Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

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Freitag, 20. November 2015

Konzert 44



mit Druffkabell und Heavy Pleasure

 

Richtig ist’s, wenn es rockt und kracht

STRIEDKULTKLUB Beim Abschlusskonzert für dieses Jahr spielen die „Druff Kabell“ und „Heavy Pleausure“
                                                                                
GODDELAU - (sös). Beim zweiten „Treffen der Generationen“ traten am Freitagabend die Bands „Druff Kabell“ und „Heavy Pleasure“ im Goddelauer Jugendhaus auf. Das Konzert war zugleich der Jahresabschluss im „StRiedKultKlub“.
So muss ein Abschlusskonzert aussehen: Beim zweiten „Treffen der Generationen“ traten am Freitagabend die „Druff Kabell“ und „Heavy Pleasure“ im Goddelauer Jugendhaus in der Weidstraße vor rund 50 Gästen auf. Der Jahresausklang im „Klub“ war zugleich der letzte gemeinsame Auftritt mit „Druff Kabell“-Schlagzeuger Markus „Gumbo“ Fröhn.
Der Darmstädter wird die „Kabell“ nach zwei gemeinsamen Jahren verlassen, weshalb die Band an diesem Abend den „Final Fröhn“ ausgerufen hatte. Soll heißen: Bevor sich der „Bub“ endgültig verabschiedete – er strebt „neue Ziele“ an – wollten es die vier Musiker noch einmal richtig krachen lassen. Sein Nachfolger steht schon fest: Ab sofort übernimmt Stefan Scheurich den Platz am Schlagzeug.
Man habe wirklich versucht, etwas leiser zu sein, bekundete Sänger Volker „Benzoni“ Benz im Gespräch mit dem ECHO – aber ohne Erfolg. Denn „Druff Kabell“ ist es eben nur, wenn es laut ist, rockt und kracht. So verlegte sich der Vierer am Freitag eben auf das, was er am besten kann: beliebte Punk- und Hardrockcover aus allen Dekaden und Genres sowie Klassiker, die jeder kennt, von AC/DC bis Greenday und zurück, um mit dem Publikum eine „richtig geile Zeit“ zu haben. Dieses ließ sich nicht lange bitten und rockte kräftig mit, Headbangen und Pommesgabel inklusive. Als Benzoni zum Abschluss die Donots-Hymmne „Whatever happenend to the Eighties“ anstimmte, sang sogar das ganze Publikum laut im Chor mit, bevor die „Kabell“ der jüngeren Generation das Feld beziehungsweise die Bühne überließ.
Auch „Heavy Pleasure“ aus Griesheim sind im Goddelauer Jugendhaus nicht ganz unbekannt. Vor gut einem Jahr spielten sie schon einmal in der ehemaligen „Erbs“ und wussten schon damals zu überzeugen. Nach der starken Vorlage durch die „jungen Wilden“ wollten sie natürlich nicht zurückstehen und legten gleich richtig los. Mitgebracht hatten sie ihr aktuelles, selbstbetiteltes Album und dazu das Beste aus der Rockmusik der sechziger und siebziger Jahre.
Die vier Musiker waren wie die „Druff Kabell“ kaum von der Bühne zu bekommen und spielten gleich vier Zugaben, bevor Sänger Tommy kein bisschen müde ins Publikum rief: „Wenn ihr noch Bock habt, wir haben.“ Gesagt, getan. So gab es als Bonus noch eine „Rock’n’Roll-Freestyle-Zugabe“ obendrauf. Eine völlig frei improvisierte Version von „Johnny be good“.
Während sich der Striedkultklub in die Winterpause verabschiedet, stehen für die beiden Bands in diesem Jahr noch einige Auftritte an. Die „Druff Kabell“ ist am 19. Dezember (Samstag) bei „Melodien für Millionen“ in der Bessunger Knabenschule zu Gast. „Heavy Pleasure“ verschlägt es kommende Woche hingegen ins österreichische Innsbruck, wo sie am Freitag (27.) im „The early bird“ spielen werden. Im „Klub“ geht es am 25. Februar (Donnerstag) weiter. Dann wird das Alternative-Rock-Quartett „Destinova“ aus Leverkusen im Wolfskehler Jugendhaus spielen.
Sören Sponick (Darmstädter Echo)

