gerne so unterschreiben. Mit ihrem "Kammermusikensemble, das sich zwischen den Musikgenre Klassik und Pop bewegt" und manchmal auch eine kleine Prise Jazz einstreut mischen sie diese Musikstile in frischer Art und Weise kräftig auf.
    David Hanke an der Blockflöte, Lukas Hanke an der Bratsche, Jonathan Hanke am Klavier und Fabian Hanke an der Tuba entlocken dabei ihren Instrumente Klänge und Melodien die stimmungsvollen Filmmusiken nicht unähnlich sind. Natürlich hat das Ganze immer auch etwas aus der Klassik aber nicht schwerfällig sondern beschwingt, wie das Stück "Air" von Oliver Davis sehr schön zeigt. "Plasma" von Stephan Boehme dagegen könnte einen tragischen Moment in einem Mafiafilm begleiten während die Komposition "4#David" von Jonathan Hanke mit Klavier und Blockflöte leicht jazzig daher kommt und auch orientalische Momente enthält. Das Eröffnungsstück "Brothers Peace" lässt kurz die Stimmen der Brüder hören, in "Minimal Techno" von Juri de Marco kommt auch mal ein Cajon dazu und treibt den Song voran - der Einsatz der Stimmen ist auch in diesem Stück ein tolles Element und überrascht. Mit 12 Songs und einer Spielzeit von fast 57 Minuten bietet diese CD so viel Abwechslung, bereitet soviel Freude und unterschiedliche Gefühlsstimmungen, dass man einfach nur zum Kauf und der damit verbundenen Unterstützung dieser jungen Gruppe raten und aufrufen kann.




    Montag, 2. Dezember 2019

    Vegetarische Ernährung

    Leichter als die Vorurteile vermuten lassen

    Fleisch ist in der europäischen, vor Allem der deutschen Kukltur mittlerweile eine normale Lebensmittelgrundlage für viele Menschen. Fast schon standard ist es für viele Leute, täglich Fleisch oder Wurst- oder sogar beides - zu sich zu nehmen.
    Besonders in Familienhaushalten machen sich die einzelnen Familienmitglieder wahrscheinlich kaum Gedanken darüber, was denn da grade auf dem Teller liegt - und wo es seinen Ursprung hat. Oder auch die allein lebende Person, die einfach nur fix was zu Essen haben möchte. Wie viele denken da tatsächlich darüber nach, was es für Auswirkungen macht, sechs mal die Woche Fleisch zu essen? Ob als Hackfleisch in der Sauce, als Schnitzel, Frikadelle oder Bratwurst oder auch einfach als Wurstbrot nebenbei.
    Wenn es dann um vegetarische Ernährung geht, kommen schnell sehr viele Vorurteile zum Vorschein. Oft wird vermutet, es sei einfach zu schwierig, seine Ernährung so umzustellen. Andere behaupten, es sei zu teuer. Und dann gibt es noch die, die behaupten als Vegetarier fände man nichts mehr zu essen und müsse sich nur noch von Salat und trockenen Kartoffeln ernähren. Glaubt mir, definitiv nicht wahr.
    Allein, sich einfach die normalen Gerichte ohne Fleisch zu kochen, ist sehr vielfältig. Denn, warum soll es auch nur mit dem Fleisch gut schmecken? Die Bolognese Sauce wird zur frischen Napoli Sauce oder mit angebratenem Gemüse ein abwechslungsreiches Gericht. Doch auch wer hier sagt, das sei ihm nicht genug, hat mittlerweile überhaupt kein Problem mehr, wenn es um Fleischersatz geht. Hier gibt es eine riesige Auswahl an vegetarischen oder sogar veganen Ersatzprodukten für die, die zwar den Geschmack bevorzugen, jedoch kein Tier für ihren Genuss sterben lassen wollen.

    Wieso?

