Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Freitag, 13. Oktober 2023

Lifesigns " Altitude "

CD-Kritik Lifesigns  " Altitude " ,  Lifesigns Music                        

Wenn Keyboarder und Sänger John Young ,  Bassist und Backgroundsänger Jon Poole ,  Gitarrist ,  Keyboarder und Backgroundsänger Dave Bainbridge sowie Schlagzeuger und Percussionist Zoltan Csörsz unterstützt von Lynsey Ward  ( Backgroundgesang ) ,  Peter Knight  ( Geige ) und Juliet Wolff  ( Cello ) ,  beide bei  " Altitude " ,   sowie Sir Robin Boult an der Gitarre bei  " Ivory Tower "  8 Songs mit einer Gesamtspielzeit von 55 Minuten kredenzen ,  ist hochklassiger Neo - Prog angesagt .  Los geht es gleich mit dem 15 : 17 Minuten langen Titelstück  " Altitude " .  Ruhiger Piano - Gesang Beginn mit dezenter Gitarre im Hintergrund .  Tempowechsel .  Ein Cello ist zu hören und melodischer ,  ausdrucksstarker Gesang wird von Bass und Schlagzeug begeleitet bevor die Gitarre die Führung übernimmt und Keyboard - Sounds einsetzen .  Ein  " Engels - Gleicher "  Frauengesang im Background  -  wohlklingender Neo - Prog in Reinkultur .  Ein wenig Bombast ,  dann wieder reduziert auf Gesang und Hintergrundmusik ,  wieder größer werdend bevor mit sphärischen Klängen von Keyboard und Violine das Stück ausklingt .  Song Nummer 2  " Gregarious "  spielt mit einem stringenten Takt von Bass und Schlagzeug ,  auf dem Piano / Keyboard und Gesang zunächst agieren ,  bevor wieder Rhythmuswechsel im Midtempobereich auftreten .  Melodisch ,  mit typischem Keyboardmelodien und Soloklängen ,  mehrstimmiger Backgroundgesang und eine starke Sologitarre .  Das ruhige und ein wenig an  " Tiger Moth Tales "  erinnernde  " Ivory Tower "  mit ganz starker Akustikgitarre ,  Piano -  und Keyboardklängen folgt im Anschluss .  Es klingt ein bisschen wie eine Spieluhr und ab ca. 4 : 30  nimmt Tempo und Intensität zu .  Starker Bass und solider ,  starker Schlagzeugbeat .  Ein wenig  " Fish "  kann man hier auch heraus hören .  Das ebenfalls über 7 Minuten lange  " Shore Line " ,  welches an Kansas  (  " Point Of Know Return " )  mit einem nach Geige klingenden Keyboard erinnert ,  schließt sich an .  Prägnanter Bass und Schlagzeug ,  der Gesang kommt hinzu bevor sich der Chorus in reduziertem Tempo zurück nimmt .  Sologitarre ,  Tempowechsel zu treibendem Beat mit dominantem Keyboard  -  Bass und Schlagzeug machen richtig  " Dampf " und der Abschluss endet rein musikalisch ohne Gesang .  " Fortitude "  steigt direkt mit Gesang ein und der Bass spielt die Gesangsmelodie zum Teil mit .  Es groovt inklusive Keyboardmelodie und typisch vertrackte Taktfolgen sind zu hören .  Der Chorgesang ist teilweise spannend zum Leadgesang versetzt und insgesamt auf hochklassigem Niveau .  Das Ende des Stückes ist wieder bombastisch mit wummerndem Bass und dominatem Keyboard .  Nach dem kurzen Intro  " Arkhangelsk "  folgen knapp 2 Minuten reines Piano mit Gesang und Keyboardsound bevor  " Last One Home " sich mit einsetzendem Bass und Schlagzeug ,  sowie Pink Floyd mäßiger Gitarre einem ebenfalls bombastischen Ende mit Gesang endgegen bewegt .  Die  " Altitude Reprise "  mit Gesang und elektronischen Beats sowie Keyboard beschließt schließlich ein großartiges ,  beeindruckendes und abwechslungsreiches Album mit fantastischem Gesang und ganz viel Atmosphäre .  54 : 22 Minuten großartiger Neo - Prog !

