Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Samstag, 13. Mai 2023

Sven Stricker " Sörensen Hat Angst "

Buch-Kritik Sven Stricker  " Sörensen Hat Angst " ,  rororo        


In der von Autor Sven Stricker ,  1970 in Tönningen  ( Nordfriesland )  geboren und heute in Potsdam lebend ,  neu geschaffenen Kriminal - Serie um KHK Sörensen erlebt der / die Krimifreund*in ein paar ganz besondere Protagonist*innen ,  in einer vordergründigen friedlichen Region Deutschlands  -  Kattenbüll in Nordfriesland .  Der Hamburger Kriminalhauptkommissar Sörensen quittiert den Dienst in Hamburg um sich ,  nach gescheiterter Ehe und mit einer Angststörung belastet ,  im kleinen Dorf Kattenbüll von seinem vorherigen Leben zu erholen .  Doch kaum in Nordfriesland ,  mit seinen ganz speziellen Bewohner*innen ,  angekommen wird der dortige Bürgermeister erschossen .  Weitere Tote folgen in kürzester Zeit und neben dem Kampf mit seinen Dämonen muss Sörensen mit Presse ,  Politik und einflussreichen Geschäftsleuten vor Ort zurecht kommen .  Neue Kolleg*innen wie die Streifenpolizisten Dhonau & Faltermeyer ,  Kriminalhauptmeisterin Jennifer Holstenbeck oder Kriminalkommissaranwärter Malte Schuster ,  sein neuer kleiner Freund  " Cord "  und die Aufdeckung von Abgründen prägen die ersten Tage sowie die Lösung der Mordfälle .  Ein von Sven Stricker herrlich erdachter und mit vielen kleinen Eigenarten der Menschen und natürlich der Hauptperson Sörensen beschriebener Kriminalfall ,  der dem / der Leser*in die Atmosphäre des Landstrichs und das Typische der Menschen sowie die Schwierigkeiten des Kommissars einfühlsam miterleben lässt .  Ob Sörensen hier seine Angststörung überwinden kann ,  kann aktuell in bereits drei weiteren Fällen nachvollzogen werden .  Dieser erste Fall wurde übrigens bereits mit Bjarne Mädel  ( " Tatortreiniger " ,  " Mord Mit Aussicht " )  als KHK Sörensen für`s  Fernsehen verfilmt . 

Donnerstag, 11. Mai 2023

Paul Carrack & The SWR Big Band " Don`t Wait To Long "

CD-Kritik Paul Carrack & The SWR Big Band  " Don`t Wait To Long " ,  SWR Media     

12 Songs ,  komponiert in den Jahren 1929 bis 2004 ,  im typischen Big Band Sound der SWR Big Band ,  mit dem  " Crooner "  Paul Carrack am Gesang ,  werden dem / der geneigten Zuhörer*in auf  " Don`t Wait To Long "  aus dem Jahr 2023 geboten .  27 Musiker*innen plus 4 Backgroundsänger*innen zeigen bei einer Spielzeit von 46 Minuten wie eine Band mit Streichern ,  Bläsern und und tighter Rhythmus - Section ohne Ende in den unterschiedlichsten Tempi swingen und grooven kann . Unterstützt werden sie dabei musikalisch auch von Carrack ,  der sowohl Orgel  ( Hammond - Organ )  als auch Piano spielt .  Dabei wirkt alles sehr relaxt ,  lädt gleichzeitig aber immer wieder zum Tanzen ein .  Einfach ein Album welches in seiner Gesamtkonstellation Spaß macht und über 30 Musiker*innen dabei zeigt ,  was sie am Besten können :  mit großartiger Musik Freude bereiten !  Da darf auch ein ruhiger Song ,  den auch ein Roger Cicero gut hätte singen können ,  wie  " Don`t Let The Sun Catch You Cryin` "  aus dem Jahr 1946 mit ganz vielen Streichern ,  inklusive betörendem Saxophon - Solo ,  nicht fehlen .  " Swing `En Gros " ,  manchmal etwas Blues und Gefühl ,  R `n ` B  -  ein breites Spektrum ist geboten .  " Ain`t  Nothing You Can Do "  groovt ohne Ende und gerade hier  zeigt die Orgel ihre besondere Klang - Wirkung .  Ein bisschen Funk hier ,  eine wenig Soul dort ,  Posaunenklänge im rhythmischen  " Question "  von 1960  oder Saxophon - Klänge im fast schon  " aktuellen "  " The Only Thing Missing is You "  aus 2003 ,  einer gefühlvollen  " Ballade "  -  Abwechslung wird stets groß geschrieben .  So gibt es auch Soloausflüge von Flügelhorn ,  Bass ,  Bariton -  ,  Alt -  und Tenorsaxophon sowie der Gitarre zu bestaunen .  Und über allem steht die großartige ,  gefühlvolle Stimme des ehemaligen  " Mike And The Mechanics " - Sängers Paul Carrack .  Hier scheinen sich einfach Band und Sänger gefunden zu haben ,  denn die Beiden treten seit Jahren gemeinsam live auf und veröffentlichen ,  wie hier ,  regelmäßig tolle Musik .  " The Frim Fram Sauce " ,  "Trust In Me " ,  " Bring It On Home To Me "  oder  " Next Time You See Me "  -  eine Dreiviertelstunde Big Band Sound der einfach viel zu schnell vergeht .  Zum Glück gibt es ja die  " Repeat " - Taste !!!

