Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Dienstag, 17. März 2026

Julian Sas & Band 27.02.2026

 Konzert-Kritik Julian Sas & Band  27.02.2026 ,  " Scheuer "  Idstein - Wörsdorf


Pünktlich um 20:00 Uhr betreten die Männer um Gitarrist und Sänger Julian Sas ,  Bassist Gerben Koolen  und Schlagzeuger Lars - Erik van Elzakker  die kleine Bühne im vom Publikum bereits kräftig aufgeheizten Raum der  " Scheuer "  in Idstein - Wörsdorf .  Rund 200 Blues - Rock - Begeisterte sind heute hier erschienen um den  " Dauergast "  aus den Niederlanden hier erneut live zu erleben .  Los geht es mit dem bluesig - schwungvollen  " Home Feelin` "  inklusive intensivem Gesang und ersten kreativen Sologitarrenklängen sowie dem Boogie - lastigen Titelstück des neusten Albums  " Miles And Memories " .  Das schwerfälligere  " Midst Of Madness "  folgt im Anschluss und nimmt das Tempo etwas heraus bevor  " Leave It Up To You "  dann wieder flott voran treibt .  Koolen und Elzakker bilden dabei das treibende ,  grundsolide Fundament auf dem sich Sas dann neben dem Gesang auch solistisch austoben kann .  Dabei nimmt er auch immer mit einem Grinsen im Gesicht Blickkontakt mit dem Publikum auf und bezieht es so direkt in die Performance ein .  " Mercy "  mit leichtem Jimi Hendrix - Touch ist dann ein stampfender Blues - Song bevor  " Blues For J "  in ruhigem ,  dramatischem Stil einen sehr ruhigen Moment des Konzertes einleitet .  " Helping Hand "  gibt dann wieder mehr Gas und Julian Sas singt das Stück mit viel Gefühl .  Nach  " Stand Your Ground " ,   mit intensivem Gitarrenspiel ,   beendet der allen verstorbenen  ( Freunden )  gewidmete und getragene Song  "  Blues For The Lost And Found "  nach 65 Minuten das erste Set des Abends .  Trink  -  Erholungs  -  Pippi und Zigarettenpause im Hof . 


Nach der gut 20 minütigen Pause kehren die drei Niederländer zügig auf die Bühne zurück und starten mit  " Tale Spreader " ,  treibendem Schlagzeug - Beat und schönem Basslauf ,  in den zweiten Teil des Abends .  Das ist fast schon Hard Rock mit  " Slide - Guitar " .  " Working Man`s Blues "  ist dann intensiv in bluesigem Gitarrenspiel und Gesang bevor bei  " Burnin` Soul "  die Seele brennt .  Kraftvoll ,  toller Gesang ,  starker ,  schwerer Rhythmus ,  Gitarrensolo  -  stark .  Und der Schweiß fließt !  Da kommt das folgende ,  sehr ruhige Instrumental  " Slow Blues ",   mit einer Stimmung wie in der Kirche ,  genau richtig um das Publikum etwas abzukühlen.  Aber nicht für lange ,  denn der sehr flotte Boogie mit treibendem Basslauf und starkem Rhythmus  " Sugarcup Boogie "  gibt im Anschluss wieder kräftig Gas .





Das  " The Leaves " -  Cover  ( auch bekannt von Jimi Hendrix )   " Hey Joe "  und die folgende  " Jam "  beamt dann musikalisch zurück in den Blues der Ende 60er / Anfang 70er Jahre .  Beeindruckend und erneut sehr intensiv .  Blickkontakte ,  Nähe zum Publikum ,  überall zufriedene Gesichter  -  Publikum und Musiker haben sichtlich Spaß an diesem Abend !  Selbst als die Gitarre plötzlich den Geist aufgibt ,  die zweite zur Hand genommen wird und immer noch keine Töne kommen ,  da das Kabel eben defekt ist ,  Julian Sas das Problem mit Hilfe eines Technikers  " flott - professionell "  löst und die Rhythmusfraktion gekonnt die Lücke überbrückt ,  bleiben alle entspannt und machen das Ganze dadurch auch mal wieder zu einem einzigartigen ,  erlebten Livemoment .  " Devil Got My Number "  ( vielleicht hatte dieser ja vorher seine Finger im Spiel ;-) )  beschließt dann treibend nach 60 Minuten das zweite Set .  Hier geben alle drei Musiker auf der Bühne nochmal alles und das rundum begeisterte Publikum spart anschließend nicht mit langanhaltendem ,  enthusiastischen Applaus .  Die Band lässt sich dann auch nicht lange bitten und legt mit dem William Harris Cover  " Bullfrog Blues "  ( hier singen einige im Publikum kräftig mit )  und  " Boogie All Around " ,   in bester ZZ Top - Manier ,  noch einmal gut 15 Minuten Blues - Rock vom Feinsten nach .  140 großartige Minuten Livemusik die Spaß gemacht haben und gerne wiederholt werden dürfen !