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Druffkabell



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Heavy Pleasure

Freitag, 8. Mai 2015

Konzert 41

mit PZZL

Beim letzten Konzert vor der Sommerpause trat das Mörfelder Alternative-Rock-Quintett "PZZL" im Wolfskehler „StRiedKultKlub“ auf.

Für das letzte Konzert vor der Sommer- oder Winterpause lässt sich der StRiedKultKlub immer etwas Besonderes einfallen: eine Band oder einen Sänger, deren Musikstil man im Ried eher selten hört. Die Mörfelder Alternative-Rockgruppe „PZZL“, die jetzt in der ehemaligen „Dusch“ des Wolfskehler Bürgerhauses vor rund 20 Zuhörern auftrat, war so eine ausgefallene Idee.



Die Assoziationen, die der Name der Gruppe weckt, sind durchaus wörtlich zu nehmen – einige Bandmitglieder kennt man schon von anderen lokal erfolgreichen Gruppen wie „Malcolm“ oder „Ballerband“. Ihre musikalische Erfahrung schlug sich entsprechend auch in den Songs des Quintetts nieder. Obwohl der Fünfer erst seit knapp einem Jahr besteht, hatte man nicht das Gefühl, eine junge, unerfahrene Band spielen zu hören. Sie boten kurzweiligen, tanzbaren Alternative-Rock mit leicht anarchistischem Unterton und eingängigen Melodien – „live, umsonst und im StRiedKultKlub“.


„Das persönlichste Konzert, das wir bislang hatten“, freute sich Sängerin Saskia über die gemütlich-familiäre Atmosphäre im „Club“. Dass „PZZL“ entgegen dem üblichen Arrangement im StRiedKultKlub nicht völlig unplugged spielten, tat der Stimmung dabei keinen Abbruch. „Wie bei einem Wohnzimmerkonzert“, befand einer der Gäste begeistert.


Auch wenn sich „PZZL“ eher auf eine härtere Spielweise verstehen – Beispiel „Face that“ – konnten die Songs auch in der reduzierten, softeren Variante überzeugen. „Eigentlich fordere ich das Publikum bei diesem Song immer zum Tanzen auf“, sagte Saskia, als sie „We’ll dance the night away“ ankündigte, was sich angesichts der eingeschränkten Platzverhältnisse im „Club“ als etwas schwierig gestaltete. Doch im Ried lässt man sich bekanntermaßen von solchen Kleinigkeiten nicht beeindrucken – der StRiedKultKlub ist eben nicht nur der kleinste Club, sondern auch die kleinste Disco in Riedstadt. 
 

Sonntag, 5. April 2015

Konzert 40


Osterrock 2015 mit Diamond und BackDOORSlam



Wenn es samstagabends laut wird im „WoGoUnited“ in der Weidstraße 29a, dann kann das nur eines bedeuten – der „StRiedKultKlub“ (SKK) lädt zum Konzert, live, umsonst und im Jugendhaus. "Diamond" und "BackDOORSlam" hießen die beiden Bands, die dem Publikum beim „Osterrock“ am Samstagabend gehörig einheizten.



Mitgebracht hatten die beiden Gruppen das Beste aus der Rockmusik der sechziger und achtziger Jahre, den Hochzeiten des Blues- und Glam- beziehungsweise Hardrock. Letzterer stand Pate für die Musiker von „Diamond“. „Wir wollen alle heute etwas Spaß haben, also lasst es richtig krachen“, gab Sänger Lukas als Parole für den Konzertabend aus, was sich das Publikum nicht zweimal sagen ließ. Das SKK-Team hatte die Gruppe im vergangenen Jahr in Ginsheim-Gustavsburg auf der Bühne erlebt und sofort „vom Fleck weg verpflichtet“, wie es dem ECHO verriet.

