Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Dienstag, 14. April 2026

Airbourne 08.03.2026

Konzert-Kritik Airbourne + Asomvel  08.03.2026 ,  " Schlachthof "  Wiesbaden       


Schon um 19:15 Uhr ist der Wiesbadener Schlachthof an diesem Sonntag Abend extrem voll .  Schließlich sind die Australier von Airbourne nach längerer Unterbrechung angekündigt und der Klub in der hessischen Landeshauptstadt deshalb seit Wochen ausverkauft . Pünktlich um 20:00 Uhr erlischt schließlich das Saallicht zum ersten Mal und die aus England stammende Band  "Asomvel "  um  " Lemmy Kilmister lookalike "   Sänger und Bassist Ralph Robinson ,  die Gitarristen Lenny Robinson  und Stel Robinson  sowie Schlagzeuger Ryan Thackwray  betritt nach einem kurzen Intro , über die Boxen eingespielt ,  die großzügige Bühne mit riesigem Asomvel Backdrop und legt mit Vollgas los .  Der Fuß wird dann bis zum Schluss auch nicht mehr vom Gaspedal genommen .  


Los geht es gleich mit dem Brecher  " King Of The World "  gefolgt von  " nomen est omen " :   " Louder & Louder " .  Es wird über die Bühne gefegt ,  Ralph Robinsons Stimme ist noch rauer als auf Platte ,  schließlich sind die Jungs schon ein paar Wochen jeden Abend live mit Airbourne unterwegs und das merkt man dem Sänger an ,  die Gitarren jagen ein Solo nach dem anderen in die Menge und das Rhythmus - Duo Robinson / Thackwray treibt den Beat erbarmungslos nach vorne .  Das könnten echt die jungen Motörhead sein ,  die ihren dreckigen und schnörkellosen Hard Rock einfach auf das Publikum abfeuern und die Menge mitreißen .  Für einige im Publikum fast etwas viel ,  lange nicht mehr soviele große Augen und erstaunte Gesichter gesehen  (  " die kannten die Band wohl noch nicht "  ;-) )  aber die Band wird gebührend abgefeiert und kräftig mitgesungen .  " Born To Rock `n `Roll "  und  " If It`s Too Loud ,  You` re Too Old "  werden ohne Pause und große Ansagen  in die Menge geschossen  -  hier soll die Spielzeit mit möglichst vielen Titeln gefüllt werden .  Die Frage ob das Publikum etwas schnelleres hören will ist dann kaum zu glauben .  " Wiiieee ? Noch schneller ? "  Ja es geht ;-)  " Your Worst Nightmare " ,  " Outside The Law"  und  " Set Your World On Fire "  stellt dann die 80er Jahre Rock - Attitude klar in den Vordergrund :  wild ,  laut ,  schnell und nicht gerade sehr angepasst .  Die kraftvolle Dynamik von  " Luck Is For Losers "  und  " Lone Wolf "  hält das Energielevel weiter hoch ,  weiter viel Bewegung auf der Bühne und die Vocals werden regelrecht  " rausgerotzt "  -  Lemmy hätte seine wahre Freude .  Bassist und Sänger Ralph verschwindet auch mal vor die Bühne in den Fotograben und nimmt Kontakt mit den wild feiernden Fans auf ,  bevor er zurück auf der Bühne ein kleines Singspiel mit diesen anstimmt .  Mit  " Take You To Hell "  und  " Light ´Em Up "  ist der Climax erreicht und  " The Nightmare Ain`t Over "  bildet den würdigen Abschluss eines schweißtreibenden Konzertes ohne Verschnaufpause .  "Well done , boys " -  die Meute vor der Bühne ist zufrieden und für den Headliner kräftig angeheizt ... mal sehen ob Airbourne das Energie - Level halten kann ?




Nach einer gut halbstündigen Umbaupause geht es dann um 21:15 Uhr mit dem zweiter Power - Act und Headliner des heutigen Abend weiter .  Die vier Jungs von Airbourne aus Warrnambool / Australien stürmen die mit einem großen Skelett - Backdrop geschmückte Bühne und legen gleich kraftvoll mit der aktuellen Single " Gutsy "  und somit dem Vorgeschmack auf das im August erscheinende nächste Album  los .  Jaaa ,  ganz die Energie von Asomvel  ( hier war die Saitenfraktion komplett dauerhaft auf der Bühne unterwegs )  ist noch nicht da ... wird aber noch !  Sänger und Gitarrist Joel O `Keeffe ,  eine Mischung aus Bon Scott und Angus Young ,  sprüht vor Energie während die Kollegen Brett Tyrell  ( Rhythmusgitarre )  und  Bassist Justin Street etwas ruhiger sind und Joel die  " Action "  überlassen .  Das stampfende  " Fat City " ,  " Cradle To The Grave "  mit seinem treibenden ,  flotten Beat und der schnell Banger  " Hungry "  steigern die Energie auf 100 % .  Joel O `Keeffe rennt ,  springt über und von Podesten und spielt dabei wilde Soli .  Bierbecher werden ins Publikum geworfen  -  die Fangquote ist allerdings zunächst nicht sehr hoch . 