    Ich selbst kenne viele Vegetarier und auch Veganer, die die verschiedensten Beweggründe dafür haben. Am häufigsten ist (für mich ebenfalls) die Grundeinstellung, die Moral. Man möchte einfach nicht, dass unschuldige Tiere sterben- und in den Standardumständen dieser Gesellschaft leiden müssen (Massentierhaltung etc). Und das nur, damit man sein Steak essen kann, das man eigentlich überhaupt nicht zum Sattwerden oder Überleben benötigt. Auch die Umwelt ist für mich ein sehr großer Aspekt. Es ist bewiesen, dass ein Drittel des Treibhauseffektes allein durch die Massentierhaltung entsteht (Stand: 2016). Besonders die Rinderhaltung produziert solche Unmengen an Methan, dass sie unglaublich drastisch zur Umweltverschmutzung und Belastung durch Gase beiträgt. Davon abgesehen, werden für die Haltung der Tiere Hektarweise Regenwaldflächen gerodet, um Futter wie Soja für die Tiere anzupflanzen, ganz zu schweigen vom Transport dieser Unmengen an Futter über die Ozeane. Dass die Abholzung der Regenwälder unglaubliches Ausmaß auf die Umwelt hat und dringend gestoppt werden muss, wird für jeden bekannt sein. BTW: die Nachrichten von den Bränden im Amazonas wird wohl jeder mitbekommen haben. Besonders schockierend ist, dass der Hauptgrund durch Menschenhand geschieht, da Farmer ihn Hektarweise abholzen, um Farmflächen für Tierfutter zu bekommen. Das Schlimmste: Präsident Bolsonaro unternimmt nichts dagegen.
    Durchaus gibt es auch die, die einfach nicht gerne Fleisch essen, es sogar ekelhaft finden oder beim alleinigen Gedanken, ein totes Tier zwischen den Zähnen zu haben, durchdrehen.  Manchen schmeckt es auch einfach nicht und andere vertragen es nicht.
    Eines meiner Argumente ist auch, dass der Mensch simpel kein Fleischfresser ist. Wir können problemlos ohne Fleisch überleben und sind in keinster Weise darauf angewiesen, also warum Tiere töten, wenn ich es nicht brauche? Bin ja kein Tiger.

    Eigene Gesundheitsauswirkungen

    Ein sehr wichtiger Aspekt, dessen sich die Konsumenten definitiv bewusst sein sollten, ist wie ungesund und sogar schädlich Fleisch für den eigenen Körper ist. Natürlich wäre der selbstgeschlachtete Hase, den man selbst mit eigenangebautem Gemüse gefüttert hat, hier eine Ausnahme. Doch das Fleisch, das wir in Supermärkten kaufen, in Restaurants oder Fast-Food Ketten (don`t get me started on Mc Donalds) zu uns nehmen ist sehr stark vorbelastet. Bei der Schweinehaltung ist der Antibiotika-Skandal ja durchaus bekannt. Das sieht bei Hühnern und Rindern halt kaum anders aus. Doch selbst Fische bekommen in der Zucht unmengen an Antibiotika zugefügt. Diese Antibiotika und weitere Medikamente oder auch Chemikalien nimmt der Mensch bei Konsum zu sich. Dazu kommen bei der Fischhaltung noch eine Menge Mikroplastik, das am Ende im Menschen landet. Dass Plastik, ein Rohstoff der Millionen Jahre braucht um überhaupt abgebaut zu werden und die Umwelt zerstört, auch nicht super für den eigenen Körper und die Organe ist, sollte jetzt niemanden überraschen. #noshitsherlock