Mittwoch, 11. Oktober 2023

Café del Mundo

Flamenco - Gitarrenklänge aus Buchen im Dreiländereck Hessen / Franken / Baden   

Bei einem Flamenco - Gitarren - Workshop im Rahmen der Buchener Gitarrentage 2007 kennen gelernt ,  haben sich die beiden Gitarristen Jan Pascal und Alexander Kilian ,  die im  " Dreiländereck "  von Franken / Hessen und Baden beheimatet sind ,  dazu entschlossen ,  seit diesem Treffen als  " Café del Mundo "  gemeinsam ,  in einer Art  " Cross - Over "  Projekt ,  die klassische Flamenco - Musik mit der modernen Popwelt zu verschmelzen und so Klassiker der Stilrichtung eines Paco de Lucia ,  Al Di Meola ,  Astor Piazzolla oder Manuel de Falla mit klassischen Komponisten wie Franz Schubert und  J. S. Bach sowie  "modernen "  Künstlern und Gruppen wie U 2 ,  Coldplay ,  Michael Jackson oder Simon & Garfunkel zusammen zu führen .  Nur mit zwei Flamenco - Gitarren bestückt gelingt es den beiden hochklassigen Gitarristen  ( Alex Kilian besitzt ein Diplom im Fach Jazz - Gitarre und hat Meisterkurse bei Cortes ,  Tokos und Irmai besucht ,  Jan Pascal hat ebenso Flamenco - Gitarre bei Rafael Cortes und Mariano Martin erlernt )  sowohl mit ganz viel Gefühl als auch wilden Gitarrenläufen und  " fliegenden "   Fingern die ihnen liebgewonnene Musik in ihrem eigenen Stil zu  " gitarrisieren " . 

Dabei ergänzt sich der 1975 in Würzburg geborene Jan Pascal mit dem 1987 in Bad Mergentheim geborenen Alexander Kilian hervorragend und sie bringen ihre unterschiedlichen Charaktere und Temperamente sowohl in Auswahl als auch Interpretation und Vortrag der Stücke individuell ein und ergänzen sich harmonisch .  Inzwischen spielen die Beiden über 120 Konzerte im Jahr  -  Auftritte in England ,  Italien ,  Deutschland ,  Frankreich ,  Tschechien ,  Österreich ,  Polen oder der Schweiz wechseln sich dabei regelmäßig ab .  Mit inzwischen 13 Veröffentlichungen  ( davon zwei in den Abbey Road Studios in London aufgenommen )  bieten die Beiden ein reichhaltiges Angebot ihrer Musik auch im heimischen Wohnzimmer zu lauschen .   Entgegen anderen Künstler*innen haben sich die Beiden mit der Mundo - App 2021 auch ,  aufgrund der schlechten Bezahlung von klassischen Streaming - Diensten ,  losgesagt und vertreiben seitdem ihre Musik künstlergerecht selbst .



Montag, 9. Oktober 2023

Olaf Müller " Asche Im Venn "

Buch-Kritik Olaf Müller  " Asche Im Venn " ,  gmeiner        

Wer Lust auf einen im Stil eines Fernsehkrimis schnell geschriebenen und nur mit kurzen Ortsbeschreibungen versehenen Kriminalfalls aus dem Dreiländereck Deutschland / Belgien / Niederlande hat ,  ist beim neusten Buch des in Düren geborenen und heute in Aachen als Kulturbereichsleiter arbeitenden Olaf Müller an der richtigen Stelle .  Innerhalb kürzester zeit kommen in Aachen und im Kalltal  ( Eifel )  zwei Menschen ums Leben .  Ob diese beiden Mordfälle etwas gemeinsam haben ?  Schließlich handelt es sich um einen alten Rechtsanwalt der gehobenen Gesellschaft auf der einen und einen Zeitungsfotografen auf der anderen Seite .  Kommissar Fett und seine Kollegin Conti ermitteln und benötigen bald die Hilfe befreundeter Kolleg*inne  aus Bewlgien und den Niederlanden .  Befragungen in Ostende ,  ein Mafioso der `Ndrangheta in Aachen ,  neidische Kollegen anderer Abteilungen und Vorgesetzte die Druck ausüben machen es den Beiden nicht gerade einfach die Fälle zu lösen .  Was hat ein Waisenhaus in Belgien mit allem zu tun und warum kommt es zu Selbstmorden in Lüttich und Rücktritten von Politikern in Maastricht ?  Ein klassischer Krimistoff mit schnell wechselnden Schauplätzen und einem sehr  "grummeligen "  Kommissar ,  der Coronamaßnahmen ,  Konformität ,  das Gendern und fehlende Handlungskompetenz der Politik stets anprangert ,  Katastrophenschutzkritik in Zeiten der Ahrtalkatastrophe inklusive .  Viele Themen in einen  " schnellen "  Krimi verpackt ,  mit einer schlüssigen und interessanten Aufklärung der Hintergründe . 

