Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Freitag, 26. März 2021

Jerry Lewis " Der Bürotrottel "

Film-Kritik Jerry Lewis  " Der Bürotrottel ",  Paramount   

Der amerikanische Komiker und Schauspieler Jerry Lewis als chaotischer  " Botenjunge "  im Filmstudio  " Paramutual ".  Film aus dem Jahr  1961 mit den weiteren Schauspieler*innen  Brian Donlevy,  Dick Wesson,  Kathleen Freeman,  Isobel Elsom,  Sig Ruman,  Doodles Weaver  und  Felicia Atkins.  88 Min.

Mittwoch, 24. März 2021

Kadri Voorand Quartet " Armupurjus "

 CD-Kritik Kadri Voorand Quartet  " Armupurjus ",  Avarus Records 

Ein großartiges Stück Jazz legt uns die estländische Sängerin Kadri Voorand auf dieser CD,  aus dem Jahr 2016,  mit ihrem Quartet vor.  Gemeinsam mit Gitarrist Virgo Sillamaa,  Schlagzeuger und Perkussionist Ahto Abner und Bassist Taavo Remmel sorgt die Sängerin,  Pianistin,  Kalimbaspielerin und Frau für die elektronischen Effekte neben der Musikalität und Eingängigkeit in den Songs durch die Sprache,  nur vier der insgesamt 17 Songs sind in englischer Sprache - der Rest in Estländisch,  für eine besondere Nuance in den Stücken.  Sind die ersten 10 Titel sehr eingängig,  mit starken Pianosegmenten,  wird es ab Song Nummer 11 " You Took A Girl Got A Woman "  sphärischer bzw. experimenteller und  " moderner ".  Erst mit dem letzten Stück  " Aa Mine Uhkele Mehele "  schließt  sich der Kreis dieser sehr abwechslungsreichen Veröffentlichung noch einmal mit ruhiger und klassischer Jazzmusik, wobei die Vokalarbeit von Kadri Voorand erneut an Al Jarreau oder Bobby McFerrin erinnert.  56 Minuten tolle Musik erwarten den/die Hörer*in.

Montag, 22. März 2021

Maria Knissel " Letzte Meile "

Buch-Kritik Maria Knissel  " Letzte Meile ",  Societäts Verlag 

Dass es bei dem Ausdruck „letzte Meile“ um den letztmöglichen Kontakt in der Telekommunikation oder Stromversorgung geht, erfahren wir gleich zu Beginn des Romans. Und um dieses letzte Stück Kontakt, um Abschied, um die Möglichkeit der Verständigung und Verbindung geht es in diesem neuen Roman von Maria Knissel. Erzählt wird die Geschichte des Paares Samuel und Marlene, die ihre Tochter Teresa kurz vor ihrem 18. Geburtstag verloren haben. Beide müssen Wege finden, mit ihrem Schmerz und ihrer Trauer zu leben, Möglichkeiten, ihr Leben weiter zu gestalten, als Paar oder jeder für sich. Das Buch zieht einen gleich von der ersten Seite an in seinen Bann. Immer abwechselnd begleiten wir Samuel und Marlene in ihrer Lebenswelt, im Alltag, im Beruf, auf Reisen. Beide Personen sind derart plastisch und lebendig dargestellt, dass man die Geschichte am besten in einem Zug, ununterbrochen, durchlesen möchte, nicht gestört werden möchte bei der Lektüre. Der Roman hat eine ungeheure Bilderkraft, wie in einem 3-D-Kino meint man mitzuleben und sich mit den Personen im dreidimensionalen Raum zu bewegen. Kein Wort zu viel und kein Wort zu wenig. Maria Knissel beschreibt die jeweilige Verortung in feinen Details, den Gefühlszustand der Protagonisten, die Natur, die Farben, die Atmosphäre, die Gedanken. Man fühlt sich als Leser derart mit Marlene und Samuel verbunden, dass es einem den Atem nimmt. Und trotz des schweren Themas, der Verlust des eigenen Kindes, ist es kein Verlust- oder Trauerroman im herkömmlichen Sinne. Die Geschichte ist unglaublich lebendig, die beiden Eltern in ihrer Trauer auch. Sie bewegen sich an außergewöhnlichen und wechselnden Orten von großer Spannbreite. Das macht das Buch so besonders und faszinierend. Samuel ist Ornithologe und viel im Watt und in der Natur unterwegs. Es gibt wunderschöne Bildszenen, die ihn mit den Vögeln im Watt beschreiben. Marlene ist Windkraftingenieurin, - auch in ihre Welt tauchen wir ein. Und dann wandert sie als Mutter allein die Via Alpina über die Alpen, auf den Spuren des letzten Wunsches ihrer Tochter. So viele ungewöhnliche Schauplätze, die Maria Knissel minutiös recherchiert hat. „Letzte Meile“ ist wie ein großer 3-D-Kinofilm. Ein hervorragendes bildreiches psychologisch fein gezeichnetes Werk.