" Back In The Game "  als musikalisches Symbol für die Rückkehr der Band hat dann mehr  Hymnencharakter bevor mit  " Raise The Flag "   wieder ein wild rockendes Stück mit treibendem Beat von Schlagzeuger Ryan O `Keeffe von der Bühne gefeuert wird .  Das Publikum feiert enthusiastisch mit ,  es wird geklatscht ,  die  " Teufelshörner "  in die Höhe gestreckt und Köpfe geschüttelt .  Die Bierbecher - Fangquote "  von auf Schultern sitzenden Fans nimmt auch langsam zu und wird vom restlichen Publikum als auch Joel O´Keeffe frenetisch gefeiert .  " Cheap Wine & Cheaper Women "  groovt dann in bester ,  dreckiger AC / DC - Manier .  " Alive After Death "  mit Bass - Drum - Beat und Mitklatsch - Rhythmus sowie  " Diamond In The Rough "  bringt erneut die rohe Energie von Airbourne spürbar auf die Bühne .  Höhepunkt für die Fans dann auch der obligatorische Ritt von Gitarrist Joel O `Keeffe auf den Schultern eines Crew - Mitglieds durch das Publikum ,  hautnah ,  verschwitzt und mit am Kopf zertrümmerter Bierdose .  Näher kann man an seinem  " Idol "  nicht dran sein .  Witzig dann auch die Einlage von Joel als er bei einem Solo das Mikrofon zunächst unter die Achsel klemmt ,  wild drauf los spielt und später beim Herausnehmen das Mikro laut krachend 2 Meter entfernt auf den Boden wirft .  Das peinlich berührte Grinsen auf seinem Gesicht sagt eindeutig :  " kann passieren ,  schon irgendwie auch witzig aber das gibt Ärger mit den Technikern ! " . 





Mit  " Too Much ,  Too Young ,  Too Fast "  und  " Breakin `Outta Hell "  folgen dann zwei Klassiker mit Ohrwurmcharakter und bringen die Menschenmenge ,  in der auch ein  " Circle - Pit "  entsteht oder wild  " Crowdsurfing betrieben wird  ( mit sehr netten Securities vor der Bühne ,  die die Crowdsurfer  -  da waren schon auch große ,  schwere Menschen dabei  -  fürsorglich aufgenommen haben : RESPEKT !!! )  völlig zum Ausrasten .  " Live It Up "  mit seinem ebenfalls schnellen Rhythmus stellt dann nach 75 Minuten  ( etwas überraschend )  den Abschluss des regulären Sets da .  Das Publikum tobt und die Band verlässt die Bühne .  Da die Fans etwas unschlüssig sind ob es eine normale Unterbrechung zwischen den Songs ist  ( zuvor gab es immer einen kleinen Break zwischen den einzelnen Songs )  oder tatsächlich Zugabe gefordert werden muss / soll ist es im Schlachthof relativ ruhig ,  aber nach wenigen Minuten taucht Joel O `Keeffe oberhalb des Schlagzeugs auf der Empore auf und es geht mit  " Ready To Rock "  in die Verlängerung .  Die Rakete wird noch einmal gezündet und das Publikum geht steil .  "Running Wild "  mit lautstarkem mitsingen ,  Fäusten in der Luft ,  headbangenden Mensch , großartigem Gesang , unbändigem Beat ,  schwitzenden Menschen auf und vor der Bühne bildet dann nach 90 Minuten den krönenden Abschluss eines beeindruckenden Konzerterlebnisses mit zwei energiegeladenen Bands  -  richtig schön  " oldschool "  im aller besten Sinne !  Hätte gerne noch etwas länger gehen dürfen aber bei dem was auf der Bühne geleistet wurde auch verständlich hier Schluss zu machen !




 

 

 

 

 

 







Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen