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"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Freitag, 12. Dezember 2025

Uriah Heep 28.10.2025

Konzert-Kritik Uriah Heep + April Wine + Heavy Pettin ,  " Jahrhunderthalle "  Frankfurt                


19:30 Uhr vor der Jahrhunderthalle Höchst .  Der Parkplatz ist voll belegt und nur wenige Menschen vor der Halle .  Mist ,  hier ist irgend etwas anders als gedacht !  Puh ,  jede Menge Leute im Foyer der Kuppelhalle ,  da kann es ja doch nicht früher als auf der Karte angegeben begonnen haben ,  trotz Hinzunahme des zweiten Special Guests .  Also die Treppen hoch und ... laute Musik ,  der Saal ist verdunkelt :-(  " Heavy Pettin "  aus Schottland stehen doch bereits auf der Bühne und peitschen ihren Heavy Rock in die Menge .  " Faith Healer "  donnert aus den Boxen .  Schnell Plätze suchen  ( im dunkeln gar nicht so einfach )  und die Musik aufnehmen .  " Line In The Sand "  wird kraftvoll über die Bühnenkante gefeuert . Tja ,  da geht das Saallicht auch schon wieder an ,  waren  nur noch zwei Songs und die Band verlässt um 19:40 Uhr bereits wieder die Bühne .  Wann um alles in der Welt haben die denn begonnen ?  
Sehr schade !!!  Hätte mir die Band um Sänger Stephen " Hamie " Hayman ,  Gitarrist Dave " Davo " Aitken ,  Gitarrist Richie " St. James " Dews ,  Bassist David "Boycee " Boyce und Schlagzeuger Mick " The Wizard " Ivory nach ihrem Comeback und der neu erschienenen Studioveröffentlichung gerne länger angehört und angesehen .  Songs wie das Titelstück der neuen Veröffentlichung  " Rock Generation " und die alten  " In And Out Of Love " ,  " Rock Ain`t Dead "  und  " Sole Survivor "  wären interessant zu hören gewesen . 



















Nach einer 20 minütigen Umbaupause betreten im Anschluss die Kanadier von  " April Wine "  die in rotes Licht getauchte Bühne .   Mit  " Like To Rock "  starten sie gleich kraftvoll in ihr 50 minütiges Set und machen ihr Motto damit gleich klar .  Etwas entspannter und  " ruhiger "  als zuvor spielen sich Sänger und Gitarrist Marc Parent ,  Gitarrist Brian Greenway  ( singt bei einem Song Leadvocals ) ,  Bassist Richard Lanthier  und Schlagzeuger Roy Nichol durch ihr mit Klassikern bestücktes Set . Relaxte Rockmusik ,  mal mit einem leichten Reggae - Touch versehen ,  durchziehen Songs wie  " Anything You Want ,  You Got It " ,  "Say Hello " ,  " Enough Is Enough " ,  " All Over Town " ,  " Big City Girls " ,  " Hot On The Wheels Of Love " ,  " Before The Dawn " ,  " Just Between You And Me " ,  das Lorence Hud Cover  " Sign Of The Gypsy Queen "  und  " Roller " .  Zahlreiche Fans vor der Bühne feiern die Gruppe ab ,  die Musiker sind sichtlich zufrieden und auch im obersten Rang der Jahrhunderthalle kommen die Stücke der Kanadier gut an und man hätte die Band schon gerne öfter in Deutschland erlebt .  


Um 21:15 Uhr ist es dann soweit .  Nach einem längeren Intro ,  in verdunkelter Halle ,  wird die Bühne plötzlich in grelles ,  buntes Licht gehüllt und  " Uriah Heep",  55 Jahre live auf den Bühnen der Welt unterwegs ,  starten mit  " Grazed By Heaven "  von   " Living The Dream "  in ihre  " The Magicians Birthday Farewell Tour " .  Kraftvoller ,  klarer Sound ,  toll gestaltete Bühne und die Band macht von Anfang an klar ,  dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört .  Das zeigt anschließend auch gleich noch   " Save Me Tonight "  vom aktuellen Album  " Chaos & Colour " ,  welches von Gitarrist Mick Box  ( inzwischen 78 Jahre jung ) ,  Sänger Bernie Shaw ( auch bereits 69 Jahre ) ,  Keyboarder und Background - Sänger Phil Lanzon ,  Bassist Davey Rimmer und Schlagzeuger Russell Gilbrook ins weite Rund gefeuert wird .  Die alt ehrwürdige Jahrhunderthalle ,  die heute auch im vorderen Teil bestuhlt ist ,  ist praktisch ausverkauft und einige der mit der Band alt gewordene Musikfreund:innen zeigen sich ob dieser beiden  harten Opener etwas überrascht .  Mit  " Shadows Of Grief "  vom `71 Album  " Look At Yourself "  werden aber dann auch diese abgeholt und die Spielfreude der gesamten Band sowie der weiterhin tolle Gesang von Bernie Shaw wissen zu überzeugen .  " Stealin`"  vom `73 Album  " Sweet Freedom " ,   mit Mitsingteil des Publikums  ( angefeuert von Shaw )  und  " Hurricane "  vom aktuellen Album folgen .  Uriah Heep mischen hier sehr schön alte mit neuen Songs und zeigen ,  dass sie kein reines Nostalgie - Programm abspulen wollen .  Dazu gehören auch immer wieder lange Soli von Gitarrist Mick Box ,  mit seinen typischen Magier - Handbewegungen ,  sowie dem Rhythmus - Dynamo Russell Gilbrook  ( aus dessen Feder auch  " Hurricane "  stammt )  ,  der die Songs vorantreibt und mit tollen  " Fills "  bestückt .  Das mit Akustikgitarre versehene  " The Wizard "  vom `72 er Album  " Demons And Wizards "  zeigt dann die melodische und eingängige Seite von Uriah Heep mit der Melodie im Einklang der Stimme von Bernie Shaw .  Der Doppelpack  " Sweet Lorraine "  und  " The Magicians Birthday "  vom gleichnamigen Album lassen dann die progressive Zeit der Band Anfang der 70er Jahre auferstehen inkl. langem Gitarrensolo . 



















" Gypsy "  vom Debutalbum  " Very `Eavy ... Very `Umble " ,  " July Morning "  von  " Look At Yourself "  und das mitreißende  " Easy Livin` "   von  " Demons And Wizards "  beenden schließlich mit drei Klassikern der Bandhistorie das gut 75 minütige Set . Mit dem dritten Stück von  " The Magicians Birtday "  -  " Sunrise "  -  sowie dem obligatorischen und frenetisch gefeierten  " Lady In Black "  beschließt die Band endgültig das Konzert in der Frankfurter Jahrhunderthalle .  Schade nur das nach 90 Minuten und dem Outro  " Pomp And Circumstance March No. 1 "  schon Schluss ist aber vielleicht auch beim Alter der beide Hauptprotagonisten Box und Shaw von über bzw. knapp 70 Jahren auch ein bisschen nachvollziehbar obwohl ich  " Free Me "  und   " Nail On The Head "  schon vermisst habe .  Das sie es noch können haben sie an diesem Abend aber wieder einmal ,  wie im letzten Jahr als Vorgruppe von Judas Priest ,  eindrucksvoll bewiesen !!!







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