Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Samstag, 21. Juni 2025

Pint Size Company 15.05.2025

 Konzert-Kritik Pint Size Company  15.05.2025 ,  " StRiedKULT-Klub "  Wolfskehlen            

Donnerstag Abend ,  19:15 Uhr  im gemütlichen StRiedKULT - Klub in der ehemaligen Dusche des Bürgerhauses Wolfskehlen .  Die Bühne ist mit rotem Teppich,  Steh -  und Nachttischlampe ausgestattet und taucht diese in warmes Licht .  Die Folkgruppe  " Pint Size Company "  ( mit ihrem Motto :  " folky dokey " )  ist heute nach 2023 zum zweiten Mal zu Gast in dem kleinen  Klub und kann an diesem Abend mehr als 20 Gäste  " hautnah "  begrüßen .  Mit Cello ,  Geige ,  Gitarre,  Bouzouki ,  Duicister ,  Mandoline ,  Concertina ,  Harmonium ,  Spoon ,  Synthesizer sowie Low -  und Tinwhistle  ist die Bühne wieder voll bestückt und die Band um  Michael  " Maikel "  Waidner ,  Katrin König ,  Burkhard  " Buggy "  Ilsen ,  Joachim  " Jo "  Dorsheimer und die neue Cellistin Gillian Bane bietet in den nächsten knapp zwei Stunden ein spannendes und abwechslungsreiches Konzerterlebnis rund um irische und schottische Folkmusik ,  gespickt mit ein paar Ausflügen nach Spanien ,  Deutschland und die Bretagne . 

Insgesamt 26 Songs von  " Step It Out Mary " ,  " Ready For The Storm " ,  dem schottischen  " Tam Lin " ,  " Trip To Pakistan " ,  dem irischen Rebellensong  " Black And Tans " ,  " The Toormore " ,  " Underwater " ,  " Bear Dance " ,  " Bonaparte`s Retreat " ,  " Follow Me Up To Carlow " ,  " Locked Behind This Door " ,  dem Pogues - Song  " Young Ned Of The Hill " ,  " Bonaparte Crossing The Rhine "  bis zu den beiden in bretonischer Sprache gesungenen  " Cider Drinking Song "  und  " Tri Martolod "  ,  dem von Jo Dorsheimer geschriebenen deutschen  " Nackt "  sowie dem spanischen  " 20 De Abril "  werden mit viel Gefühl und Enthusiasmus von den fünf Musiker:innen dargeboten .  Dabei wechseln sich  Katrin König und Buggy Ilsen immer wieder im Gesang ab und auch Jo Dorsheimer übernimmt einmal den Leadgesang .  Zusätzlich sorgt die sich ständig wechselnde Instrumentierung für Abwechslung in den Songs und zeichnet  auch  " Catharsis " ,  "Fishmonger`s Curse " ,  " Lady In Black " ,  " Never Did I " ,  " Parson`s Farewell " ,  " Raggle Taggle Gypsy " ,  " Two Ravens "  sowie  " Star Of The County Down "  aus .     Das Publikum dankt es der Band dabei mit anhaltendem Applaus ,  tanzt und wippt rhythmisch mit und unterstützt bei der Zugabe  " Blowin` In The Wind "  mit eigenem Backgroundgesang .  Ein wieder rundum gelungener Auftritt ,  mit spontaner Setlist ,  immer abgestimmt auf das musikalische Gefühl auf der Bühne und die Reaktionen des Publikums .  Das sollte nicht der letzte Auftritt der Band im Klub gewesen sein  - frei nach dem StRiedKULT - Motto :  " live ,  hautnah und unplugged  ( akustisch ;-) "  gerne wieder  " folky dokey "  im KLUB !




























Sonntag, 15. Juni 2025

Martin Suter " Allmen Und Die Libellen "

Buch-Kritik Martin Suter  " Allmen Und Die Libellen " ,  Diogenes              

In seinem 1. Roman der  " Allmen " - Reihe  ( für`s Fernsehen verfilmt mit Heino Ferch und Samuel Finzi )  rund um den Lebemann und  " gelegentlichen Kunstdieb "  Johann Friedrich von Allmen nimmt uns Autor Martin Suter mit in die Welt der Züricher High - Society .  Allmens ausschweifender Lebensstil hat diesem sein reiches Erbe ( sein Vater Hans hat mit Grundstücksspekulationen Millionen verdient )  aufgezehrt und um dieses Leben trotzdem aufrecht zu erhalten und den Schein nach Außen zu wahren verdingt sich der Schuldenmacher und Müßiggänger eben immer wieder als Kunstdieb  ( und gründet zum Abschluss dieses ersten Falls eine Agentur zur Wiederbeschaffung von gestohlenen Kunstgegenständen ) .  Das Diebesgut ,  aktuell eine wertvolle Schale die er bei einem Stelldichein mit der durchtriebenen Tochter der Familie Hirt entwendet hat ,  verkauft er zunächst aber noch bei einem Antiquitätenhändler namens Tanner ,  um bei dessen Konkurrent und Kreditgeber Döring u.a. seine Schulden tilgen zu können .  Doch dieser Döring sitzt Allmen  erbarmungslos im Nacken und fordert seine ausstehenden 12.500 Franken zurück .  Da kommt es Allmen ganz recht ,  dass Tanner an weiteren Schalen aus dem Hause Hirt interessiert ist.  Nur zu Dumm das Tanner umgebracht wird und Allmen ihm eben diese weiteren Schalen nicht beschaffen und verkaufen kann .   Mit seinem guatemaltekischen Butler Carlos  ( den er schon lange nicht mehr bezahlen kann )  muss Allmen nach dem Tod des Antiquitätenhändlers Tanner also das Rätsel um die weiteren Schalen ,  einen alten Freund und den Mord an Tanner aufklären .  Das ihn dabei immer wieder glückliche Umstände retten sei mal dahin gestellt .   Ein ruhig  und präzise beschriebener Roman im typischen Martin Suter Stil ,  der mit viel Ambiente aus der höheren Gesellschaft ,  dem  " Gehabe "  und dem  " Schein "  spielt und nicht von Actionszenen profitiert sondern in seiner entspannten Art an der Lösung des Falls teilhaben lässt .  Eigentlich ist Allmen ein Taugenichts und Snob ,  peinlich und dekadent aber vielleicht gerade deshalb in seiner Gesamtperson dem / der Leser:in sympathisch .  Wer weiß das schon ?  Aktuell ist Band 7  "  Allmen Und Herr Weynfeldt "  erschienen . 


