Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Sonntag, 14. Februar 2021

Champlin Williams Friestedt " CWF 2 "

CD-Kritik Champlin Williams Friestedt  " CWF 2 ",  Black Lodge Records      

Welche Art von Musik kann man wohl erwarten wenn sich die Musiker von Bands wie Chicago und Toto zu einem musikalischen Projekt zusammen finden?  Genau:  Musik in der Schnittmenge der oben genannten Bands in hervorragender Qualität! Frisch gespielter AOR mit kleinen Souleinsprengseln in Melodien oder Instrumentierung - da gibt es auch mal eine " Stevie Wonde r"  Mundharmonika. Die gemeinten 3 Musiker von CWF sind niemand geringeres als Sänger Joseph Williams ( Toto ), Keyboarder/ Gitarrist/ Sänger Bill Champlin ( Chicago ) und der schwedische Gitarrist Peter Friestedt. 

" Runaway Dancer "  mit u.a. Lars Säfsund am Gesang startet  " CWF 2 "  stark und rockig,  bevor  " 10 Miles "  Toto in Reinkultur darstellt.  " Love In The World "  mit Leadgesang von Michael McDonald  ( Doobie Brothers ), wechselnden Stimmen,  Chorgesang,  Bläsern,  Mundharmonika und leichtem Soulfeeling lädt dann zum Tanzen ein. Wow,  was für ein Liebeslied!  " Amanda`s Disguise "  mit rockigem Chorus,  tollem Backgroundgesang,  Gitarre und ruhigerer Strophe sowie  " Between The Lines "  mit Bläsereinsätzen würden jeder neuen Chicago - Veröffentlichung gut zu Gesicht stehen.  Auch hier darf die Gitarre immer wieder Akzente setzen und der mehrstimmige Gesang lässt Gänsehautmomente aufkommen. " Look Away "  ( geschrieben von Diane Warren ) mit längerem Gitarrensolo inkl. Bläserbegleitung,  " All That I Want ",  das rockige  " Price Of Love "  von Tamara Champlin gesungen und schließlich das softere  " Sometimes You Win "  beschließen nach knapp  44 Minuten ein sehr angenehm zu hörendes Mainstream - Rock - Werk dreier " alter "  Hasen mit ganz viel Unterstützung vieler weiterer Musiker*innen - insgesamt  20! Tolles Spätwerk!

Freitag, 12. Februar 2021

Hanna/Lou " 7 Detektive "

 Comic-Kritik Hanna/Lou " 7 Detektive ",  Splitter      

Die Comic - Detektiv - Serie "  7 Detektive " von Autor Herik Hanna und Kolorist Lou,  gemeinsam mit den Zeichnern Guinebaud,  Motteler,  Sure,  Ceyles,  Labourot und Mara vereint 7 Ermittler*innen ( 6 Männer und 1 Frau ),  mit 7 in sich abgeschlossenen Fällen in eben 7 Bänden.  Ob " Hard Boiled ",  " Whodunit "  oder " Psychothriller "  -  alle Genres werden von Hanna in seinen Geschichten,  die alle in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelt sind,  bespielt.  In erdfarbene ( braun , grün , blau/grau  und rot ) Töne gehaltene Zeichnungen verleihen der jeweiligen Geschichte die dazu passende(n)  Atmosphäre(n).  Bisher sind die ersten 3 Bände erschienen - die Weiteren folgen im Laufe des Jahres 2021. 

1.  Miss Crumble - Das Gestiefelte Monster                                                                                                                                                                                                                                                                    2.  Richard Monroe -  Who Killed The Fantastic Mister Leeds                                                                                                                                                                                                                            3. Ernest Patisson - Das Spukschloss In Schottland                                                                                                                                                                                                                                                      4. Martin Bec - Fenster Zum Hof                                                                                                                                                                                                                                                                                            5. Frederick Abstraight - Eine Katze Im Sack                                                                                                                                                                                                                                                                6. John Eaton - Eaton In Love

Mittwoch, 10. Februar 2021

Communic " Hiding From The World "

 CD-Kritik Communic " Hiding From The World ",   AFM Records     

Die norwegische Band Communic veröffentlicht mir ihrer neuen,  sechsten CD  "Hiding From The World"  erneut ein äußerst starkes Album mit Stakkato - Riffs,  großartigen,  melancholischen Melodien und fantastischem Gesang.  Acht hymnenhafte Songs mit kraftvollen Gitarren und treibender Rhythmussektion verbreiten bei einer Gesamtspielzeit von 60 Minuten von der ersten bis zur letzten Minuten enorm viel Spaß.  Eric Mortensen am Bass,  Oddleif Stensland an der Gitarre und Gesang als auch Schlagzeuger Tor Atle Andersen lassen dabei kaum glauben,  dass es sich bei Communic um eine "nur" 3 - Mann - Combo handelt - was für eine "Power"!  Trash,  Epic,  Doom,  Progmetal,  Melancholie,  Nevermore,  Warrel Dane,  Eric Wagner (Trouble),  alles Namen und Beschreibungen die man im Kontext mit Communic findet. Tipp:  komplett,  oft und laut hören - macht Spaß!