„Das war erst unser dritter Auftritt“, verrieten die Mitglieder der 2014 gegründeten Band. So reichte die Setlist auch nur für etwa 30 Minuten, was „Diamond“ jedoch völlig ausreichte, um das Publikum für sich einzunehmen. Klare Melodien, ausgiebige Gitarrensoli und natürlich auch das rocktypische Posing, Dauerwelle inklusive – so muss Eighties Rock im Jahr 2015 klingen und aussehen.


Mit „Backdoorslam“ aus Darmstadt ging es im Anschluss musikalisch weitere 20 Jahre in die Vergangenheit – Blues- und Psychedelic-Rock „at it’s best“ waren angesagt. Im Gepäck hatte die fünfköpfige Band – am Samstagabend zum Quartett geschrumpft – die ersten Lieder aus ihrer bald erscheinenden neuen CD „Ikarus“.


Dessen Fehler, zu nahe an die Sonne heranzufliegen, oder besser, sich zu nah an die musikalischen Vorbilder anzulehnen, konnte man den fünf Musikern indes nicht nachsagen. Anders formuliert: Auch wenn „Backdoorslam“ auf der aktuellen Retrorock-Welle mitreiten, machen sie dennoch ihr eigenes Ding, modernen, tanzbaren Sechziger-Jahre-Rock.


Nach gut anderthalb Stunden und zwei Zugaben entließen die beiden Gruppen ihr Publikum ins wohlverdiente Osterwochenende. „Wir kommen gern wieder“, betonten die Bandmitglieder unisono. Ein Angebot, das das Team des „StRiedKultKlubs“ sofort und gern annahm.

Freitag, 20. Februar 2015

Konzert 38


mit Wortblind


Hip-Hop und Rock vertragen sich nicht besonders – zumindest darin sind sich die Anhänger der beiden Musikstile einig. „Denkste“, dachten sich die fünf Jungs von „Wortblind“ 2011. Seit vier Jahren bespielt die Darmstädter Rap-Rock-Formation nun schon die großen und kleinen Bühnen der Republik und war jetzt im „Striedkultklub“ (SKK) im Wolfskehler Bürgerhaus zu Gast.

 

Das musikalische Pendel der Gruppe schlug dabei eindeutig in Richtung Indie-Rock beziehungsweise Alternative aus, begleitet vom kraftvollen, variantenreichen Rap von Sänger Stephan Zimmermann. Und das fernab von jedem Gangster- und Ghettoimage, das einen Großteil der deutschen Rapszene durchzieht. Die ausnahmslos deutschen Texte der fünf Darmstädter handelten dagegen von Alltagsthemen – wie sollen wir leben, wie sollen wir handeln, wo und was ist der Sinn im Leben. Kein dreckiger „Battlerap“ von der Straße also, sondern tiefsinnig-nachdenkliche Texte zu Fragen, die sich wohl jeder schon einmal gestellt hat.

Wer aber wie einst Immanuel Kant die Frage stellt „Wie sollen wir leben?“, muss darauf auch eine Antwort geben. Bei „Wortblind“ lautete sie: „Unsere Zukunft ist jetzt“ – ein starkes Statement getreu dem Motto: Der beste Zeitpunkt, um etwas anzufangen, ist jetzt. Andere Lieder behandelten die Suche nach Gewissheiten in einer Zeit immer größer werdender Unsicherheit, etwa in „Noch lange nicht angekommen“.