    Bekannter Mythos, den jeder Vegetarier zu hören bekommt

    Für Alle, die jetzt mit dem Mythos kommen, ohne Fleisch würden dem Körper soooo wichtige Nährstoffe fehlen und man wäre ja voll ungesund: falsch.
    Zum Einen, kann ich aus eigener Erfahrubng mit über 6 Jahren ohne Fleisch sagen: I'm still alive lol. Auch aus ärztlicher Sicht sind meine Blutwerte keineswegs beeinflusst und meinem Körper geht es sehr gut damit. Generell ist das einzige Vitamin, an dem es dem Körper ohne Fleisch eventuell mangeln könnte, B12, welches man für 2 Euro nach Bedarf in jeder Apotheke bekommt. "Ja aber das sind unnötige Tabletten die ich nich brauch wenn ich meinen Burger ess". Wichtig ist hier: dieses Vitamin bekommt man nicht durch das Fleisch an sich, wie viele so steif und fest behaupten. Ganz so natürlich kommt das da nämlich auch nicht rein. Die Tiere produzieren es nicht, sondern bekommen es von Menschenhand durch Futter etc zugeführt. Also: ob ich jetzt das Fleisch esse, das die selbe Tablette quasi auch genommen hat, oder mir ab und zu selbst das Vitamin einnehme, macht vom Prinzip her kaum einen Unterschied. Und das Fleisch ist hier kein Wundermittel. Auch Eisen ist zum Beispiel in vielen Gemüsesorten wie Broccoli und Spinat oder Hülsenfgrüchten sogar höher dosiert als in Fleisch. Daran fehlt`s einem also auch nicht bei ausgewogener Ernährung.

    Tipps

    Zum Einen, bin ich schnell auf die Liebe zu allen Möglichen Gemüsesorten und deren Vielfalt gestoßen. Allein für sich schmecken viele einfach lecker, wenn man sie kombiniert umso besser. Meine Gemüsefavoriten sind definitiv Aubergine, Broccoli(tolle Eisenquelle), Zucchini, Paprika (rote, enthalten btw das meiste Vitamin C), frische Pilze, Zwiebeln und so weiter. Eine tolle Grundlage (besonders sattmachend und lecker), sind (neben Reis und Nudeln) Kartoffeln und Süßkarrtoffeln, übrigens auch in Kombination toll.
     Und hier haben wir auch schon eines meiner absoluten Lieblingsrezepte zusammen. Man kann das verschiedenste Gemüse einfach in die Pfanne hauen, Reis dazu machen und hat ein tolles, gesundes und abwechslungsreiches Essen. Auch lecker schmeckt das ganze mit etwas Creme Fraiche und frischem Salat im Wrap.  Oder man wählt seine Favoriten aus und schnibbelt alles zusammen mit einer halben Süßkartoffel in Würfel, fügt Olivenöl und seine Gewürze hinzu und haut einfach alles auf dem Backblech in den Ofen. Als i-Tüpfelchen schmeckt kleingewürfelter Feta, den man für die letzten Minuten hinzufügt super. So schnell und einfach hat man also schon drei ausgewogene, leckere, sattmachende und auch noch super gesunde Gerichte, für die man definitiv kein Fleisch benötigt.
    Ein kleines Wunderlebensmittel, das ich vor einer Weile für mich entdeckt habe, ist Feta aus Ziegen und Schafsmilch. (Schmeckt am Besten, hat die perfekte Konsistenz wenn man ihn am Ende in die Pfanne oder den Ofen hinzugibt- und ist nicht von der Kuhmassentierhaltung belastet).
    Mein bester Tipp ist eigentlich, sich einfach mal auszuprobieren. Etwas Neues auszuprobieren schadet nie und keiner sagt, dass man es für immer machen muss, schließlich unterschreibst du als Vegetarier keinen lebenslangen Vertrag. Auch wenn man merken sollte, dass komplett auf Fleisch zu verzichten zu viel ist, ist allein den Fleischkonsum runterzufahren schon ein großer Fortschritt. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass allein weniger Fleisch zu konsumieren schon einen Unterschied macht. Gut wäre es, ein bis zwei Mal die Woche Fleisch zu essen, so wertschätzt man es viel mehr- und man kann sich gutes Fleisch vom Bauern holen, denn dann ist selbst der höhere Preis kein Problem mehr. Also: mit gutem Gewissen- und ohne sich Sorgen um die eigene Gesundheit zu machen- Fleisch essen.
     Ich denke es ist auch sehr wichtig, bescheid zu wissen, was man da isst, sofern man nicht auf Fleisch verzichten möchte. Man sollte sich definitiv im Klaren darüber sein, wo das Fleisch das man konsumiert herkommt und wie es möglich ist, dass es so günstig ist. Und dann sollte man sich überlegen, ob es wirklich nötig ist, häufig Fleisch aus Massentierhaltungen oder von Konzernen wie McDonalds zu kaufen, anstatt den Konsum zu reduzieren und vielleicht zum Bauern zu gehen. Das selbe gilt übrigens nicht nur dafür, sondern auch für Eier. Gerade wenn man in ländlicheren Regionen lebt, ist es echt leicht, sich die paar Eier die man so verbraucht, von einem guten Bauer zu kaufen. Und man schmeckt und sieht den Unterschied definitiv.