Sonntag, 15. März 2026

Sonja Kindler " Schwarzwälder Hundstage "

 Buch-Kritik Sonja Kindler  " Schwarzwälder Hundstage " ,  oesp


Die alleinerziehende Mutter Martina Dörflinger wird auf dem Nachhauseweg aus einer Kneipe überfallen und ermordet sowie an einen anderen Fundort ,  nach Blumenberg ,  verbracht .  Ein neuer Fall für die aus Stuttgart stammende Villinger Kommissarin Ines Sander ,  die abgesandt in die Rottweiler Polizeidirektion und begleitet von ihrem Chef Siegmund Willimsky ,  von dort mit einem Team bestehend aus Hauptkommissar Tobia Wehrle ,  Kommissarin Jennifer Schramm und Kommissar Marco Bernadi ermittelt .  Unterstützt von Gerichtsmediziner Prof .  Maier und KTU - Leiterin Vanessa Neumann ,  Frau von Kriminaloberrat Robert Neumann ,  machen sie bestürzende Entdeckungen .  Als eine weitere Frauenleiche auftaucht stellt sich die Frage warum das mit diesen Müttern gemacht wurde .  Bestehen hier Verbindungen im Bereich vernachlässigter Kinder oder gibt es ganz andere Beweggründe für den / die Täter:in.  Datenbänke wie ViCLAS oder POLAS werden abgefragt ,  vor Ort recherchiert und persönliche Befragungen durchgeführt .  Zeugen werden gesucht und Menschen im Umfeld der Opfer ausfindig gemacht .  Gleichzeitig ergeben sich auch im privaten Bereich der Ermittler:innen Veränderungen und Schwärmereien ,  die Auswirkungen auf die Ermittlungen haben .  Eine von Autorin Sonja Kindler spannend und kurzweilig ,  mit kleinen Nebenschauplätzen ,  geschriebene Kriminalgeschichte .  Die Polizist:innen als Privatpersonen werden dabei nicht vergessen und die Nähe von Privatem und Dienstlichem macht die ganze Geschichte noch einfühlsamer und einprägsamer .  Schicksale von Opfern und Tätern verschmelzen so teilweise und regen mal wieder zum Nachdenken an :  " was hätte ich wohl in ähnlicher Situation getan " ?  Toller Krimi !


Freitag, 13. März 2026

" Allmen und ... "

Serien-Kritik  " Allmen und ... " ,  ARD



































In der mit Heino Ferch und Samuel Finzi in den Hauptrollen verfilmten Krimireihe ,  basierend auf den Romanen von Autor Martin Suter rund um Hochstapler und Dieb Johann Friedrich von Allmen ,  ermittelt dieser immer wieder im Kunstmilieu bzw. muss hier seine Fähigkeiten als Dieb unter Beweis stellen .  Der Versuch auf die legale ,  helle Seite des Lebens zu wechseln ,  trotz Lebens im teuren Luxus und immerwährender Geldknappheit ,  ist oftmals gar nicht so einfach und so geschehen immer wieder knifflige Momente .  Ein Lebemann ,  toll gespielt von Heino Ferch ,  der oftmals durch seinen treuen und gutmütigen Diener Carlos ,  gespielt von Samuel Finzi ,  gerettet werden muss .  Vier Gaunerkomödien mit viel Flair bei einer Gesamtspielzeit von ca. 360 Minuten . 

Montag, 9. März 2026

Ali Neander Boomer Bends 06.02.2026

Konzert-Kritik Ali Neander Boomer Bends  06.02.2026 ,  " Das Rind "  Rüsselsheim 



Rund 70 Musikliebhaber:innen sind an diesem kühlen Februar - Freitag - Abend ins Rüsselsheimer  " Das Rind "  gekommen ,  um Ali Neander  ( u.a. Rodgau Monotones ,  Hattler )  und seiner jungen Band zu lauschen .  Gemeinsam mit Hilde Müller  ( Keyboards ) ,  Lisa Müller  ( Keyboards )  und Moritz Müller  (Schlagzeug u.a. Heavytones & The Intersphere )  sowie Bassist Philipp Rehm stellt die Band heute die Instrumentalstücke der 2024 erschienenen CD  " Ali Neander´s Boomer Bends "  vor .  Insgesamt doch etwas weiter entfernt der bekannten  " Monotones "  - Stücke zeigt Neander hier mit seinen hochtalentierten Mitstreiter:innen einen Mix  ( " Fusion " )   aus  Rock ,  Funk ,  Soul ,  Jazz sowie einem Hauch Prog in tollen Melodien ,  vertrackten Rhythmen und verzaubernden Klängen .  Manchmal erinnert es mich vom Klangbild ein wenig an den Soundtrack von  " Captain Future " . 



