Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Donnerstag, 29. April 2021

WDR Big Band " Newton`s Cradle "

 CD-Kritik WDR Big Band  " Newton`s Cradle ",  Big Band Records    

Im Jahr 2014,  dann 2019 auf CD veröffentlicht,  nimmt die WDR Big Band das mit dem deutschen Jazzpreis für Komposition ( für Christina Fuchs )  ausgezeichnete Stück  " Newton´s Cradle "  plus weiterer 5 Komposition der in München geborenen und in Freiburg lebenden Saxophonistin/ Klarinettistin live auf.  Im Klangkörper der Bigband werden dabei 6 Stücke  " inspiriert von physikalischen Impulsen und Gesetzmäßigkeiten"  mit einer großen Anzahl an solistischen Auftritten von Posaune, Saxophon und Trompete geboten und der für den Jazz typischen Improvisation freien Lauf gelassen. Für manche sicherlich zu verrückt und durcheinander,  für Andere genau das wie Jazzmusik live gespielt werden muss und zu klingen hat.  Die Reaktionen des Publikums in Gütersloh sprechen zumindest Bände,  denn es ist hörbar begeistert.  54 Minuten tolle Musik für Jazzfreund*innen.

Dienstag, 27. April 2021

Daniel Parlegreco " Draft Guide "

Daniel Parlegreco  " DTP`s 2021 Draft Guide "  

Wenn  Donnerstag - Nacht  auf  Freitag -  Früh  um 2:00 Uhr in Amerika die NFL - Draft startet  ( die Auswahl der besten College - Football - Spieler durch die 32 NFL - Teams - Live auf Pro7 Maxx )  und man versuchen möchte ein kleines bisschen den Überblick zu behalten ,  gibt es eine Reihe von meist amerikanischen Publikationen,  die den Football - Fan dabei unterstützen (können).  So bietet z.B. Daniel Parlegreco in seinem Din - A 4 großen Buch eine Einschätzung von über 300 Spielern der unterschiedlichsten Positionen von Angriff bis Abwehr.  In englischer Sprache,  zum Teil mit Fachbegriffen, ist zwar nicht immer alles so einfach zu verstehen - für den  "nerdigen"  Spaß langt es aber allemal.  Entgegen einiger Magazinpublikationen gibt es hier leider keine Bilder der Spieler zu finden,  dafür aber zum Teil eine persönlichere Einschätzung des Autors zu den einzelnen Spielern, die vom  "Üblichen"  abweichen, aber so  eben das besondere der Draft ( die Ungewissheit und das schauen in die Kristallkugel bei der Auswahl) verdeutlichen. Wo sind die versteckten und unerwarteten Superstars der nächsten Jahre - die "Sleeper"?  Wo ist der Bedarf des jeweiligen Teams?  Was denken und sehen die Entscheider im jeweiligen Spieler?  Viel Spaß beim                    " Mitentscheiden " ,  Spekulieren und manchmal sicherlich auch Wundern!

Sonntag, 25. April 2021

Racing Cars

 Großbritannien 1973 - 1978      

" Racing Cars "  ist eine aus  " Rhondda Valleys "  in Wales stammende Formation,  die 1973 gegründet wurde und  insgesamt 3 Schallplatten auf dem Chrysalis - Label veröffentlicht hat.  Los ging es 1976 mit  " Downtown Tonight ",  auf der sich auch die einzige Hitsingle der Band  " They Shoot Horses, Don`t  They ? "  befindet.  Sänger  und Gitarrist Gareth " Morty " Mortimer,  Gitarrist Graham Williams,  Bassist David Land und Schlagzeuger Robert Wilding haben dabei bis 1978 mit weiteren Gitarristen wie Ray Ennis oder Keyboardern wie  Simon Davies oder Paul Saurin drei abwechslungsreiche Platten mit Anleihen im Rock`n`Roll,  Boogie,  Soul und Funk,  Honkey Tonk sowie in den ruhigeren Stücken  im Country und Folk Bereich aufgenommen.  Dabei wissen gerade die  