    Mein schwierigster Feind ist leider immernoch die Milch, zumindest in Milchprodukten wie Käse. Doch auch hier habe ich tolle Milchersatzprodukte für mich entdeckt. Hafer-, Soja- oder Reismilch ist zum Beispiel toll im Müsli. Auch im Kaffee oder auch Kakao schlägt sich Hafermilch super. Meiner Meinung nach ist das sogar leckerer als Kuhmilch. BTW bemerkt man erst den starken Eigengeschmack von Kuhmilch, wenn man mal eine Weile darauf verzichtet hat. Bei den Produkten muss man sich allerdings echt ausprobieren, um die Marke zu finden, die einem am Besten schmeckt.

    also bon appetit,
    Shari

    Waffeln

    Waffeln backen (für ca. 10 Personen)

    Zutaten: 500g Mehl
                        125g Zucker
                        3 - 4 Päckchen Vanille - Zucker
                        4 Tl. Backpulver
                        500ml. Milch
                        5 - 6 Eier
                        250g Margarine
                        Zitronen - oder Rumaroma (muss nicht)

    Alles in einer großen Schüssel verrühren und anschließend im Waffeleisen backen. Waffeleisen ab und zu mit etwas Margarine einfetten, damit die Waffeln nicht daran festbacken. Lecker!




    Samstag, 30. November 2019

    Jazzrausch Bigband "Dancing Wittgenstein"

    LP Kritik Jazzrausch Bigband "Dancing Wittgenstein", A.C.T.


    Dancefloor - Jazz mit Bigband und Sprechgesang/Gesang - eine Verschmelzung aus "House", "Techno" und Bigband. Das ist die "Jazzrausch Bigband". 2014 gegründet und seit 2015 "Artist in Residence" im renommierten Münchner Elektro Club "Harry Klein". Die treibenden Köpfe dahinter sind Posaunist und Musikmanager Roman Sladek sowie Gitarrist und Komponist Leonhard Kuhn.
    Auf "Dancing Wittgenstein" sind 16 Musiker*innen, mit Saxophonen, Trompeten, Tuba, Posaunen, Gitarre, Keyboard, Piano, Bass, Schlagzeug, Percussion und Sounds, zu finden die in knapp 48 Minuten auf "Dancing Wittgenstein" (jetzt auf A.C.T. wiederveröffentlicht) eine groovende Mischung aus Bigbandsound mit in den Klubs tanzbaren Techno- und Housebeats verschmelzen.
    Die mitreißende Musik wird von der Band weit über 100 Mal im Jahr weltweit aufgeführt und das kommt sicherlich nicht von ungefähr. Hier zeigt sich wieder einmal, welche Innovationen aus dem Jazz heraus immer wieder entstehen können. Was die Band hier mit 5 Eigen- und 2 Fremdkompositionen geschaffen hat ist selbst für "Nicht - Techno/House - Fans" eine faszinierende Klang- und Rhythmuserfahrung. Die 7 Songs mit so klangvollen Namen wie "Dancing Wittgenstein" (mit 10:12 Minuten das längste Stück), "Le Systeme Planetaire", "I Want To Be A Banana", "Continuous Dirichlet", "Subzero", "Native Riddim" und "Moebis Strip"  reißen von der ersten Minuten einfach mit und machen Lust diese Band einmal live zu erleben.
    Im Kontrast hierzu steht die gerade veröffentlichte CD/LP der Jazzrausch Bigband "Still!Still!Still!" mit Weihnachtsliedern im Jazz-Bigbandsound (wer es eben "klassischer" mag).