In dem zweigeteilten Set  ( 45 & 50 Minuten )  wird mit ausführlichen Soli von Bass und Schlagzeug ,    starkem Piano - Keyboard - Spiel und der kreativen Gitarre mal soulig -  jazzig ,  rockig oder cineastisch tollen abwechslungsreichen Melodien gefrönt .  Zwar ist Ali Neander an diesem Abend noch etwas von einer Grippe " benebelt "  aber das tut dem Ganzen ,  sowohl was die Ansagen als auch das Spiel angeht ,  keinerlei  Abbruch .  Die teils exotischen Titelnamen ,  " irgendwie muss man ja Instrumentalstücke nennen "  ( Neander ) ,  werfen zwar manchmal Fragezeichen auf aber teilweise kann man in den Melodien schon hören warum die Stücke eben genau so heißen ,  z.B.  " Manhari "  mit orientalischem Anstrich oder  " Welcome To Scoville "  bei dem es musikalisch entsprechend  "feurig "  zugeht .  Insgesamt changiert die Stimmung in den Songs immer wieder von vertrackten Elementen hin zur lockeren Auflösung .  Dabei wird das Fundament oftmals von Lisa Müller am Keyboard gestellt ,  auf dem sich der großartige Schlagzeuger Moritz Müller oder Bassist Philipp Rehm austoben können .  Ergänzt wird das Ganze dann von fantastischen Gitarrenläufen  Ali Neanders oder tollen Jazzeinlagen von der zweiten Keyboarderin im Bunde ,  Hilde Müller .   




Das zweite Set wird dann nach einer gut 15 minütigen Erholungspause von einem großartigen Klassik - Bass - Solo von Philipp Rehm eröffnet ,  dem weitere Songs wie  "Wild Dog Meadow "  oder  " Dancery A.D.H.D. "  folgen .  " Return Of The Yedi Master "  oder  das Titelstück der CD  " Boomer Bends "  kommen an diesem erfüllenden musikalischen Abend ebenso zur Aufführung wie ein Cover - Song von  Procol Harum .  Das Publikum nimmt alles begeistert auf und spendet zahlreich und enthusiastisch Applaus .  Nach insgesamt 95 Minuten ist dann ein toller Live - Musik - Abend zu Ende und die Besucher:innen können hoch zufrieden nach hause gehen . 




Zuletzt sitzt Gitarrist Ali Neander ,  nach dem Konzert ,  am Bühnenrand im Rind - Saal und verkauft dort persönlich die  " Boomer Bends " - CD an die restlos begeisterten Konzertbesucher:innen die sich die Musik auch nach hause holen wollen und signiert die vom  " Rind "  zur Verfügung gestellten Konzertplakate .  Wie schon bei  " Hattler "  in Wetzlar im Herbst 2025 einfach Künstler die ganz nah dran sind an ihren  " Fans " .  Das macht SPASS !!!



Samstag, 7. März 2026

Herbert Noack " Mörderisches Rottweil "

 Buch-Kritik Herbert Noack  " Mörderisches Rottweil " ,  Gmeiner


Mit dem zweiten Fall um Kriminalkommissar Paul Zeller entführt uns Autor Herbert Noack erneut in die älteste Stadt Baden - Württembergs  -  nach Rottweil .  Im dortigen Salinenmuseum findet Inge Kurz , die 1. Vorsitzende des Fördervereins ,  am Morgen nach einem Vereinsfest die ehemalige TK Elevator Testturmmanagerin Elke Schatz erhängt im Rundbau des Museums .  Gemeinsam versucht das Team um Zeller ,  seine Kollegin Elli Jones ,  Spurensicherer Ulli Brenner und IT - Spezialistin Carla Zimmermann den Fall zu lösen .  Sparzwänge durch die neue Staatsanwältin Sonja Beinhard erschweren die Ermittlungen ebenso wie das persönliche Schicksal Zellers  ( die Verarbeitung des Todes seiner Lebenspartnerin )  als auch die unklare Motivlage .  Was haben u.a. der Anwohner Sander ,  die Museumsteammitglieder Merkle ,  Gehrke und Klein oder Bauunternehmer Roland Bauer und seine Frau mit der Toten zu tun ?  Warum müssen weitere Personen sterben ?  Ein von Herbert Noack großartig geschriebener Krimi mit unerwarteten Wendungen und einer extrem spannenden und überraschenden Auflösung des Falls .  Die Atmosphäre der Schauplätze ,  die persönlichen Lebensumstände der beteiligten Personen und der gesamte Plot werden einfühlsam und gut nachvollziehbar beschrieben  -  einfach ein toller Regionalkrimi .  275 Seiten die wie im Flug vergehen und Spaß machen zu lesen .  Bin schon sehr auf das Debut von Zeller  " Die Toten Von Rottweil "  gespannt .