Dienstag, 9. Mai 2023

Giancarlo Pugliese 06.05.2023

Krimilesung Giancarlo Pugliese 06.05.2023 ,  " Jugendhaus WoGo United "  Goddelau   
























Frühlingshafter Samstag Abend ,  19:00 Uhr im Jugendhaus in Goddelau .  Die Bühne ist mit Lesetisch und Leselampe bestückt ,  daneben ein mit rotem Tuch ,  Totenköpfen und einem KRIMI - Schriftzug drapierter weiterer Tisch aufgebaut .  Giancarlo Pugliese ,  Autor aus Berlin ,  in seiner Jugend im Riedstädter Stadtteil Goddelau aufgewachsen ,  liest aus seinem Riedstadt - Krimi  " Bloß weg " ,  erschienen im Contra - Bass Verlag vor rund 30 gespannt wartenden Zuhörer*innen .  Viele Freund*innen und Schulkamerad*innen aber auch weitere Gäste aus Riedstadt und dem Umland sind gekommen ,  um der Geschichte von Giacomo und seinen Freund*innen zu lauschen .  Eingebettet in einen fiktiven Kriminalfall mit einem Toten und der Kriminalpolizei ,  ist dem Autor  und das wird bei der Lesung allen Besucher*innen schnell klar ,  mehr die Schilderung der Situation der Kinder mit all` ihren persönlichen Schwierigkeiten und der Enge in einem kleinen Dorf dieser Zeit wichtig .  Erste Zwischenmenschliche Erfahrungen ,  Heimatlosigkeit ,  Ungewissheiten und Zwänge sind dabei der wichtige Hintergrund in der spannenden ,  lokalen Krimierzählung .  Mit ruhiger Stimme gelesen und zwischen den Leseabschnitten kurz kommentiert ,  liest Pugliese so mehrere ihm wichtige Abschnitte aus seinem 274 Seiten starken Buch gekonnt vor .  Im Anschluss an die knapp 1 stündige Lesung kommt es dann auch noch zu einem regen Gesprächsaustausch zwischen Autor und Publikum über die damalige Zeit ( Anfang 80er Jahre ) ,  die örtlichen Begebenheiten und die versteckten Anekdoten der damaligen Zeit .  Dabei verriet der Autor auch zum Schluss ,  dass sein nächster Roman dann doch ein paar Kilometer weiter in Australien spielen wird .  












Während sich die Besucher*innen im Anschluss noch weiter gemeinsam unterhielten ,  ein bisschen glich der Abend auch einem verspäteten Klassentreffen nach über 30 Jahren ,  begleitete der aus Groß-Gerau stammende und in Darmstadt lebende Gitarrist   " oRoNZo "  mit elektronischen Ambient - Gitarrenklängen und Sounds sphärisch den restlichen Abend und sorgte so für eine stimmungsvolle musikalische Hintergrund Untermalung und beschloss so einen tollen ,  lokalen Kulturabend wie er gerne öfter stattfinden kann und im Dezember 2023 an gleicher Stelle auch soll .  