Samstag, 20. März 2021

Pendragon

" Neo - Prog "  aus England         











 

Die 1978 von Sänger und Gitarrist Nick Barrett in Stroud,  Gloucestershire als " Zeus Pendragon " gegründete Band " Pendragon "  wird dem  Musikstil des " Neo - Prog "  zugeordnet.  Hierzu zählen u.a  Bands wie " Marillion ",  " IQ ",  " Pallas ",  " Twelfth Night"  oder in späteren Jahren  " Jadis ",  " Enchant " oder die deutschen " Chandelier ".  Seit 1985,  mit  "The Jewel",  hat die Band,  die zu  Beginn ihrer Karriere des öfteren auch im Vorprogramm von Marillion aufgetreten ist,   in unregelmäßigen Abständen bis  heute 11. Studioalben veröffentlicht.












Neben Nick Barrett sind Keyboarder Clive Nolan ( seit 1986)  und Bassist Peter Gee ( seit 1978 ) langjährige Mitglieder der Gruppe - lediglich die Schlagzeuger wechseln häufiger - aktuell sitzt Jan - Vincent Velazco an diesem Instrument. War zu Beginn ihrer Laufbahn die Musik Pendragons in der Grundausrichtung der oben erwähnten Marillion,  zu Zeiten des ersten Sängers " Fish",  sehr ähnlich, entwickelte sich diese im Laufe der letzten  42 Jahre auch immer mal wieder,  entsprechend den persönlichen Erfahrungen,  Lebensumständen und Erlebnissen der einzelnen Musiker, weiter. " Härtere "  Klänge zogen in die Kompositionen ein und die verspielte, melodische Ausrichtung wurde durch rockigere Gitarrenklänge ergänzt.  Sehr schön ist diese Veränderung auch immer wieder an der jeweiligen grafischen Umsetzung der Covermotive der Veröffentlichungen abzusehen.












11 weitere Liveveröffentlichungen von " 9:15 Live " ( 1986 ) bis  " Masquerade 20 " ( 2017 )  zeugen von den großartigen Livequalitäten der Band.  Die Musiker ergänzen sich hierbei großartig wobei natürlich Sänger Nick Barrett als Frontmann im Vordergrund steht. Bei Liveauftritten wird die Band  gerne auch mal von einem mehrstimmigen weiblichen Backgroundchor begleitet. 












In der " Pendragon freien  Zeit " veröffentlichen Bassist Peter Gee ( Solo ) und Keyboarder/ Produzent/ Komponist Clive Nolan,  als Mitglied von  " Arena ",                  " Shadowland "  oder in anderen Projekten,  regelmäßig weitere großartige und zum Teil bombastische Musik.







Donnerstag, 18. März 2021

Baton Rouge " Shake Your Soul "

 CD-Kritik Baton Rouge "Shake Your Soul",  Rock Candy        

Die 1986 in Pearl River,  Louisiana gegründete Band Baton Rouge rund um Sänger Kelly Keeling ( MSG,  Trans-Siberian Orchestra ) und Gitarrist Lance Bullen veröffentlichte 1990 die hier vorliegende Debut - CD  " Shake Your Soul ".  Produziert von Jack Ponti ( u.a. Bon Jovi )  bietet uns die Band,  zu der auch Keyboarder und Gitarrist David Cremin,  Bassist Scott Bender und Schlagzeuger Corky McClellan gehörten,  13 Songs bei einer Spielzeit von 43 Minuten im Stil von

" Giant ",  " Winger ",  " Hurricane "  oder  " XYZ "  mit mehrstimmigen Backgroundchören,  dem rauen Gesang von Kelly Keeling,  der des öfteren an Paul Shortino  ( Rough Cutt,  Shortino ) erinnert und der starken Gitarrenarbeit,  die ebenso auf dem Keyboardunterbau als auch soliden Rhythmusfundament  von Bender und McClellan ruhen.  Großartiger US Hard Rock/ Melodic Rock der frühen 90er Jahre,  der leider später dem  " Grunge "  zum Opfer fiel.  Mit Songs wie    "Doctor ",  "  Walks Like A Woman ",  " Big Trouble ",  " It`s About Time ",  " Baby´s So Cool ",  " Young Hearts "  oder  " Spread Like Fire "  wird hier klassischer Hard Rock der frühen 90er Jahre mit viel Melodie/ Spaß und Gefühl geboten.

Mittwoch, 17. März 2021

Jerry Lewis & Dean Martin " Der Agentenschreck "

Film-Kritik Jerry Lewis + Dean Martin  " Der Agentenschreck ",  Paramount     

Der amerikanische Komiker Jerry Lewis gemeinsam mit Entertainer und Schauspielerkollege Dean Martin in einer wahnwitzigen " Agenten - Komödie "  aus dem Jahre  1955.  In weiteren Rollen Shirley MacLaine,  Eddie Mayehoff,  Dorothy Malone,  Eva Gabor,  George Winslow  und Anita Ekberg.  105 Minuten.

