Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Montag, 13. Juni 2022

Ozzy Osbourne

Der  " Prince Of Darkness "      

Der am 3. 12. 1948 in Birmingham ( England ) geborene John Michael  " Ozzy "  Osbourne war im Zeitraum von 1969 bis 1979 Sänger der englischen Band  " Black Sabbath "  ,  die als Urväter und Mitbegründer des Heavy Metal gelten .  Mit seiner besonderen Stimmfarbe war und ist er ein prägendes Element im Sound der Band bis zu deren Auflösung im Jahr 2017 . 1979 trennte sich die Band nach 8 gemeinsamen Aufnahmen und großem Erfolg aufgrund von Drogeneskapaden von ihrem Sänger ,  der seitdem  ( ab 1980 )  als Solokünstler bis heute aktiv ist .  Mit seiner Debut LP  " Blizzard Of Oz "  und dem Nachfolger  " Diary Of A Madman "  stellte sich sowohl in Amerika als auch in England sofort Erfolg ein und sein Gitarrist Randy Rhoads galt als Gitarrengenie ( und war Ozzys bester Freund ) .

Als Gitarrist Randy Rhoads am 19. März 1982 bei einem tragischen Flugzeugabsturz starbt ,  schien die Karriere von Ozzy Osbourne bereits wieder am Ende              ( schließlich hatte er einen persönlich wichtigen Menschen verloren ) .  Mit dem Livealbum  " Speak At The Devil " ,  auf dem nur Black Sabbath Stücke und eine Widmung an Randy Rhoads enthalten waren und der Rückholaktion von Bassist Bob Daisley  ( auch als Komponist )  sowie dem Einstieg des neuen Gitarristen Jake E. Lee konnte mit dem `83er Album  " Bark At The Moon "  aber doch an die alten Erfolge angeschlossen werden .

" The Ultimate Sin "  ( 1986 ) ,  " No Rest For The Wicked "  ( 1988 )  und   " No More Tears "  ( 1991 )  erzielten sogar noch bessere Chartnotierungen über die amerikanischen und englischen Grenzen hinaus und machten den Sänger endgültig zum Superstar .  Die illustre Musikergilde um Zakk Wylde ,  Steve Vai oder Gus G. an den Gitarren ,  Bassisten wie Rudy Sarzo ,  Pete Way ,  Geezer Butler oder Robert Trujillo ,  Schlagzeuger wie Tommy Aldrige ,  Carmine Appice oder Deen Castronovo sowie die Keyboarder Don Airey  oder Rick Wakeman ,  die in all`  den Jahren in Ozzy Osbournes Band spielte liest sich dabei ebenfalls wie ein  " who is who "  der harten Rockmusik . Die Eskapaden ( abgebissener Fledermauskopf ,  Alkohol - und Drogenexzesse )  und  " Missgeschicke "  ( Quad - Unfall ) des Sängers trugen dabei  ( neben der Reality - Show  " The Osbournes " )  noch ein Übriges zum Ruf des  " Madman " bei .

Von 1995 bis ins Jahr 2020 veröffentlichte Ozzy Osbourne schließlich noch 6 weitere Alben ( inkl. eines Coveralbums ) wovon die letzten drei Scheiben  " Black Rain "  ( 2007 ) ,  " Scream "  ( 2010 )  und  " Ordinary Man "  ( 2020 )  in Deutschland ,  Österreich ,  der Schweiz ,  England und Amerika top Platzierungen in den jeweiligen Charts ( bis Rang 2 ) erreichten . 












Im Jahr 2023 soll schließlich seine  verschobene  " No More Tours 2  - Tour " ,  nach einer ebenfalls geplanten weiteren  CD - Veröffentlichung 2022 ,  nachgeholt werden und vermutlich die musikalische Karriere von Ozzy Osbourne beschließen . 