    Donnerstag, 28. November 2019

    Black Stone Cherry "Black To Blues Volume 2"

    CD Kritik Black Stone Cherry "Black To Blues Volume 2", Mascot Records


    Haftet Bluesalben doch oft ein bißchen Langeweile und Schwermut an, so veröffentlicht die Band Black Stone Cherry mit "Black To Blues 2" ihre bereits zweite EP, mit 6 Bluesklassikern wie "Big Legged Woman" von Esrael Tolbert, "Me & The Devil Blues" von Robert Leroy Johnson, ""All Your Love" von Otis Rush, "Down In The Bottom" von Willie Dixon, "Early One Morning" von Elmore James und "Death Letter Blues" von Eddie J. House Jr., in ihrem ganz eigenen rockigen Gewand.
    Die raue Stimme von Sänger und Gitarrist Chris Robertson spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Leistung der gesamten Band um Gitarrist Ben Wells, Bassist Jonathan Lawhon und Schlagzeuger John Fred Young. Der Rhythmus treibt immer vorwärts, lässt die insgesamt 26 Minuten wie im Flug vergehen und gerne die "Repeat" - Taste am CD - Player drücken. Sehr kurzweilig und gerne mit Volume 1 zu kombinieren - bei einem aktuellen Preis von knapp 7.- € auch gut machbar.

    Dienstag, 26. November 2019

    RPWL 20.11.2019

    Konzertkritik RPWL + Yogi Lang 20.11.2019, "Das Rind" Rüsselsheim


    Mittwoch Abend im Rüsselsheimer "Das Rind". Sänger Yogi Lang und seine Band RPWL haben zum zweiten Teil ihrer "Tales From Outer Space" Tour geladen. Der Saal ist mit mindestens 150 - 170 Leute fast ausverkauft und diese warten pünktlich um 20:00 Uhr auf den Beginn des Konzertes. Sänger Yogi Lang hat gerade seine neue Soloplatte "A Way Out Of Here" veröffentlicht und eröffnet als seine eigene Vorgruppe den Konzertabend. Neben Lang spielen auch die RPWL - Mitglieder Markus Jehle (Keyboards) und Marc Turiaux am Schlagzeug in der Begleitband von Yogi Lang.


    RPWL - Gitarrist Kalle Wallner übernimmt den Bass und die beiden Backgroundsängerinnen Caroline Von Brünken und Sabine Heller sowie Gitarrist Torsten Weber verstärken die Truppe. Die etwas ruhigeren Songs von Lang (er beschreibt sie kurz als RPWL ohne den 80er Metallanteil durch Kalle Wallner) können dabei, gerade auch durch die Gesangsakzente der Sängerinnen, durchweg gefallen. Allerdings ist nach 4 Songs, darunter "Move On" als Beginn, der Singleauskopplung "A Way Out Of Here" sowie "Shine On" und einer Spieldauer von knapp 30 Minuten bereits wieder Schluss - die Herr- und Frauschafften kommen schließlich zum Hauptact wieder auf die Bühne zurück und machen erst noch einmal eine knapp 20 minütige Pause.




