Dienstag, 16. März 2021

Jazzed:Up " Möglichkeiten "

 CD-Kritik Jazzed:Up  " Möglichkeiten ",  Stephan Völker  

Vielleicht liegt es am Cover-Foto, dem Blick auf einen endlos erscheinenden Horizont zwischen der türkis schillernden Wasseroberfläche und dem wunderbar wolkenlosen Zartblau des Himmels? Wie sanftes Wellenplätschern, mit soviel Leichtigkeit und Unbeschwertheit, nehme ich die ersten Klavierklänge wahr, mit denen der Anfangstitel „After the Dream“ beginnt. Ich muss unweigerlich ans Verreisen denken, fühle mich plötzlich herausgerissen aus der Lethargie, die sich nach einem Jahr Pandemie in mir breit gemacht hat.„Möglichkeiten“. Kurz denke ich über den Albumtitel nach. Möglichkeiten der Corona-Tristesse aus Lockdown, tagesaktuellen Fallzahlen, Maskenpflicht und Homeoffice zu entfliehen. Einfach ins Flugzeug steigen, eine neue Stadt, ihre Atmosphäre, ihre Menschen entdecken, das wäre so eine Möglichkeit. Es fehlt mir.Ich konzentriere mich wieder auf die Musik. Das Saxofon setzt ein, Sehnsucht packt mich und ich stelle mir vor, wie ich durch die Straßen von New York schlendere. Um mich herum pulsierendes Leben. Klaviersolo, meine Gedanken fließen weiter. Der Central Park, ein sonniger Nachmittag, im Vorbeigehen werfen die Blätter der Bäume flackernd ihre Schatten auf die Wege. Dann ein ruhiger Moment, Klavier und Schlagzeug verstummen, ich schließe die Augen und höre dem Kontrabass weiter zu. In Gedanken bin ich immer noch im Park, mache eine kurze Pause, setze mich auf eine Bank. Ich schaue den Passanten zu, eine Mutter und ihr Kind, ein Jogger, ein alter Mann mit Hut. Die Geräusche der Stadt verstummen, treten und in den Hintergrund. Der Ton des Kontrabass kommt mir plötzlich vor, wie das leise Rumpeln der U-Bahnen, das irgendwo in den Straßen weit weg durch die Luftschächte nach oben dringt.Dann wieder das Saxofon. Wieder Sehnsucht. Für einen letzten Augenblick versuche ich festzuhalten an der Melodie, dann endet der Song. Vor meinem inneren Auge stehe ich auf und mache mich auf den Rückweg zum Hotel. Der Traum ist zu Ende.                                                    Inhaltlich verweist der Albumtitel „Möglichkeiten“ natürlich auch auf die musikalische Ebene: Gemeinsam haben Stephan Völker (Saxofon), Ulrich Bareiss (Piano), Florian Schwappacher (Schlagzeug) und Christian Spahn (Kontrabass) die Corona-bedingte Auftrittspause im vergangenen Jahr zur Bandgründung genutzt. Unter dem Namen „jazzed:up“ loten sie - solo und im Zusammenspiel - musikalisch neue Möglichkeiten aus. Grundlage sind gemeinsame Klangvorstellungen und einfühlsame Interaktionen der Bandmitglieder.                                                                                                                                                                                        Die Begeisterung und den Spirit ihrer Konzertpremiere auf dem Schweizer Jazzfestival „Brienz meets Montreux“ im August 2020 nahmen sie für ihr Debütalbum mit ins Studio. Entstanden sind beeindruckende Aufnahmen voll überraschender musikalischer Momente. Im Mittelpunkt stehen eigene Kompositionen der Bandmitglieder. Daneben enthält „Möglichkeiten“ neu arrangierte Jazz-Klassiker von Herbie Hancock („Dolphin Dance“) und Horace Silver („Peace“). „Mi manchi tu“ ist die Neuinterpretation einer anrührenden Erinnerung des Bandleaders Stephan Völker an seinen verstorbenen Vater.                         Es gibt Musikalben, die einen vom ersten Ton an fesseln. Das Debütalbum von „jazzed:up“ gehört definitiv dazu. Es entführt in wunderbare Klangwelten und vertreibt die Lethargie trüber Homeoffice-Tage. Eindrucksvoll bewegen sich die vier Ausnahmemusiker dabei im Modern Jazz mit viel Raum für spannende Improvisationen.

Aufnahme: Klaus Endel, www.soundmore.de

Produzent: Stephan Völker, Jazzmusiker, Saxofonist, Komponist und Kulturpreisträger der Stadt Rüsselsheim, www.stephan-voelker.de

Vertrieb: mail@stephan-voelker.de

Format: CD

Tracks: 10

Laufzeit: 58:26 Minuten

Genre: Modern Jazz