Freitag, 13. Juni 2025

Galahad 08.06.2025

 Konzert-Kritik Galahad  08.06.2025 ,  " Das Rind "  Rüsselsheim         


Ein ganz besonderes Prog - Konzert konnten am Pfingstsonntag  gut 100 Musikbegeisterte im Rüsselsheimer  " Das Rind "  erleben .  Auf ihrer  " 40 Jahre "  Jubiläumstour machte die aus Dorset in England stammende Band Galahad Station im kleinen aber feinen  " Progtempel "  des Rhein - Main - Gebietes und verzauberte die Anwesenden über zwei Stunden mit einer aussergewöhnlichen Mischung aus Prog -  und Rockmusik gespickt mit Elektro - ,  ja fast schon Techno - Elementen sowie cineastischen Soundeffekten . 


Die 1985 gegründete Band um das letzte Urmitglied Stuart Nicholson  ( Gesang ) ,  Gitarrist Lee Abraham ,  Bassist Mark Spencer ,  Keyboarder Dean Baker und Schlagzeuger Spencer Luckman strotzte dabei vor Spielfreude und auch der Spaß der Bandmitglieder nach so langer Zeit wieder einmal auf einer deutschen Bühne zu stehen und die positiven Reaktionen des Publikums zu spüren war ihnen deutlich anzumerken .  Los ging es gleich mit  dem kraftvollen  " Alive "  vom 2022er Album  " The Last Great Adventurer " ,  gefolgt von  " Guardian Angel "  von  " Beyond The Realms Of Euphoria " .  Markant dabei immer wieder die prägenden Sounds von Dean Baker ,  die mit großartigen Melodien und flinken Soli von Gitarrist Lee Abraham versehen werden .  Dazu der typische ,  tolle Gesang von Nicholson auf dem Groovefundament vom Duo Spencer / Luckman  -  ein wahrer Genuss und vom Publikum immer wieder mit frenetischem Applaus bedacht .  Mit den jeweiligen Titelstücken  " Empires Never Last "  und  " The Last Great Adventurer "  geht es dann gleich faszinierend weiter .  Im Bühnenhintergrund wird auf einer Leinwand das jeweilige Stück passend optisch in Szene gesetzt und auch Bassist Mark Spencer kann sich  " solo "  mit starkem Bassgroove in den Vordergrund spielen und genießt dabei sichtbar die Reaktion des Publikums und grinst über das ganze Gesicht . 




Mit dem dramatisch beginnenden Longtrack  " Sleepers "  vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1995 und dem Wechsel von ruhigen mit kraftvollen Elementen setzt die Band ihren musikalischen Weg spannend fort ,  gefolgt von  " Sidewinder "  mit verstärkten Elektroelementen und integrierten Sprachteilen .  Wenn die Gitarren hier hart rockend dazwischen fährt ,  es in den epischen Refrain mündet und sich der Rhythmus sowie das Tempo wechselt ist Abwechslung angesagt und zeigt die große Bandbreite der Galahad - Songs .  " This Life Could Be My Last "  mit Pianobeginn und Gesang startet dann als Ballade bevor auch hier spacige Elektrosounds in einen eingängigen Progsong münden und die Gesangsmelodie einfach im Ohr hängen bleibt .  Kurze Ansagen von Sänger Stuart Nicholson führen im Laufe des Abends durch das Programm ,  lockern die Stimmung mit kleinen  " Anekdoten "  auf und geben kurze Infos zu den Songs .  " Room 801 "  ( von  " Nothing Is Written "  )  handelt so z.B.  von außerirdischen Besuchern auf der Erde . 




" Richelieus Prayer "   vom gleichen Album ,  mit dramatischem und kraftvoll gespieltem Rhytmusteil und Spinett - und Orgelklängen ,  folgt als nächstes bevor  "The Long Goodbye "  vom neusten Galahad - Werk mit seinem inhaltlichen Thema  " Demenz "  und dazu passendem Einspieler ,  trotz toller Melodie und Kraft,  Tränen in die Augen treibt .  Der Song bewegt !  Damit ist das reguläre Set nach 120 Minuten beendet wobei es sich die Band natürlich nicht nehmen lässt mit dem sehr elektronisch angelegten  " Seize The Day "  noch einmal die Bühne und den Zuschauerraum ,  Gitarrist Lee Abraham und Bassist Mark Spencer kommen von der Bühne und spielen dort weiter ,   " abzureißen " .  So geht  " Fan - Nähe "  und hinterlässt ein rundum glückliches und zufriedenes Publikum ...  und der Band hat es sichtlich auch gefallen  " Das Rind "   130 Minuten zu verzaubern ,  die Reaktionen des Publikums zu empfangen und lauter strahlende Gesichter zu hinterlassen .