Bei „Schocktherapie“ kam im Anschluss wieder die härtere Seite von „Wortblind“ zum Vorschein. Der Titel war dabei Programm, wenngleich der Song im Original noch ein wenig energiegeladener und brachialer einschlägt. Denn wie im Striedkultklub üblich, trat die Band mit einem reduzierten, akustischen Set auf. Solche Auftritte seien immer eine kleine Herausforderung, verriet Sänger Zimmermann dem Publikum, machten dafür aber auch richtig viel Spaß.

„Wir testen jetzt mal, wie leise ihr sein könnt“, bat er das Publikum im Anschluss. Eine Bitte mit Hintergedanken: Denn beim letzten Song animierte er die rund 20 Gäste in der ehemaligen „Dusch“ des Wolfskehler Bürgerhauses dazu, den Refrain so laut mitzusingen, wie sie nur konnten: „Du bist nicht allein“.

„Die Texte erinnern mich an die von Bands aus den 1970ern“, meinte Stammgast Hubert Rabel im Anschluss an den Auftritt. „Das war mal was völlig anderes“, freute sich ein anderer Konzertbesucher, der sich sogleich in ein intensives Gespräch mit den Musikern vertiefte.


Hier ist unser Livevideo von den Jungs aus Darmstadt mit dem Track "Du bist nicht allein". Alle weiteren Infos zu den Jungs findet ihr auf der Seite der Band Wortblind.



Freitag, 5. Dezember 2014

Konzert 35

mit Uwe Schatter

Dass der Künstler jeden im Publikum persönlich per Handschlag begrüßt, ist bei Konzerten eher selten. Doch freute sich Uwe Schatter so sehr über die Zuhörer, dass er sich diese Geste nicht nehmen lassen wollte. Rund 30 Gäste hatten am Donnerstag den Weg in die „Dusch‘“ gefunden, viele davon Freunde und (ehemalige) Schüler von Schatter, der im Hauptberuf Musiklehrer ist.
Wenn Indiana Jones Musik machen würde, würde er wie Schatter klingen, könnte man nach den gut 90 Konzertminuten festhalten. Klare, nachdenkliche Melodien, deutsches Liedgut mit Folk- und Countryeinflüssen gemischt, ähnelten Schatters Lieder mitunter eher Reiseberichten, etwa von Besuchen im australischen Outback und Begegnungen mit den Aborigines.
„Let the sun shine“, lautete ein Liedtitel, versehen mit dem Nachsatz „in der Dusch‘“. Eine gelungene Hommage an den Striedkultklub, mit dessen Mitgliedern Schatter schon seit einigen Jahren befreundet ist. „Kennt ihr schon die Geschichte von dem Wombat und dem Emu?“, fragte der Musiker sein Publikum kurz darauf. Eigentlich, so Schatter, erzähle man sich in Australien, dass sich die beiden nicht verstehen, aber er persönlich glaube nicht daran. Und so schrieb er ein Lied über eine recht ungewöhnliche Tierfreundschaft und zeigte damit zugleich, wo er die Inspiration für seine Lieder findet; direkt im eigenen Leben.

Natürlich hatte er auch dem Schlapphut ein eigenes Lied gewidmet. Bis in die neunziger Jahre hinein sei er eigentlich kein großer Hutträger gewesen, gab Schatter zu. Durch einen seiner australischen Freunde sei er dann auf den Hut gekommen, „und inzwischen erkennt mich kaum noch jemand, wenn ich ohne Hut spazieren gehe“. So berichtete das Lied von einer anderen ungewöhnlichen Freundschaft, der zwischen Uwe und seinem Hut. Als wollte sich dieser selbst beim Publikum bedanken, fiel er herunter, als sich Schatter am Ende des Songs verbeugte.