Sonntag, 7. Mai 2023

Jukka Perko Avara " Invisible Man "

CD-Kritik Jukka Perko Avara  " Invisible Man " ,  ACT      

Mit  " Invisible Man "  veröffentlichen im Jahr 2016 der Alt -  und Sopran - Saxophonisten Jukka Perko ,  E - Gitarrist Jarmo Saari und Akustik - Gitarrist Teemu Viinikainen  12  charakter -   sowie  stimmungsvolle und Geschichten erzählende Songs  ( inkl. zwei Coversongs )  mit einer Spielzeit von 51 Minuten .  Das stilprägende Saxophon gepaart mit wundervollen Gitarrenklängen sind hier das Merkmal der aus Finnland stammenden Formation .  Los geht es mit dem titelgebenden ,  stimmungsvollen  " Invisible Man " bevor in der zweiten Eigenkomposition  " Like Father Like Son "  verschmitzt kleine bekannte Melodien zitiert werden .   Der nun folgende Coversong  " Tears In Heaven "  ( Eric Clapton )  erlangt durch das Saxophon ,  mit den begleitenden Gitarren ,  dann sogar noch etwas mehr Melancholie als das Original .   " He Left The Road " ,  mit spanischen Gitarrenklängen und klopfendem Beat ist dann flotter und experimenteller unterwegs ,  spielt zusätzlich aber auch mit schönen Tempowechseln .  Während sich in   " Pimento "  anschließend Saxophon und Akustikgitarre in der Melodieführung ergänzen ,  strahlt  " Sweet Solution " ,   mit betonter Akustikgitarre ,  eine große Ruhe aus .  Im Kontrast dazu erzeugt die  E - Gitarre in  "Nameless Angel "  ungewöhnliche Klänge und steht hier im Gegensatz zu den meisten anderen Stücken mehr im Vordergrund .   Das vertraut klingende  "Helmi"  und das trotz Jazzspielereien flotte und eingängige  " Open Door "  folgen bevor Coversong Nummer zwei geboten wird .  Peter Gabriels  "Don`t Give Up "  mit tragendem Saxophon präsentieren diesen Hit in einer tollen und spannenden Version .  " Pavane "  beschließt schließlich ein stets spannendes ,  beeindruckendes und eingängiges Jazz - Album aus dem hohen Norden . 

Freitag, 5. Mai 2023

Reclam " 100 Seiten "

Buch-Kritik viele /r  Autor*innen  " 100 Seiten " ,  Reclam        





















































              Mit der 2017 gestarteten Buch  -  Reihe  "  100 Seiten "  im Reclam Verlag ,  hat der / die geneigte Kulturliebhaber*in und Interessierte die Möglichkeit ,  möglichst kompakt und eben genau auf 100 Seiten begrenzt ,  für knappe 10.- € ,  sich dem gewünschten   " Kulturobjekt "  aus den unterschiedlichsten Sparten zu nähern und zu widmen .  Neben den abgebildeten Büchern sind aktuell schon über 100 Bücher erschienen und man kann auch über z. B.  das Wandern ,  Comics ,  Klimakrise oder das   Mittelalter vieles erfahren  -  es bleibt eben nicht nur bei  " Kulturthemen "  sondern auch Depression ,  Homer ,  Bitcoins ,  Astrologie ,  Propaganda ,  Wasser ,  Antisemitismus ,  Lego oder  IKEA sind weitere Themen die es zu entdecken gilt .  Natürlich können alle diese Bücher ihr jeweiliges Thema nicht gänzlich umfassen aber einen ersten interessanten Einblick verschaffen und zur weiteren Beschäftigung anregen denn Bekanntlicherweise gilt ja:  Wissen ist Macht ,  macht schlau ,  kritisch und lässt uns die Welt ein kleines bisschen besser verstehen !