flotteren Nummern zu gefallen und erinnern bei  " When I`m Walking Home "  an  " I Can`t Stand The Rain "  von  Ann Peebles/ Tina Turner,   " Dancing Island " an  " Dreadlock Holliday " von 10CC  oder  " Calling The Tune "  an  " Chain Of Fools "  von Aretha Franklin.  Die Band,  die in ihren Anfangszeiten auch als Vorgruppe für Bad Company unterwegs war,  erinnert ebenfalls in den ruhigeren Stücken an den frühen Rod Stewart oder in etwas flotteren an die aktuellen Thunder,  bei deren  ruhigeren Stücken.  In den darauf folgenden Jahren  ( bis zu ihrer Trennung Ende der 70er Jahre )  veröffentlichte die Band mit  " Weekend Rendezvouz ",  eine wesentlich flottere und mit " Bring On the Night "  eine mit Boogie,  Reggae,  Streichern und Saxophon versehene Platte.  Eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Qualitätssteigerung ist dabei zu erkenne und macht es umso trauriger, dass die Band ( obwohl die Musiker später nochmals als Racing Cars zusammen gespielt haben ) den in Großbritannien aufkommenden Punk Ende der 70er Jahre nicht überstanden haben.















Mit  " BBC in Concert "  gibt es zusätzlich die Möglichkeit sich einen Eindruck der Livequalitäten der Band zu verschaffen.  Eine der Lieblingsbands des bekannten  BBC Radio DJ`s  John Peel  ( er galt bis zu seinem Tod 2004 als einer der einflussreichsten Experten der Popmusik )  zeigt hier ihre Stärken  - einen Klang und Stücke die mehr nach Amerika als England bzw. Wales klingen und für Begeisterung beim Publikum sorgen. Antesten  - es lohnt sich !!!

Freitag, 23. April 2021

Angelika Felenda " Der Eiserne Sommer "

Buch - Kritik Angelika Felenda  " Der Eiserne Sommer ",  Suhrkamp   

Mit  " Der Eiserne Sommer " legt die in München lebende Schriftstellerin Angelika Felenda den ersten Teil ihrer ebenso in München spielenden  " Kommissar Reitmeyer " Serie vor.  Diese erste Geschichte spielt dabei im Jahres 1914,  d.h. im Jahr des Ausbruchs des 1. Weltkrieges.  Es herrschen unruhige Zeiten, denn nicht nur der Krieg droht, auch Angehörige des Militärs sind in  " unsittliche " Vorgänge verwickelt die partout nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen. Vertuschung,  Morde,  Lügen - Befehle von Oben und unangreifbares Militär -  aber auch Freund- und alte Bekanntschaften zu, zum Teil in die Fälle involvierten, Personen machen es fasst unmöglich für Reitmeyer und sein Team die Tode mehrerer Personen aufzuklären.  Erpressungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die unklare politische Lage und der Umgang damit. Eine spannend geschriebene Geschichte die die Atmosphäre der 10er Jahre des letzten Jahrhunderts behutsam mit einspinnt. Alles ein bisschen langsamer für den/die einfache/n Bürger*in als in heutigen Krimis - hier fährt der Kommissar noch mit dem Fahrrad -  und die Wohnbedingungen sind entgegen heutiger Verhältnisse auch eher bescheiden. Auf der anderen Seite dann aber auch ausschweifendes Leben und Arroganz der " Obrigkeit " - ein explosives Gemisch für alle Seiten.  Ein toll geschriebenes, nie langweilig werdendes und gut zu lesendes Buch - freue mich schon auf den 2. Teil,  der dann nach dem 1. Weltkrieg, mit all` seinen Spätfolgen, spielt.