Samstag, 7. Oktober 2023

Pride Of Lions " Dream Higher "

 CD-Kritik Pride Of Lions  " Dream Higher " ,  Frontiers                        

Keyboarder , Gitarrist , Sänger und Komponist Jim Peterik  ( u.a. Survivor )  macht wieder einmal unter dem Banner  " Pride Of Lions "   gemeinsame Sache mit Ausnahmesänger Toby Hitchcock .  10 Songs bei einer Gesamtspielzeit von 44 Minuten werden uns dabei auf dem 7. Album der Beiden in 20 Jahren ,  in gewohnt gutklassiger AOR - Tradition ,  geboten .  Nicht mehr ganz so rockig wie zu guten alten Survivor oder  den Anfangszeiten von Pride Of Lions aber mit viel Pathos ,  zweistimmigem Gesang ,  mächtig viel Keyboards ,  so ist mit Christian Cullen ein zweiter Keyboarder mit an Bord ,  werden die Melodien wieder einmal ,  wie man es von Peterik kennt ,  groß geschrieben .  Unterstützt von Schlagzeuger Ed Breckenfeld ,  Gitarrist Mike Aquino und Bassist Bob Lizik gibt es neben den Rocksongs  " Blind To Reason "  oder  " Renegade Heart "  auch reichlich Balladen und ruhigere Songs wie  " Dream Higher " ,  " My Destiny "  oder  "Somebody To Love "  .  " Driving And Dreaming "  und  " Through It All "  lassen dann die Musik der 80er Jahre wieder aufleben ,  bevor  " Everything To Live For "  und  " Generational "  dieses gute Stück  " Adult Oriented Rock "  mit seinem kraftvollen ,  hochklassigen Gesang und den Ohren schmeichelnden Melodien beschließen .  

Donnerstag, 5. Oktober 2023

H. E. A. T.

Großartige Rockmusik zwischen Hard Rock und Heavy Metal  

Mit der in Upplands Väsby vom finnischen Sänger Kenny Leckremo sowie den Schweden  Eric Rivers  ( Gitarre ) ,  Jimmy Jay  ( Bass ) ,  Jona Tee  ( Keyboard )  und Schlagzeuger Don Crash gegründeten Band machte sich im Jahr 2007 eine weitere hoffnungsvolle Band auf den Weg ,  das musikalische Füllhorn an großartigen  Bands im melodischen Rockbereich aus Schweden zu ergänzen .  Bereits 2008 veröffentlichte die Band ihr gleichnamiges Debut - Album ,  nachdem sie bereits im Gründungsjahr als Vorgruppe mit Toto auf Tour war .  Ein Auftritt auf dem großen Rockmusikfestival  " Sweden Rock "  und eine weitere Tour im Vorprogramm von Alice Cooper 2008 folgten .  2009 noch als Vorgruppe von Edguy unterwegs ging es anschließend ins Studio um Album Nr 2  "Freedom Rock "  aufzunehmen .  Allerdings trennte sich die Gruppe im Anschluss von ihrem Sänger und der  " Swedish - Idol - Sieger "  Eric Grönwall stieg in die Band ein .  2012 folgte  " Address The Nation "  und  H.E.A.T.  waren 2013  Teilnehmer beim HiRock - Festival auf der Loreley mit Bands wie Toto ,  FM ,  Survivor,  Journey ,  Whitesnake ,  Europe und vielen mehr .  " Tearing Down The Walls "  ( 2014 ) ,  " Into The Great Unknown "  und  " H.E.A.T. II "  ( 2020 )  folgten ,  bevor Sänger Eric Grönwall die Band wieder verlies  ( singt heute bei den Amerikanern Skid Row )  .  Gründungsmitglied  Kenny Leckremo kehrte zur Band zurück und veröffentlichte 2022  " Force Majeure "  sowie zur aktuellen Tour ,  gemeinsam mit den schwedischen Kollegen von Eclipse ,  das Album  " Extra Force"  mit neu eingespielten Songs sowie Liveaufnahmen  ,  welche die große Stärke der Band  -  die kraftvollen Liveauftritte  -  herrlich verdeutlichen . 

Dienstag, 3. Oktober 2023

Red Sand 29.09.2023

Konzert-Kritik Red Sand + Retrospective 29.09.2023 ,  " Das Rind "  Rüsselsheim   

                                                                                              


Freitag der 29. 09. 2023 .  Nach 3 1/2 Jahren  " Verspätung "  war es endlich soweit .  Die kanadische Neo - Prog - Band Red Sand aus Quebec besuchte den Prog - Rock - Liveclub im Rhein - Main - Gebiet ,  nach dem ursprünglich für März 2020 geplanten Gig  der bekanntlich aufgrund einer  " kleinen "  Pandemie dann doch nicht stattfinden konnte .  Waren 2020 ursprünglich die polnischen Progger von Moonrise vorgesehen ,  übernahmen als Co - Headliner jetzt die ebenfalls aus Polen stammenden Retrospective um Sänger Jakup Roszak ,  den beiden Gitarristen Maciej Klimek und Darek Kazmierczak ,  Bassist Lukasz Marszalek , Keyboarderin und Sängerin Beata Lagoda , Backgroundsängerin Magda Perszewska sowie Schlagzeuger Robert Kusik den Eröffnungs - Slot vor  knapp 80 erwartungsvollen und gut gelaunten Musikbegeisterten aus unterschiedlichen Nationen . 