Freitag, 14. November 2014

Konzert 34

mit Capodesaster und Hellectric Circus

Beim vorletzten Konzert 2014 traten jetzt die Musikgruppen „Capodesaster“ und „The Hellectric Circus“ vor rund 30 Zuhörern in der ehemaligen Nasszelle des Bürgerhauses auf.
Im Gegensatz zum eher dürftig besuchten Konzert vier Wochen zuvor war im „Club“, so der zweite Spitzname der „Dusch“, diesmal kaum noch ein freier Platz zu finden. „Schön kuschelig hier“, befand auch Jugendpfleger Kai Faßnacht, der sich wie der Rest des SKK-Teams über die vielen Gäste sichtlich freute.



Mit dem multihessischen Trio „Capodesaster“ – von Rüsselsheim bis „übern Rhein“ – hatte das Team erneut einen musikalischen Glücksgriff gelandet. Sie spielten eingängige Rock- und Popcover aus den Hitparaden von einst und heute, von Phil Collins bis zu den „Kings of Leon“ – natürlich „unplugged“ – unverstärkt und akustisch. Wobei Ersteres nicht völlig zutraf, das Mikrofon hatte sich Sängerin Ari nicht nehmen lassen, was der gemütlichen-familiären Stimmung des Konzerts jedoch keinen Abbruch tat.



Zur Feierabendstimmung trug auch die geschickte Songauswahl der Band bei, die unter dem bezeichnenden Motto „Die Wurzel der Songs entdecken und neu interpretieren“ stand. Damit bewies die Gruppe zudem eindrucksvoll, dass sich jedes Lied akustisch spielen lässt.
 
Rauer, härter und vor allem lauter wurde es im Anschluss beim Auftritt des Southern-Rock-Quartetts „The Hellectric Circus“. „Hellectric Rock“ – sinngemäß übersetzt mit höllisch (guter) Rock – hatte die Gruppe ihren Musikstil getauft und unterhielt das Publikum im Anschluss noch eine gute Stunde mit einem Mix aus Hard-Rock-Covern und eigenen Stücken.


Die vier Musiker hatten dabei dermaßen viel Spaß auf der Bühne, dass es mitunter so schien, als würden sie gar nicht mehr herunterwollen. Nach gefühlten zehn Zugaben verließ das Quartett schließlich unter tosendem Applaus die Bühne. „Wir kommen gern wieder“, betonten beide Bands unisono, vielleicht in einer anderen Formation, vielleicht mit anderen Liedern, auf jeden Fall „haben wir Bock zu spielen“.



Freitag, 17. Oktober 2014

Konzert 33

mit Messer Brüder & Hahn und Suur

Einen Auftritt wie den jüngsten gab es im Striedkultklub (SKK) noch nicht. Beim ersten Konzert nach der Sommerpause trat das Elektronik-Duo Messer Brüder in der ehemaligen Dusch des Wolfskehler Bürgerhauses auf. Unterstützt wurden die Darmstädter dabei vom Riedstädter DJ-Duo Hahn & Suhr.


Die beiden Musiker Florian Malicke und Thomas Buchenauer als Elektronik-Duo zu bezeichnen, ist allerdings nur die allgemeinste aller möglichen musikalischen Einordnungen. Anhänger der Neuen Deutschen Welle duften sich an Kraftwerk erinnert fühlen, aber auch Einflüsse der Doors waren unverkennbar. Einzelne Gitarrenriffs schwirrten fragmentarisch in den Tracks umher, begleitet von Versatzstücken elektronischer Popmusik.



Der Klangteppich, den die Messer Brüder im Lauf des Konzerts entfalteten, wirkte dennoch in sich stimmig und harmonisch – jeder Track ein kleines Theaterstück. Vielleicht wäre ein Hörspiel aber die bessere Analogie. Orson Welles wäre gewiss stolz auf die „Brüder“, die während des gesamten Konzerts fast ohne Gesangsparts auskamen. Kurz eingespielte Passagen auf Finnisch einmal ausgenommen. „Wenn uns das mal einer übersetzen könnte, wären wir euch sehr dankbar“, merkte Florian Malicke selbstironisch an.