Mittwoch, 21. April 2021

Tingvall Trio " Vattensaga "

 LP-Kritik Tingvall Trio  " Vattensaga ",  Skip Records    

Die Veröffentlichung der LP  " Vattensaga " des schwedisch/ kubanisch/ deutschen Tingvall Trios aus dem Jahr 2010 ( aufgenommen im April 2009 )  zeugt einmal mehr,  wenn auch etwas ruhiger als bei anderen Veröffentlichungen, vom großen musikalischen Können der drei Protagonisten Tingvall/  Calvo/  Spiegel.  " Vag In " beginnt sehr ruhig mit Klavier und besengespieltem Schlagzeug und wird vom etwas flotteren  " Vattensaga "  als auch  " Valsang "  abgelöst.        " Tveklöst ",  " Hajskraj ",  " Makuschla ",  " Rödbla ",  " Suite Kuhla "  folgen im Anschluss - gerne auch mal etwas flotter oder mit ungewöhnlichen Arrangements, Instrumenten -  und Melodiekombinationen,  bevor  " Under Ytan "  schließlich die Schallplatte, mit einer Gesamtspielzeit von knapp 42 Minuten,  beschließt.  Auf der Gleichnamigen CD finden sich mit  " Pinocchio ",  " Flaskpost "  und  " Vag Ut "  noch 3 zusätzliche Titel  - Klang , Haptik und Atmosphäre auf der LP sind aber  einfach dem Genre entsprechend passender.

Montag, 19. April 2021

Jerry Lewis " Hallo Page "

 Film-Kritik Jerry Lewis  " Hallo Page ",  Paramount   

Der amerikanische Komiker und Schauspieler Jerry Lewis als  "tollpatschiger Hotelpage "  in einem Film aus dem Jahre 1961.  Regiedebut von Jerry Lewis mit den weiteren Schauspieler*innen  Bill Richmond,  Alex Gerry,  Bob Clayton  und  Sonnie Sands.  69 Minuten.

Samstag, 17. April 2021

The Dead Daisies " Holy Ground "

 CD-Kritik The Dead Daisies  " Holy Ground ",  SPV / Steamhammer       

Nach dem Ausstieg von Bassist Marco Mendoza und Sänger John Corabi im Jahr 2019 erscheint mit   " Holy Ground "  nun die erste Veröffentlichung mit dem neuen Bassisten und Sänger Glenn Hughes. Der alte Haudegen,  ehemaliger Sänger und Bassist von u.a. Trapeze/  Deep Purple und Black Country Communion,  hat in Personalunion Bass und Gesang übernommen und liefert mit seinen Bandkollegen Doug Aldrich und Bandgründer David Lowy an den Gitarren sowie Schlagzeuger Deen Castronovo ( ex - Journey )  ein gut abgehangenes und starkes Hard Rock Album ab.  Hughes singt dabei wie in seinen besten Tagen und bildet mit Schlagzeuger und Background - Sänger Castronovo ein  " tightes " und pulsierendes Rhythmusfundament,  auf dem sich die beiden Gitarristen,  speziell aber der großartige Doug Aldrich ( ex - Whitesnake,  ex - Dio,  Revolution Saints ) austoben können.  Mit den 11 Songs bei einer Spielzeit von 48 Minuten beweist die Truppe immer wieder ihr Können und  Flexibilität,  denn da kommt  gerne auch mal ein bisschen Blues,  Funk,  Streicher oder Chöre zu den großartigen Melodien  hinzu.  Die obligatorische Coverversion eines Klassikers,  hier  " 30 Days In The Hole " von " Humble Pie " darf natürlich auch nicht fehlen. 


Ein wirklich,  nach den Abgängen vielleicht nicht ganz erwartetes,  tolles Album wenn auch,  wie in einer anderen Kritik zu lesen,  ein bisschen der  " dreckige Rinnstein und die Gosse "  von früher fehlen.  Ob die Band ihre wahnsinnige Livepräsenz  mit Mendoza,  Corabi und Castronovo,  nachdem nach der Veröffentlichung noch hinzugekommenen Abgang von Deen Castronovo,  halten kann wird  sich nach dem Ende des Lockdowns bei den anstehenden Livekonzerten zeigen müssen.  Die passende Musik dafür haben die  " Daisies " mit ihrem neuen Album dafür zumindest im Gepäck.