Montag, 8. Februar 2021

Riverside

 Progressive Rock / Metal aus Polen  












Die 2001 als Nebenprojekt in Warschau,  Polen gegründete Band Riverside, die sich dem atmosphärischen, progressiven Rock verschrieben hat,  bestand zu deren Anfangszeit aus Sänger und Bassist Mariusz Duda,  Gitarrist Piotr Grudzinski, Schlagzeuger Piotr Kozieradzki und Keyboarder Jacek Melnicki.












Jacek Melnicki verließ jedoch 2003,  nach der ersten Demoaufnahme,  die Band bereits schon wieder und wurde vom heute noch aktiven Michal Lapaj ersetzt,  der zusätzlich zu den Keyboards auch noch die Theremine mit in den Klangkosmos der Band einbrachte.  Neustes festes Mitglied der Band (seit 2020) ist Gitarrist Maciej Meller, der den 2016 viel zu früh verstorbenen Piotr Grudzinski ersetzt und zuvor als Gastmusiker mit der Band live und im Studio gearbeitet 

hat.  7 Studio- und 2 Liveveröffentlichungen zählt die Band heute. Porcupine Tree oder Anathema werden gerne als Vergleich der Musik Riversides herangezogen. Atmosphärische,  oft mit langen Instrumentalteilen versehene  Musik, progressiv und dem Art Rock zugeordnet wird von den vier Polen geboten. Supportgigs für Devin Townsend oder Dream Theater zeugen von der Qualität der Band und ihrer Musik. Sie stellen heute die Speerspitze der extrem starken polnischen Progressive Rock Szene mit Bands wie u.a.  " Retrospective ",  " Art Of Illusion",  " Ayden ",  " Millenium " oder " Moonrise " dar und füllen inzwischen größere Konzert - Hallen in Europa und Nord - Amerika bzw. sind gern gesehene Gäste auf großen Festivalbühnen.












Mit " Lunatic Soul " startet Marius Duda 2008 neben Riverside ein eigenes Soloprojekt,  welches bis heute 6 CD`s veröffentlicht hat.  Darauf geht der Bassist und Sänger durchaus  experimentellere Wege als mit seiner Stammformation und integriert neben elektronischen Elementen auch gerne mal ein Orchester,  ein Saxophon oder eine Flöte in seine Kompositionen.  Er  improvisiert, widmet sich Ambient -  und Folkklängen und kombiniert das mit seiner sanften und oftmals melancholische Stimme,  die dabei immer wieder den Bezug und/oder Vergleich zu Riverside herstellt. Tolle Band,  tolles Soloprojekt - jede Menge großartige Musik - mal traurig, mal rockig und immer mit ganz viel "Gefühl"!

  

Samstag, 6. Februar 2021

Laila Biali " Laila Biali "

 CD-Kritik Laila Biali " Laila Biali ",   ACT  

Die kanadische Sängerin/Pianisten und Keyboarderin Laila Biali hat gemeinsam mit George Koller am Bass, Larnell Lewis am Schlagzeug sowie Schlagzeuger und Percussionist Ben Wittman im Jahr 2018 ein tolles, eingängiges und abwechslungsreiches Album veröffentlicht. Mit Hilfe der Gäste Ambrose Akinmusire (Trompete), Mike Maher (Trompete), Sam Yahel (Orgel), Glenn Patscha (Orgel und Keyboards) sowie Lisa Fischer, Jo Lawry und Carlos Ricketts (alle Gesang) sind so 12 Songs entstanden, die mit ihren Pop -  und Jazz - Einflüssen immer wieder auch an die frühen Aufnahmen von "Sade" aus den 80er Jahren erinnern. 

Treibende Rhythmen wie beim Opener "Got To Love" ( "wenn der Song nichts für die Tanzfläche ist weiß ich auch nicht" ) wechseln sich mit latainamerikanischen "Beats"  und Trompetenklängen ( bei z.B. "We Go" ) ab und lassen gleich zum ersten Mal Erinnerungen an Sade wach werden ( "allerdings  etwas wilder" ). Mit "Satellite", Piano,  Bass,  Schlagzeug und Gesang,  wird es dann etwas ruhiger und betont die wunderbare Stimme von Laila Biali. "Yellow" ( geschrieben von Coldplay ), noch reduzierter zu Beginn nur mit Piano,  ist ein intensives Liebeslied,  welches sich von der instrumentalen Begleitung bis zum Schluss langsam steigert,  um dann wieder ruhig zu enden. "Refugee" ( dramatisch und rhythmisch abwechslungsreich mit tollem Trompetensolo), "Dolores Angel" (Ballade mit Orgel,  die auch von Shania Twain stammen könnte) und "Queen Of Hearts" ( wieder mit dezentem latainamerikanischen Rhythmuseinfluss) folgen. "Serenbe" ( jazzig ),  "Code Breaking" ( mit zum Teil Sprechgesang ),  die Randy Newman - Komposition "I Think It`s Going To Rain Today" mit reiner Pianobegleitung,  "Wind" ( Jazz)  und "Let`s Dance"  von David Bowie beschließen schließlich diese tollen knapp 55 Minuten Musik. 