Zurückgekehrt von der musikalischen Zeitreise in das letzte Drittel des 20. Jahrhunderts übernahmen dann Hahn & Suhr aus Goddelau das Mischpult und bestritten den zweiten Teil des Abends. Den cineastisch-transzendentalen Synthieklängen setzten sie tanzbaren Elektro und House entgegen. Eine weitere Premiere in der Dusch: Ein DJ hatte im „Club“ zuvor noch nie aufgelegt.



Trotz dieser beiden Premieren fanden sich – wie so oft – bis auf einige Stammgäste keine anderen Besucher im Wolfskehler Jugendhaus ein. Konzerte, wie sie der Striedkultklub anbietet, scheinen in Riedstadt keinen großen Stellenwert zu haben. Flyer, Plakatwerbung, Einladungen in den sozialen Netzwerken und Mundpropaganda.

Samstag, 28. Juni 2014

Konzert 31

mit Oneway & Heavy Pleasure


Eigentlich hat sich der Riedstädter Striedkultklub bereits in die wohlverdiente Sommerpause verabschiedet, aber ein Konzert im Goddelauer Jugendhaus – „das geht immer“. Die Auftritte der beiden Rockgruppen „Oneway“ und „Heavy Pleasure“, verfolgten dabei gut 50 Zuhörer.
Beide Gruppen wurden dabei von etlichen Fans begleitet, die an diesem Abend für die nötige Stimmung sorgten. Kein Wunder, liegt Riedstadt doch quasi „vor der Haustür“ der beiden Bands; wobei die Anreise für „Heavy Pleasure“ (Griesheim) die nach dem Groß-Gerauer Alternative-Rock Quintett „Oneway“ auftraten, sogar noch ein wenig kürzer ausfiel. Der Fünfer aus der Kreisstadt hielt sich indes nicht auf mit langen Vorreden, sondern orientierte sich am Motto: Kurze Ansagen, knackige Texte, klare Melodien und gute Musik.



Ihr atmosphärisch-emotionaler Rock kam offenbar beim Publikum an, das zu Beginn des Auftritts noch in vornehmer Distanz zur Bühne stand, später dann aber immer näher heranrückte. „Wir verarbeiten in unseren Texten Themen aus unserem Alltag, die jeder schon einmal erlebt hat“, erläuterten die Sänger und Gitarristen Lukas Merkl und Philipp Draxler, deren Mikrofone das ganze Konzert über leider etwas zu leise eingestellt waren.



Der musikalischen Qualität der Gruppe tat dieser Umstand indes keinen Abbruch. Trotz ihrer Jugend – alle Bandmitglieder sind 16 Jahre alt – hat die Gruppe bereits zwei Mal auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt gespielt. Vergangenes Jahr gewannen sie dort zudem den Newcomer-Wettbewerb.
Während sich das Groß-Gerauer Quintett eher an den aktuellen Größen der Rockmusik wie etwa „Linkin Park“ oder „Incubus“ zu orientieren schien, war der Garage-Rock (ein Sinnbild, das man auch gern wörtlich nehmen darf) von „Heavy Pleasure“ vornehmlich in den „good old Sixties“ angesiedelt. Wie es bei Konzerten mit solch unterschiedlichen Bands (leider) üblich ist, fluktuierte die Anzahl an Konzertgästen zwischen den beiden Gruppen erheblich, pendelte sich jedoch zum Ende hin etwa wieder bei den anfänglichen 50 Zuhörern und Zuhörerinnen ein.



Denn der Vierer aus Griesheim legte im Vergleich mit „Oneway“ noch eine ganze musikalische Schippe drauf. Während der Zeitreise von Hendrix über Led Zeppelin zu den Doors war es schlicht unübersehbar, dass das Quartett schon länger zusammenspielt als die Groß-Gerauer, die ihre Sache aber dennoch keineswegs schlecht machten.