    Um ca. 20:50 Uhr geht es dann, nachdem bereits während der Pause immer wieder "Science Fiction Melodien" von Filmen und TV Serien zu hören waren, mit einem Intro und visuellen Einspielungen, bei denen auch der Name des "Das Rind" Geschäftsführers Florian Haupt eingebaut wurde, auf dem Backdrop mit den "Tales From Outer Space" los. Noch kurz "geblickdingst" (siehe "Man In Black") und die Science Fiction Story startet. Kalle Wallner hat nun wieder seine Gitarre übernommen und gemeinsam mit Bassist Sebastian Harnack treiben sie die Songs voran. Auffallend ist das Dauergrinsen von Kalle Wallner und auch Yogi Lang kann sich ein verschmitztes Lächeln, speziell bei den "Metall-/Rockgitarren Einlagen" mit Bassunterstützung nicht verkneifen (siehe Bemerkung bei der "Vorgruppe"). Geboten wird die Setlist der kurz zuvor veröffentlichten "Tales From Outer Space Live" CD/LP. "News From Outer Space" (Intro), "A New World", "Welcome To The Freak Show", "Light Of The World", "Not Our Place To Be", "What I Really Need", "Give Birth To The Sun" und "Far Away From Home". Hierbei brillieren immer wieder Kalle Wallner mit abwechslungsreichen Sologitarren und Keyboarder Markus Jehle mit schnellen Melodieläufen und Effekten (unterstütz von Yogi Lang).

    Nach Abschluss der "Tales..." ist aber noch nicht Schluss und ältere Songs der Band werden zum Besten gegeben. Mit Unterstützung der beiden Backgroundsängerinnen aus Lang`s Band werden u.a. Songs wie "The Shadow" oder "Unchain The Earth" geboten. Bei "Roses" singt das gesamte Publikum mit und entlässt nach ca. 130 Minuten die Band mit Ovationen in den wohlverdienten Feierabend.

    Sonntag, 24. November 2019

    Bill Frisell "Harmony"

    CD Kritik Bill Frisell "Harmony", Blue Note


    Wer Lust auf eine sehr gesangsbetonte Mischung aus Country, Folk und Jazz in ruhiger Atmosphäre hat, liegt bei dem von US - Gitarrist Bill Frisell auf dem Blue Note Label veröffentlichten Album "Harmony" genau richtig. Frisell stellte hierfür bzw. aufgrund einer Einladung zu einem "FreshGrass-Festivals" eine neue Band mit Sängerin Petra Haden, Cellist Hank Roberts und Bassist/Gitarrist Luke Bergman zusammen und komponierte dafür neue Stücke. Diese als auch einige Jazzstandards sind nun auf dem hier vorliegenden Album zu hören. "Everywhere", "God`s Wing`d Horse", "Fifty Years", "Deep Dead Blues" oder "Curiosity", alle aus der Feder von Frisell wechseln sich mit "Hard Times" von Stephen Foster, "On The Street Where You Live" von Alan Jay Lerner, "Lush Life" von Billy Strayhorn, "Where Have All The Flowers Gone" von Pete Seeger oder dem Traditional "Red River Valley" ab. Meist reduziert mit Gitarrenbegleitung und dezentem Bass, mal mit dem Cello als i-Tüpfelchen, sticht oft der gerne zwei- manchmal sogar dreistimmige Gesang von Haden, Roberts und Bergman hervor. Die stets stimmigen, sich aber nie in den Vordergrund drängenden Gitarrenparts von Komponist Frisell sorgen zusätzlich für ein wundervolles Wohlfühlgefühl. Die Abwechslung aus Countryeinflüssen, Folkelementen und Jazz halten das Ganze stets spannend und bieten somit für die anstehenden Winterabende genau die richtige Begleitmusik.