Samstag, 11. Juni 2022

Alma Naidu " Alma "

 LP-Kritik Alma Naidu  " Alma " ,   Leopard                    

Mit ihrer Debut - LP  " Alma "  bietet uns die aus München stammende und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Jazz - Sängerin  und Komponistin  Alma Naidu ,  die als das größte Gesangstalent der Republik bezeichnet wird ,  eine gefühlvolle Sammlung großartiger Jazzstücke .  Mit ihrer als gefühlvoll ,  dynamisch und wandelbar geltenden Stimme ,  mit ihrer Intonation und Dynamik verleiht sie den insgesamt 12 Songs das gewissen etwas .  Mit Starschlagzeuger Wolfgang Haffner als Produzent und Schlagzeuger ,  Gastbeiträgen von Posaunist Nils Landgren und Gitarrist Dominic Miller ergänzt , beruhen die Stücke ansonsten auf einer Kernbesetzung von eben Haffner am Schlagzeug ,  Claus Fischer am  Bass und Simon Oslender an den Tasteninstrumenten .  Beschwingte Midtemposongs ,  Balladen und eine Mischung von Pop ,  Blues sowie Jazz neben ein paar kleinen Klassikelementen machen das ruhige und relaxte Debut zu einem wahren Ohrenschmeichler für den genüsslichen Feierabend und lässt auf noch viele großartige Songs dieser tollen Künstlerin hoffen .  Wieder ein Stück Musik das mit seinem warmen Klang einfach auf Schallplatte gehört - Gatefold mit Texten und Bildern inklusive .

       








Donnerstag, 9. Juni 2022

Kayak 12.05.2022

 Konzertkritik Kayak + Lesoir 12.05.2022 ,  " Das Rind "  Rüsselsheim          


Donnerstag  12. 05. 2022  -  niederländischer Progressive Rock Abend im Rüsselsheimer  " Das Rind " .  Rund 50 dieser Musikrichtung zugetane Besucher*innen haben sich heute ,  unter der Woche ,  hier eingefunden ,  um der seit 50 Jahren aktiven Band  " Kayak "  aus Hilversum noch einmal bei ihrer Abschiedstournee zu lauschen und sich von ihr gebührend zu verabschieden .  Anwesende im Publikum ,  die die Band seit Gründungstagen kennen könnten ,  inklusive ;-)

Zuvor betreten aber die fünf aus Maastricht stammenden Landsmänner und Frauen von  " Lesoir "  die mit Instrumenten und Verstärkern / Boxen vollgestopfte Bühne des kleinen Musiktempels der  " Motor City " .  Mit ihrer Mischung aus Progressive -   und Post - Rock  (  " heavy aber mit Raum für Dynamik und Atmosphäre " )  wissen die Sängerin / Gitarristin und Querflötistin Maartje Meessen ,  Gitarrist Ingo Dassen ,  Gitarristin / Keyboarderin und Sängerin Eleen Bartholomeus ,  Bassist Ruben Heijnsbroek und Schlagzeuger Bob van Heumen von Beginn an zu überzeugen .  Dabei kann die 2009 gegründete Band auf ein Repertoire von über 40 Songs auf bereits veröffentlichten  CD`s  und die im Herbst erscheinende neue EP  " Babel "  ( aus der ein kleiner Ausschnitt gespielt wird)  zurück greifen .  Vierstimmiger Gesang , technische Spielereien ,  die Akzente der Querflöte ,  instrumentale  " heavy - parts " ,  sphärische und ruhige Klänge ,  melodiöser Gesang - abwechslungsreiche 65 Minuten Livemusik von einer Band ,  von der es sicherlich in den nächsten Jahren noch einiges zu hören geben wird . 