Donnerstag, 4. Februar 2021

Wolfram Knauer " > Play Yourself, Man! < "

Buch-Kritik Wolfram Knauer " > Play Yourself, Man! < : Die Geschichte Des Jazz In Deutschland ",   Reclam  

Der Direktor des Jazzinstituts in Darmstadt, Wolfram Knauer, hat sich in seiner " (Die) Geschichte Des Jazz In Deutschland " auf den Weg gemacht eben diese, seit den Anfängen im Berlin der 20er Jahre, darzustellen und die Weiterentwicklung des Jazz in Deutschland bis zum heutigen Tag aufzuzeigen.  

In 11 Kapiteln mit den Überschriften " Spirituals Im Kaiserreich ",  " Das Jazz - Age In Der Weimarer Republik ",  " Jazzdämmerung ",  " Die Stunde Null - Aufbruch Und Neuorganisation ",  " Learning By Doing ",  " Albert Mangelsdorff ",  " Der Bundesdeutsche Jazz Spielt Sich Frei ",  " Jazz In Der DDR I: Bis Zum Mauerbau ",  " Jazz In Der DDR II: Neue Freiheit Hinter Mauern ",  " Emanzipation Erreicht: Was Nun? " und  " Auf Ins 21. Jahrhundert " wird auf knapp 500 Seiten mit 60 Bildern, im jeweiligen Kontext der Zeitgeschichte, die Szene(n), Gruppierungen und Protagonisten beschrieben. Selbstredend kommen bei einem 500 Seiten starken Buch jede Menge Namen von Musiker*innen vor, wer sich diese aber wie ich nicht merken kann braucht keine Angst davor zu haben. Das Buch will vielmehr ein Gefühl und Verständnis davon entwickeln wer wann vielleicht auch von wem beeinflusst wurde und wie verwoben das ganze Konstrukt Jazz in Deutschland war und ist. Einflüsse, Aneignung, Beeinflussung, Veränderung - das Jazz - Credo "Spiel Dich Selbst!" gilt ganz besonders auch für die Jazzmusik(er*innen) in Deutschland. Musik ist immer auch ein Spiegel seiner Zeit und der jeweiligen (persönlichen) Umstände. Dies vermittelt Wolfram Knauers Buch sehr anschaulich und eindrucksvoll. Ein wirklich tolles " Sach- und Geschichtsbuch " für Musik - und ganz besonders Jazzfreund*innen.

Dienstag, 2. Februar 2021

Sabu " Heartbreak "

 CD-Kritik Sabu " Heartbreak ",  Rock Candy  

Mit 8 regulären und 9 Bonus Tracks bietet uns Sänger und Gitarrist Paul Sabu auf dieser ursprünglich aus dem Jahr 1985 stammenden und nun 2020 bei Rock Candy wieder veröffentlichten CD "Heartbreak" eben insgesamt 17 Songs aus dem AOR/ Hard Rock Genre. Verblüffend wie ähnlich die Stimme Sabus der von Sammy Hagar ( "I Can`t Drive 55",  ex - Van Halen )  ist.  Und hier passt auch der musikalische Vergleich,  ergänzt mit ein wenig Night Ranger und Loverboy.

Das Sabu gleichzeitig auch noch ein toller Gitarrist und Komponist ( ebenso wie Sammy Hagar ) ist,   kann Jede/r in diesen stets rockigen und eingängigen 17 Songs erleben. Unterstützt wird er dabei von Dan Ellis an den Keyboards, Schlagzeuger Charles F. Esposito und Bassist Rick Bozzo,  die auch alle den Backgroundgesang übernehmen. Wenn in "New Girl In Town"  ein bisschen "All Night Long"  von Rainbow durchschimmert - ein Schuft wer Böses dabei denkt. Auch eine Band wie Y & T  lässt sich in den Songs erkennen - das Ganze ist aber mehr als Orientierungshilfe denn als Kopiervorwurf gedacht - dafür ist die Musik schon eigen und zu gut! Eben Hard Rock der Mitte 80er Jahre und bei den Bonus Tracks teilweise auch recht "hart" ( siehe "Countdown To Love"  und  "Down The Drain" ).  Eigentlich schade das Paul Sabu heute nur noch (wie damals auch schon)  als Produzent arbeitet und keine "eigenen"  Stücke mehr schreibt und aufnimmt. Die Bands mit denen er in der Vergangenheit gearbeitet hat liest sich schließlich wie das "who is who" der Pop - und Rockmusik mit Künstlern/Bands wie Heart,  Alice Cooper,  Kim Carnes,  Glass Tiger,  Shania Twain oder David Bowie.