Als pünktlich um 20:00 Uhr zum ersten Mal das Licht im Rind erlischt stehen eben diese Retrospective , gute alte Bekannte im Rind ,  auf der in stimmungsvolles Licht getauchten Bühne und der Schwerpunkt der Musik der Band aus Leszno liegt an diesem Abend auf den insgesamt sieben neuen Stücken ihres 2022 erschienenen Konzeptalbums  " iNtrovErt " .  Neu dabei die zweite Sängerin Magda Perszewska die für zwei -  bzw. dreistimmigen Gesang sorgt ,  der verstärkte Gesangseinsatz von Keyboarderin Beata Lagoda , oft auch im Duett mit Jakub Roszak wodurch eine noch atmosphärischere Musik und Stimmung erzeugt und dem Klangkosmos von Retrospective eine weitere , starke  Komponente hinzufügt .  Sänger Jakub Roszak singt ausdrucksstark und tanzt dabei immer wieder in seiner bekannten ,  sehr beweglichen und in sich gekehrten Art und lebt dabei die Musik ,  Gitarrist Maciej Klimek zaubert traumhafte Soli und die Rhythmusfraktion funktioniert als starke Einheit . " Log Out " ,  " New Perspective " ,  " Invincible Man " ,  " Intoxicated Generation " ,  " Away " ,  " Self Control " ,  " Right Way " ,  " The Seed Has Been Sown " ,  " Programmed Fear " ,  " What Will Be Next "  und als Zugabe  " Loneliness "  beschließen einen großartigen 80 minütigen ersten Konzertteil ,  der vom Publikum begeistert und mit großem Applaus gewürdigt wird .




Nach einer kurzen 15minütigen Umbaupause betreten schließlich die Kanadier von Red Sand die Bühne .  Die drei Instrumetalisten Simon Caron an der Gitarre  ( Gründer und Komponist der Band ) , André Godbout am Bass und Perry Angelillo am Schlagzeug starten sofort mit einem stimmigen Instrumentalstück bis Sänger Steff  ( Stephane Dorval ) ,  in einen Umhang mit Kaputze gekleidet , ebenfalls die Bühne betritt und beim herunterziehen der Kaputze eine Maske zum Song  " Were They Born Like That "  mit Teufelshörnern entblößt .  In den insgesamt 105 Minuten stimmungsvoller aber auch mitreißender Musik mit textlicher Aussage ,  wird das nicht die letzte Maske und Verkleidung an diesem Abend von Sänger Steff gewesen sein  -  zeigt dieser doch auch immer wieder seine schauspielerischen Fähigkeiten und verkörpert die Figuren ,  Inhalte und Situationen der einzelnen Songs .  Die musikalische Mischung aus Pink Floyd ähnlichen Sounds ,  den Klängen der Peter Gabriel Ära von Genesis und seinem Solowerk ,  gepaart mit der besonderen und ausdrucksstarken Stimme ,  die an Dennis DeYoung  ( Styx )  und Geddy Lee  ( Rush )  erinnert ,  reißt das Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen hin und lässt ein Grinsen über die Gesichter der vier Musiker huschen.  Wunderbare Soloeinlagen von Simon Caron an der Gitarre  -  immer songdienlich  -  coole Basseinlagen auf dem fünfseitigen Bass von André Godbout und die dazugehörigen vertrackten Schlagzeug - Beats von Perry Angelillo lassen die 105 Minuten mit Songs wie  " Hello To The Last Goodbye " ,  "Forsaken Part 2 " ,  " Fight For Us "  ( mit niedergelegten Blumen ) ,  " Woman "  ( mit Frauenverkleidung die tägliche Gewalt gegen Frauen thematisierend ) ,  "Blame " ,  " Very Strange "  ( in Gefängniskleidung )  sowie die beiden Zugaben  " The Sound Of Seventh Bell Part 1 "  und der neue Song vom 2024 erscheinenden Album  " Breaking Wings "  ( in Eishockeytrikot die Aktivitäten der jungen Menschen heute an Handy und Konsole im Gegensatz zu früher mit Freunden Eishockey spielend thematisieren )  wie im Flug vergehen .  Eine tolle ,  großartige , sympathische und über den Tellerrand blickende Neo - Prog - Band aus dem Land der Ahorn - Blätter .  Gerne mehr und öfter davon !!!