    Donnerstag, 21. November 2019

    The New Roses 16.11.2019

    Konzertkritik The New Roses + Stray Train 16.11.2019, "Schlachthof" Wiesbaden


    Samstag Abend in der fast komplett gefüllten Halle des Wiesbadener Schlachthofs, mit einer Gesamtkapazität von 1800 Besucher*innen. Die Lokalmatadoren von "The New Roses" laden zum Heimspiel auf ihrer "Nothing But Wild" Tour und viele Wegbegleiter*innen und Freund*innen der Band sind in die größte Wiesbadener Konzertarena gekommen.
    Los geht es pünktlich um 20:00 Uhr zunächst mit der befreundeten Band "Stray Train" aus Slowenien. Die fünfköpfige Band aus Ljubljana wurde 2015 gegründet und kann mit ihrem bluesgetränkten Southern Rock, den sie bis jetzt auf 2 Platten verewigt hat, von Beginn an überzeugen. Ein paar Besucher*innen scheint es zwar etwas zu "schunkelig" zu sein aber in den gut 45 Minuten sind Sänger Jasa Saban (mit Hut und Tuch im typischen Southern Rock Style gekleidet), Bassist Niko Jug, Schlagzeuger Viktor Ivanovic, sowie den beiden Gitarristen Jure Golobic und Boban Milunovic voll in ihrem Element und auch eine
    Coverversion des Joe Bonamassa Songs "John Henry" integriert sich qualitätsmäßg ins Repertoire der Band und sticht nicht daraus hervor. Weitere Lieder wie "Emona", "Wanderman", "Heading For The Sun", "Blues From Hell", "Love Is Just A breath Away" oder "Give It Away" decken dabei alle Formen von Blues, Balladen und Rocksongs ab. Toller, kurzweiliger Auftritt - die osteuropäische Herkunft der Band ist dabei nie zu spüren - das könnten auch Amerikaner sein.
    Nach einer ca. 1/2 stündigen "Umbaupause" (es gab leider zwischenzeitlich einen Einsatz der Sanitäter aufgrund eines Notfalls im Publikum) startete schließlich die Band aus Wiesbaden und wurde nach einem Intro vom Band frenetisch vom Publikum begrüsst. HEIMSPIEL!!!
    Großes Backdrop mit Schriftzug und Wolfskopf im Hintergrund, Drumriser, 2 Gitarren, 1 Bass und ab geht die Party. Ein bißchen Nervosität und Anspannung in den Gesichtern ist zu erkennen aber nach Konzerten im "Vorprogramm" von den Scorpions, Gotthard, The Dead Daisies oder zweimal auf der "Kisscruise" ist diese schnell verschwunden und mit Songs wie "One More For The Road", "Nothing But Wild", "Glory Road", "Dancing On A Razorblade" oder "Every Wildheart" wird die Stimmung zum Kochen gebracht. Bei der Hymne für alle Langhaarigen (und den Problemen damit) "Life Ain`t Easy (For A Boy With Long Hair)" singt das gesamte Publikum den Refrain mit. und fühlt sich von den Jungs auf der Bühne wohl verstanden. Kleine Anekdoten von Sänger Tommy Rough über die persönlichen bzw. die Anfänge der Band in kleineren wiesbadener Klubs zeigen den Bezug zu ihrer Stadt und werden durch ein Soloakustikstück (teilweise sogar "unplugged") betont.
    Die aktuelle Single "Down By The River" hat hier in Wiesbaden noch einmal eine ganz besondere Bedeutung, beschreibt sie schließlich die persönlichen Erfahrungen der Musiker mit ihren Freunden an genau diesem Fluß ... dem Rhein. Gitarrist Norman Bites, der "Metaller" in der Band, gibt ein Gitarrensolo (an manchen Stellen vom Rest der Band unterstützt) zum Besten und ist von den Publikumsreaktionen restlos begeistert. Die Rhythmusfraktion um Bassist Hardy und Schlagzeuger Urban Berz, der auch den Backgroundgesang beisteuert, treibt die Songs immer wieder voran und Sänger Timmy Rough mit seiner tollen, rauen Stimme und seinem Gitarrenspiel veredelt die stets eingängigen Rocksongs. Mit der Zugabe"Thirsty" beenden schließlich die "New Roses" ein fantastisches 100 minütiges Konzert im Schlachthof zu Wiesbaden der mit integriertem Zugticket in der Eintrittskarte und netter Security ebenfalls wieder einen positiven Eindruck hinterlassen hat.