Mittwoch, 3. Mai 2023

Lordi " Screem Writers Guild "

CD-Kritik Lordi  " Screem Writers Guild " ,  Atomic Fire           

Mit dem nunmehr 11. und neusten Studio - Album  " Screem Writers Guild " ( wenn man die 7 CD - Box  " Lordiversity "   als nur eine CD zählt )  beglücken uns Lordi aus Finnland im Jahr 2023 . Eingängigen Hard Rock Melodien ,  AOR ,  mit rauem Gesang von Mr. Lordi versehen ,  in gruseligem Gesamtkonzept ,  mit starken Gitarrensoli ,  eingängigen Refrains und geschmackvollen Keyboardklängen sowie starken Backgroundchören und tighten Rhythmen werden geboten .  So liefern uns die 5 Monster um Sänger Lordi ,  Gitarrist Kone ,  Keyboarderin Hella ,  Bassist Hiisi und Schlagzeuger Mana mit 14 Songs inklusive 2 gesprochenen Teilen ,  bei einer Spielzeit von 55 Minuten ,  eingängige Rocksongs im Stil von Ghost ,  Nestor und  Alice Cooper ergänzt mit Balladen im Stil von Poison oder Guns N` Roses .  Auch das Night Flight Orchestra kann als Vergleich heran gezogen werden und zeigt die Bandbreite und Qualität dieses neusten Lordi - Werkes .  Die Band ist einfach ein Gesamtkunstwerk welches nicht zu Ernst genommen werden möchte und sowohl optisch als auch musikalisch eine Einheit darstellt .  Das Teil macht einfach Spaß ,  wenn auch für die ernsten und harten Rocker manchmal zu  " poppig "  -  aber dafür gibt es ja genug andere Bands !

Montag, 1. Mai 2023

Connor Selby " Connor Selby "

LP-Kritik Connor Selby  " Connor Selby " ,  Mascot Music Provogue           


Mit dem jungen Connor Selby aus Essex in Großbritannien macht sich ein weiterer Gitarrist und Sänger auf den Weg ,  den Blues weiter zu tragen und in die Fußstapfen von Kollegen wie des leider viel zu früh verstorbenen kanadischen Gitarristen und Sängers Jeff Healey ,  des Amerikaners Joe Bonamassa oder des deutschen Henrik Freischlader zu treten .  Mal ruhig mit viel Hammond - Orgel oder schwungvoll mit Bläsern aufgepeppt  -  die musikalische Bandbreite ist groß und macht ,  inklusive der warmen Stimme und dem tollen Gitarrenspiel von Connor Selby ,  unheimlich viel Spaß .  In der Schnittmenge von souligem Rock und Blues ,  bei einer Spielzeit von 77 Minuten mit 14 Songs ,  bewegen sich Stücke wie  " I Can`t Let You Go " ,  " The Man I Ought To Be " , " Hear My Prayer "  oder  "Show Me A Sign " .  Andere Rezensenten vergleichen Connor Selby teilweise auch mit Blues - Größen wie Buddy Waters oder Buddy Guy .  Einen Hauch Gospel,  Funk oder Pop ist zwischendurch auch immer mal wieder zu erkennen und zeigt die meist moderne Ausrichtung dieser Blues - Scheibe ,  die allerdings auch die klassischen Blues - Balladen enthält .  Mit seiner  " Band "   rund um Bassist Stefan Redtenbacher ,  den Gitarristen Joe Anderton ,  Tony Remy ,  Mike Outram und Scott McKeon ,  den Keyboardern Liam Dunachie und Ross Stanley ,  Schlagzeuger Mike Sturgis sowie den Bläsern Paul Jordanous  ( Trompete ) ,  Andreas See  ( Saxophon ) ,  Richard Beesley  ( Saxophon ) ,  Gerd Rahstorfer  ( Trompete )  und Hermann Mayr  ( Posaune )  ist hier ,  auf optisch schönem braunen Vinyl ,  eine warme und entspannte Musik des  " Young Artist Of The Year "  ( UK Blues Award )  zum Genießen entstanden .