Das sei auch einer der Grundgedanken hinter den „verstärkten“ Konzerten im Goddelauer Jugendhaus, erklärten Mitglieder des Striedkultklubs (SKK) im ECHO-Gespräch. Junge Bands könnten von den Erfahrungen der älteren profitieren und umgekehrt.

„Ihr dürft gern wiederkommen“, bot Jugendpfleger Kai Faßnacht beiden Bands im Anschluss an das Konzert weitere Auftrittsmöglichkeiten in der „Erbs“ an.

Freitag, 16. Mai 2014

Konzert 30

mit Scotch Avenue und Grayhound O.C.D.

Für Grayhound OCD sind die Auftritte in der „Dusch‘“ im Bürgerhaus mittlerweile schon zu einer Art Heimspiel geworden. Kein Wunder, ist das Bensheimer Quartett dort in den vergangenen Jahren doch schon etliche Mal aufgetreten. So war es quasi Ehrensache, dass die Vier – am Donnerstagabend verstärkt vom Duo Scotch Avenue – das letzte Konzert des Striedkultklubs (SKK) vor der Sommerpause bestritten.


Dass die Bensheimer seit ihrem vorherigen Auftritt im „CluB“ musikalisch noch ein ganzes Stück gereift sind, war dabei kaum zu überhören. Machten damals Coverversionen noch einen großen Teil des Repertoires aus, waren diese am Donnerstag alle in einem großen Medley von Lady Gaga bis Milo zusammengefasst. Den Fokus auf das „Hauptprojekt“ Grayhound OCD zu legen hat der Formation definitiv gutgetan. So kamen in Wolfskehlen der eigene Stil und die eigene Handschrift der Bensheimer wesentlich deutlicher zur Geltung als noch beim Konzert vor einem Jahr beim Wutzdog-Festival.



Dass das Quartett „erwachsener“ und vielleicht auch ein wenig ernster geworden ist, hieß aber nicht, dass sie auch nur ein wenig von ihrer Spielfreude eingebüßt hätten. So versteht sich die Band nach wie vor auf eingängige Pop-Rock-Melodien, die live auch mal etwas härter ausfallen können. Ein wenig sanfter und lockerer ging es im Anschluss beim Auftritt von Scotch Ave zu. Ihr Motto: Cover, unplugged, kreativ. Das Duo – Eva-Stephanie Schaal und Grayhound Gitarrist Roland Holtorp – rundete den Abend mit Titeln von den Beatles bis Adele ab.



Der Auftritt sei erst das dritte Konzert überhaupt, das sie gemeinsam spielten, verriet Gitarristin Eva-Stephanie im Gespräch mit dem ECHO. Das Duo habe sich erst vor gut anderthalb Jahren gegründet. Beide Musiker sind auch noch in anderen Formationen aktiv, berichtete sie.
Natürlich sei es eine tolle Sache vor vielen Hundert Leuten, zum Beispiel auf dem Hessentag zu spielen, sagte Grayhound-Bandleader Michael Deichert. Gleichwohl habe auch ein akustisches Konzert wie in Wolfskehlen seinen Reiz. Der bestehe auch darin, dass man die Stücke unterschiedlich arrangieren müsse. Etwas härter und energetischer fürs große Publikum, für die „Dusch“ ein wenig ruhiger und lockerer.