    Sonntag, 17. November 2019

    Le Roux "Up"

    CD Kritik Le Roux "Up", Rock Candy


    Die in Baton Rouge, Louisiana gegründete Band Le Roux veröffentlichte im Jahr 1980 ihr damals drittes Album "Up". Eine Weiterentwicklung im Stil vom zuvor rauen Rock hin zu einem keyboardorientierteren "Pomp Rock Style" ist hier fest zu stellen und Vergleiche mit Bands wie Styx, Kansas oder Survivor (natürlich immer in Einzelbereichen) sind hier klar zu finden. Für amerikanische Bands typische Harmoniegesänge in den Chören, tolle Melodie, Gitarren- und Rhythmusarbeit, ausdrucksstarker Gesang - typischer amerikanischer Hard Rock/AOR der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Rock Candy hat nun dieses Album im Jahr 2011 remastered und wiederveröffentlicht sowie mit Bildern und Kommentaren im Booklett ergänzt und lässt so den Werdegang der Band nachvollziehen.
    Le Roux, das waren Leon Medica (Bass, Gesang), Jeff Polard (Gitarre und Leadgesang), Tony Haselden (Gitarre), Rod Roddy (Synthesizer, Orgel, Gesang), David Peters (Schlagzeug) und Bobby Campo (Percussion, Gesang) haben mit ihrem 3. Album ein tolles Stück Musik geschaffen - für mich die perfekte Musik zum Auto fahren. Wer Lust hat findet die Originalschallplatten auch immer mal wieder für recht günstiges Geld bei Schallplattenbörsen - wieder einmal eine zu unrecht unbekannte Band zum Entdecken.



    Freitag, 15. November 2019

    Pee Wee Ellis "What You Like"

    CD Kritik Pee Wee Ellis & NDR Bigband "What You Like", Minor Music Records



















    Die von Saxophonist Pee Wee Ellis 1997 gemeinsam mit der NDR Bigband aufgenommene CD "What You Like" vereint im positiven Sinn angenehm hörbare Jazzmusik mit Bigbandsound, der immer wieder mit typischen improvisierten, für den Jazz typischen, Soloausflügen der Instrumente bereichert wird. Ergänzt durch die "Special Guests"  Van Morrison (Gesang) und Fred Wesley (Posaune) bei den Songs "I Will Be There" bzw. "Tune With A View" wird hier ein abwechslungsreiches Musikprogramm geboten. Die Vocals von Jenni Evans bei "Take Me To The River" von A.Green, "So Doggone Good" und "Step" sind dabei ebenso bereichernd wie das fantastisch aufspielende NDR Ensemble. Für Freund*innen der gepflegten Jazzmusik eine wirklich tolle Aufnahme in "DDD" für den kleinen Geldbeutel bei einer Spieldauer von 58 Minuten.


    Mittwoch, 13. November 2019

    Huminoita "369"

    LP Kritik Huminoita "369", Luova Records


    Knapp 40 Minuten atmosphärische, progressive und leicht jazzige Instrumentalmusik bietet uns die finnische Band "Huminoita" aus Oulu auf ihrer 3. Langspielplatte "369".
    "Zinerheum", "Gameover", "Ringfinger", "Maalismoon", "Marsvolga", "Sandmare" und "Pimpimpom" nennen sich dabei die 7 darauf enthaltenen Songs bei einer jeweiligen Spieldauer von 4,25 bis 7,41 Minuten. Immer wieder kommen in den Stücken sowohl Saxophon als auch Kontrabass zum Einsatz und verleihen den Songs die für die aktuelle Jahreszeit passende Stimmung.
    Ein "Geheimtip" für alle die weg vom Mainstream auch gerne mal einer unbekannteren Band aus Finnland ein Ohr leihen und daran Spaß haben solche tollen Künstler*innen zu entdecken.