Nach einer 25 minütigen Umbaupause ,  da steckte noch ein kleines Problem im Gitarrenanschluss von Sänger Bart Schwertmann ,  betreten schließlich genannter und inzwischen leicht ergrauter Sänger Bart Schwermann ,  Gründungsmitglied / Keyboarder und Backgroundsänger Ton Scherpenzeel ,  Schlagzeuger Hans Eijkenaar ,  Bassist und Backgroundsänger Kristoffer Gildenlöw  sowie Gitarrist Marcel Singor die Bühne .  " 20 Perlen "  ,  so der Sänger ,  wurden aus dem gesamten Schaffenswerk der Band ausgewählt und tatsächlich mischen sich zu aktuellen Songs der letzten beiden
 Veröffentlichungen auch Stücke aus den Jahren `73 /  `75 und den 80er Jahren .  Da wird es auch mal poppig und sentimental oder ein Stück dem 2009 verstorbenen Schlagzeuger und Gründungsmitglied Pim Koopman gewidmet .  Der großartige Gitarrist Marcel Singor brilliert immer wieder mit fantastischen Soli und bietet als Sänger mit seiner nasalen Stimme einen tollen Kontrast zum stimmgewaltigen aber immer auch mit sehr viel Gefühl singenden Bart Schwertmann .  Dieser greift auch gerne mal zur Rhythmus -  oder Akustikgitarre und begleitet viele Stücke rhythmisch mit dem Tamburin .  Der Hüne in der Truppe ,  Bassist Kristoffer Gildenlöw ,  legt gemeinsam mit Schlagzeuger Hans Eijenaar einen grundsoliden Beatteppich und brilliert mit seinem  "Fretless Bass "  der nach elektrifiziertem Kontrabass klingt . TOLL !  Insgesamt werden an diesem Abend viele Instrumentalstücke geboten , so auch ein Soundtrackstück eines holländischen Films ,  die zeigen was die Band kann .  Neben den sphärisch und atmosphärisch wichtigen Klängen für den Gesamtsound von Kayak durch Ton Scherpenzeel fällt zusätzlich an diesem Abend auch wieder einmal auf  , wie wichtig sein Backgroundgesang für die Stücke der Band sind .  
110 Minuten großartige Livemusik  dieser niederländischen Prog -  ( Artrock ) Institution ,  die sich gebührend verabschiedet hat und die die Liebhaber*innen dieser Musikrichtung schon jetzt vermissen lassen . 

Dienstag, 7. Juni 2022

Jan Reetze " Der Sound Der Jahre "

Buch-Kritik Jan Reetze  " Der Sound Der Jahre " ,  Halvmall               

Mit  " Der Sound Der Jahre "  begibt sich Autor Jan Reetze auf über 500 Seiten auf den Weg ,  die Entwicklung der Musik  -  Rockmusik  -  in Westdeutschland der letzten ca. 100 Jahre zu Beschreiben und zu Hinterfragen .  Dabei wirft er seinen Blick auf die unterschiedlichsten musikalischen Genres mit ihren Verknüpfungen und Einflüssen auf weitere Musikentwicklungen .  Gleichzeitig beschreibt der Autor geschichtliche Begebenheiten und Zusammenhänge ,  die  immer eine Auswirkung auf  die musikalischen Strömungen ausgeübt haben oder Musiker*innen die gleichzeitig in unterschiedlichsten Genres und Konstellationen  ( Big Band ,  Rockband ,  Schlager ,  Studiomusiker oder  als Musiklehrer*in ) gespielt und gearbeitet haben .  Die Veränderung vom Mietmusiker hin zum Musiker der eigene Kompositionen aufführte .  Die  " Entstehung "  des  " Kraut - Rocks "  und ihre ersten Bands wie Amon Düül /  Amon Düül II  oder Can werden dabei genauso beschrieben ,  wie Musiker wie Klaus Doldinger ,  James Last oder Macher wie Siggi Loch ,  die für die deutsche Musikszene prägend waren ( und zum Teil auch heute noch sind ) .  Die Entwicklung der elektronischen Musik mit Gruppen wie Neu ,  Cluster oder Kraftwerk ,  den Modul - Moog - Synthesizer ,  die Berliner -  und Düsseldorfer Schule ,  Karl Heinz Stockhausen in der  " Klassik " oder den wichtigen Einfluss von Produzent Conny Plank auf die  " neue ,  deutsche "  Musik kommt ebenso zur Sprache ,  wie die Beschreibungen von Künstlern wie Michael Rother oder  Klaus Dinger .  Tangerine Dream ,  Georgio Moroder ,  Eberhard Schoener ,  die Hamburger Musikszene mit Lindenberg ,  Lake ,  Randy Pie ,  Novalis ,  Randy Pie ,  Atlantis oder Lucifer`s Friend findet ebenso Erwähnung wie die Agitprop - Politrockszene mit Floh De Cologne oder Ton Steine Scherben .  Produzent Dieter Dierks ,  NDW ,  DAF ... es gibt viel zu entdecken und erfahren in diesem absolut empfehlenswerten Rundumschlag zur deutschen  " Musikszene "  bis Ende der 90er Jahre .  500 Seiten starke und aufschlussreiche Lektüre !!