Freitag, 4. April 2014

Konzert 29

mit Sir Andrew

„Die Hütte wird voll“, hatte das Team des Striedkultklubs bereits im Vorfeld vermutet, und so kam es dann auch. Gut 35 Gäste waren zum Konzert gekommen und erlebten dort eine kleine Premiere. Denn für gewöhnlich ist Hoffmann musikalisch mit dem Duo „Molly Alone“ oder den „Dirty Fingers“ unterwegs, sodass ein Soloauftritt für ihn eher die Ausnahme bleibt. Das Konzert sei zudem eine Art Heimspiel, bekundete der Musiker, der lange in Wolfskehlen lebte. Für diesen Abend sei er extra den „long way from Goddelau“ angereist, fügte er in bester Smalltalkmanier hinzu.
Es folgten gut anderthalb Stunden feinster irischer und schottischer Rock- und Folkmusik, durchmischt mit einigen Hits aus „Britain“ und Hommagen an den „Man in Black“ Johnny Cash. Wie es sich für einen echten Pubmusiker gehörte, bezog Hoffmann sein Publikum immer wieder mit in die Show ein. Mal sang es den Refrain, mal spielte es seinen Gegenpart in einem Gedicht von gut zehn Strophen, das er rezitierte. Spätestens bei dem Cranberries-Hit „Zombie“ war das sprichwörtliche Eis zwischen Musiker und Publikum gebrochen.



Allein zu spielen sei für ihn immer etwas Besonderes, erklärte Hoffmann im Anschluss an das Konzert. In einer Band könne sich der einzelne Musiker ab und an hinter einem Kollegen „verstecken“, und der eine oder andere falsche Ton falle dort weniger stark ins Gewicht, als bei einem Soloauftritt. Der Reiz eines solchen Gastspiels sei jedoch „mit möglichst wenig Aufwand zu versuchen, die Leute zu unterhalten“, formulierte der Musiker seinen Anspruch. Angesichts der durchweg positiven Reaktionen der Konzertgäste scheint ihm das an diesem Abend durchaus gelungen zu sein.


Freitag, 14. Februar 2014

Konzert 28

mit Sam Chillon

So muss akustische Musik sich anhören: Das Indie-Rock-Quartett „Sam Chillon“ lieferte beim ersten Konzert des Riedstädter Striedkultklub (SKK) für dieses Jahr in der „Dusch“ im Bürgerhaus eine mitreißende Show. Die knapp 20 Konzertbesucher einschließlich Jugendpfleger Kai Faßnacht waren am Ende des Abends begeistert vom Auftritt der Treburer. „Ihr könnt jederzeit wiederkommen“, lud er die vier Musiker zu einem weiteren Auftritt ein.
Wer den Auftritt der Gruppe mit Sänger Mike (24), den Gitarristen Simon (22) und Daniel (21) sowie Daniel (22) an der Cachon erlebte, kam nicht umhin, dem Jugendpfleger beizupflichten. Egal ob mitreißende Alternativ-Rock-Songs, emotional vorgetragene Indie-Balladen, oder aktuelle Titel aus den deutschen und internationalen Hitparaden – dem musikalischen Repertoire von „Sam Chillon“ schienen kaum Grenzen gesetzt.



Dabei gaben sich die vier Musiker während ihres Auftritts betont lässig. Leadsänger Mike brauchte nicht viele Worte zu machen – seine Stimme allein reichte völlig aus, um das Publikum für sich einzunehmen. „War’s gut?“, so seine etwas naiv klingende, aber völlig ernst gemeinte Frage. Die Antwort war ein kräftiger Applaus.
Als Mike, unterstützt von seinen Bandkollegen als Chor, selbst zur Gitarre griff, zeigte sich, dass er nicht nur stimmliche Qualitäten hat. Allerdings lebte der Abend vor allem von der Wandlungsfähigkeit der Stimme des Treburers. Egal, ob Nummern der Black Eyed Peas, der Red Hot Chilli Peppers oder von Staind – für beinahe jeden Musikgeschmack war an diesem Abend etwas dabei.



Bei den beiden energisch vom Publikum geforderten Zugaben bewiesen „Sam Chillon“, dass sie auch deutsche Texte mögen – und Humor haben. Denn ein Lied, das größtenteils aus der Begrüßung aller möglichen und unmöglichen Dinge besteht (Hallo Welt, hallo Steine), hört man nicht alle Tage.
„Wir sind immer auf der Suche nach neuen Künstlern und Mitstreitern“, sagte Jugendpfleger Kai Faßnacht nach Ende des Konzerts.