Konzert-Kritik Airbourne + Asomvel 08.03.2026 , " Schlachthof " Wiesbaden
Schon um 19:15 Uhr ist der Wiesbadener Schlachthof an diesem Sonntag Abend extrem voll . Schließlich sind die Australier von Airbourne nach längerer Unterbrechung angekündigt und der Klub in der hessischen Landeshauptstadt deshalb seit Wochen ausverkauft . Pünktlich um 20:00 Uhr erlischt schließlich das Saallicht zum ersten Mal und die aus England stammende Band "Asomvel " um " Lemmy Kilmister lookalike " Sänger und Bassist Ralph Robinson , die Gitarristen Lenny Robinson und Stel Robinson sowie Schlagzeuger Ryan Thackwray betritt nach einem kurzen Intro , über die Boxen eingespielt , die großzügige Bühne mit riesigem Asomvel Backdrop und legt mit Vollgas los . Der Fuß wird dann bis zum Schluss auch nicht mehr vom Gaspedal genommen .
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Los geht es gleich mit dem Brecher " King Of The World " gefolgt von " nomen est omen " : " Louder & Louder " . Es wird über die Bühne gefegt , Ralph Robinsons Stimme ist noch rauer als auf Platte , schließlich sind die Jungs schon ein paar Wochen jeden Abend live mit Airbourne unterwegs und das merkt man dem Sänger an , die Gitarren jagen ein Solo nach dem anderen in die Menge und das Rhythmus - Duo Robinson / Thackwray treibt den Beat erbarmungslos nach vorne . Das könnten echt die jungen Motörhead sein , die ihren dreckigen und schnörkellosen Hard Rock einfach auf das Publikum abfeuern und die Menge mitreißen . Für einige im Publikum fast etwas viel , lange nicht mehr soviele große Augen und erstaunte Gesichter gesehen ( " die kannten die Band wohl noch nicht " ;-) ) aber die Band wird gebührend abgefeiert und kräftig mitgesungen . " Born To Rock `n `Roll " und " If It`s Too Loud , You` re Too Old " werden ohne Pause und große Ansagen in die Menge geschossen - hier soll die Spielzeit mit möglichst vielen Titeln gefüllt werden . Die Frage ob das Publikum etwas schnelleres hören will ist dann kaum zu glauben . " Wiiieee ? Noch schneller ? " Ja es geht ;-) " Your Worst Nightmare " , " Outside The Law" und " Set Your World On Fire " stellt dann die 80er Jahre Rock - Attitude klar in den Vordergrund : wild , laut , schnell und nicht gerade sehr angepasst . Die kraftvolle Dynamik von " Luck Is For Losers " und " Lone Wolf " hält das Energielevel weiter hoch , weiter viel Bewegung auf der Bühne und die Vocals werden regelrecht " rausgerotzt " - Lemmy hätte seine wahre Freude . Bassist und Sänger Ralph verschwindet auch mal vor die Bühne in den Fotograben und nimmt Kontakt mit den wild feiernden Fans auf , bevor er zurück auf der Bühne ein kleines Singspiel mit diesen anstimmt . Mit " Take You To Hell " und " Light ´Em Up " ist der Climax erreicht und " The Nightmare Ain`t Over " bildet den würdigen Abschluss eines schweißtreibenden Konzertes ohne Verschnaufpause . "Well done , boys " - die Meute vor der Bühne ist zufrieden und für den Headliner kräftig angeheizt ... mal sehen ob Airbourne das Energie - Level halten kann ?
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" Back In The Game " als musikalisches Symbol für die Rückkehr der Band hat dann mehr Hymnencharakter bevor mit " Raise The Flag " wieder ein wild rockendes Stück mit treibendem Beat von Schlagzeuger Ryan O `Keeffe von der Bühne gefeuert wird . Das Publikum feiert enthusiastisch mit , es wird geklatscht , die " Teufelshörner " in die Höhe gestreckt und Köpfe geschüttelt . Die Bierbecher - Fangquote " von auf Schultern sitzenden Fans nimmt auch langsam zu und wird vom restlichen Publikum als auch Joel O´Keeffe frenetisch gefeiert . " Cheap Wine & Cheaper Women " groovt dann in bester , dreckiger AC / DC - Manier . " Alive After Death " mit Bass - Drum - Beat und Mitklatsch - Rhythmus sowie " Diamond In The Rough " bringt erneut die rohe Energie von Airbourne spürbar auf die Bühne . Höhepunkt für die Fans dann auch der obligatorische Ritt von Gitarrist Joel O `Keeffe auf den Schultern eines Crew - Mitglieds durch das Publikum , hautnah , verschwitzt und mit am Kopf zertrümmerter Bierdose . Näher kann man an seinem " Idol " nicht dran sein . Witzig dann auch die Einlage von Joel als er bei einem Solo das Mikrofon zunächst unter die Achsel klemmt , wild drauf los spielt und später beim Herausnehmen das Mikro laut krachend 2 Meter entfernt auf den Boden wirft . Das peinlich berührte Grinsen auf seinem Gesicht sagt eindeutig : " kann passieren , schon irgendwie auch witzig aber das gibt Ärger mit den Technikern ! " .
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Mit " Too Much , Too Young , Too Fast " und " Breakin `Outta Hell " folgen dann zwei Klassiker mit Ohrwurmcharakter und bringen die Menschenmenge , in der auch ein " Circle - Pit " entsteht oder wild " Crowdsurfing betrieben wird ( mit sehr netten Securities vor der Bühne , die die Crowdsurfer - da waren schon auch große , schwere Menschen dabei - fürsorglich aufgenommen haben : RESPEKT !!! ) völlig zum Ausrasten . " Live It Up " mit seinem ebenfalls schnellen Rhythmus stellt dann nach 75 Minuten ( etwas überraschend ) den Abschluss des regulären Sets da . Das Publikum tobt und die Band verlässt die Bühne . Da die Fans etwas unschlüssig sind ob es eine normale Unterbrechung zwischen den Songs ist ( zuvor gab es immer einen kleinen Break zwischen den einzelnen Songs ) oder tatsächlich Zugabe gefordert werden muss / soll ist es im Schlachthof relativ ruhig , aber nach wenigen Minuten taucht Joel O `Keeffe oberhalb des Schlagzeugs auf der Empore auf und es geht mit " Ready To Rock " in die Verlängerung . Die Rakete wird noch einmal gezündet und das Publikum geht steil . "Running Wild " mit lautstarkem mitsingen , Fäusten in der Luft , headbangenden Mensch , großartigem Gesang , unbändigem Beat , schwitzenden Menschen auf und vor der Bühne bildet dann nach 90 Minuten den krönenden Abschluss eines beeindruckenden Konzerterlebnisses mit zwei energiegeladenen Bands - richtig schön " oldschool " im aller besten Sinne ! Hätte gerne noch etwas länger gehen dürfen aber bei dem was auf der Bühne geleistet wurde auch verständlich hier Schluss zu machen !
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