Sonntag, 5. Juni 2022

The Allman Brothers Band " Original Album Classics "

CD-Kritik The Allman Brothers Band  " Original Album Classics " ,  Sony                        




Mit der hier vorliegenden 5 CD Zusammenstellung der amerikanischen Allman Brothers Band ,  rund um die Musiker Gregg Allman  ( Gesang , Keyboard , Gitarre ) ,  Dickey Betts  ( Gitarre , Gesang ) ,  Warren Haynes  ( Gitarre , Gesang ) ,  Jai Johanny Johanson  ( Schlagzeug )  und Allen Woody  ( Bass ) ,  hat der / die geneigte Hörer*in die Möglichkeit ,  sich den Veröffentlichungen von 1990 - 1995 ,  der im Jahr 1969 in Macon , Georgia ,  im Süden der Vereinigten Staaten gegründeten Band ,  zu widmen .  Der kraftvolle und moderne Blues Rock ,  gepaart mit urtypischen Southern - Rock ,  Folk -  und Countryelementen ist dabei ebenso mitreißend und gekonnt vorgetragen wie die mit Jazz und Art - Rock gespickten instrumentalen Stücke .  Die 1995 in die  " Rock and Roll Hall of Fame "  aufgenommene Band zeigt hier bei drei Studio -  und zwei Liveaufnahmen welche Fähigkeiten in ihr steckt . 44 Songs bei über 4 Stunden Spielzeit und einem äußerst günstigen Anschaffungspreis - Musikherz was willst Du mehr ?  




Mittwoch, 1. Juni 2022

Kayak

 Progressive Rock aus den Niederlanden seit 50 Jahren          


1968 von Ton Scherpenzeel  ( Keyboard ,  Bass )  und Pim Koopman  ( Schlagzeug , gestorben 2009 )  in Hilversum in den Niederlanden gegründet ,  fanden sich die Beiden im Jahr 1972 mit Gitarrist Johan Slager ,  Bassist Cees van Leeuwen und Sänger Max Werner zusammen und begannen mit der Arbeit an ihrem ersten Album  " See See The Sun "  welches noch klar dem Progressive Rock  gewidmet war .  Mit ihren späteren Alben wie  " Kayak II " ,  " Phantom Of The Night",  " Periscope Life "  oder  " Eyewitness "  entwickelte sich die Band hin zum Art Rock mit Popeinflüssen bevor sich die Gruppe 1982 auflöste .

Anlässlich eines Fernsehauftritts traf die Band im Jahr 1999 wieder zusammen und es kam zur Reunion mit Sänger Max Werner ,  der die Band bereits ein Jahr früher  ( 1981 )  als die Bandauflösung ,   für eine Solokarriere ,  verlassen hatte .  Mit Keyboarder Ton Scherpenzeel  ( der zwischenzeitlich bei der Proginstitution Camel spielte )  sowie dem neuen Sänger Edward Reekers  ( Werner blieb nur bis 2000 ) ,  der Sängerin Cindy Oudshoorn  ( die Beide 2015 die Band wieder verließen )  ,  Gitarrist Johan Slager und Koopman am Schlagzeug wurden Platten wie   " Close To The Fire " ,  " Night Vision " ,  " Nostradamus - The Fate Of Man " oder  " Letters From Utopia "  veröffentlicht .  2011 folgte  " Anywhere But Here "  und 2014  " Cleopatra - The Crown Of Isis " .  
  

Mit der aktuellen Besetzung um Ton Scherpenzeel ,  Sänger Bart Schwertmann ,  Schlagzeuger Hans Eijkenaar ,  Gitarrist und Sänger Marcel Singor sowie Bassist und Sänger Kristoffer Gildenlöw veröffentlichte die Band 2018 das Album  " Seventeen " ,  2020  " Live 2019 "   und 2021  " Out Of This World " . Nach gesundheitliche Problemen des Bandleaders in den letzten Jahren haben Kayak für 2022 das Ende der Band angekündigt ,  werden dieses aber mit einer abschließenden Tour gebührend zelebrieren .