Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Montag, 13. November 2017

Karl Bartos: "Der Klang der Maschine"

Karl Bartos: "Der Klang der Maschine", Eichborn Verlag

 

Karl Bartos? Wer ist Karl Bartos? Noch nie gehört? Studierter Musiker an der Musikhochschule in Düsseldorf. Kurze Zeit Bandkollege eines gewissen Marius Müller Westernhagen. Und dann? Tja, erinnert sich noch jemand an die Band "Kraftwerk"? Genau, jene Elektronikmusik - Pioniere aus den 70er/80er Jahren, gefeierte Band in Amerika, Frankreich und heute Kultband. Ja richtig, die mit dem Lied "Autobahn". Und genau jener Karl Bartos war ab 1975, seit der  LP "Radio - Aktivität" Schlagzeuger und später Mitkomponist dieser Gruppierung. In seinem Buch "Der Klang der Maschine" beschreibt er nun seinen musikalischen Werdegang bis zur heutigen Zeit - auch ohne die Band "Kraftwerk". In spannenden, meist sehr gut lesbaren Kapiteln, kann man hier die damalige Zeit, speziell die "unterschiedlichen Welten" von Musikhochschule mit Auftritten bei klassischen Konzerten und dem WG - Leben, kreativen Prozess und Touren mit Kraftwerk im In- und Ausland verfolgen. Wenn es zu Beschreibungen der neusten elektronischen Entwicklungen und Techniken kommt wird es für Nichttechniker zwar manchmal etwas speziell aber die Beschreibungen überschreiten selten die Marke von einer Seite. Absolut lesenswert.

"The Runaways" - Film

Filmkritik  "The Runaways"


Im Musikgeschäft erfolgreich zu werden bleibt für viele Musiker ein unerreichbarer Traum. Noch unnerreichbarer schien es in den 70er Jahren als Frau eine erfolgreiche Rockmusikkarriere zu starten. Eine der ersten auf diesem Gebiet war Joan Jett. Die 1958 geborene Amerikanerin erlangte 1982 mit ihrer Band "Joan Jett and the Blackhearts" und deren Hitsingle "I Love Rock and Roll" Weltruhm.
Floria Sigismondis 2010 erschienener biografischer Film, The Runaways zeigt die Änfänge von Jetts Musikkarriere und begleitet die junge Musikerin bis zu ihrem Durchbruch in den frühen 80er Jahren. Ganz nebenbei wird hier auch die Entstehung der ersten komplett weiblich besetzten Rockband dokumentiert! Zunächst steht nicht die junge Joan (Kristen Stewart) im Fokus der Geschichte sondern ihre Bandkollegin,  Cherie Currie (Dakota Fanning). Zu Beginn wird die Gründung von Jetts erster Band "The Runaways" und ihre Beziehung zu Currie thematisiert. Die jungen Musikerinnen geraten an den dubiosen Musikproduzenten Kim Fowley (Michael Shannon). Zu Jett und Currie stoßen noch Lita Ford (Scout Taylor-Compton) und Sandy West (Stella Maeve). In kürzester Zeit stellt Fowley die Band zusammen, hat dabei jedoch meist seinen finanzielle Nutzen im Sinn. Mit zunehmendem Erfolg der Band, nimmt die psychische und physische Gesundheit ihrer Mitglieder ab, es kommt zu Spannungen, Drogenmissbrauch und schließlich zur Auflösung der Band. Im Besonderen ist hier die Konfliktszene zu nennen, in der die jungen Musikerinnen dem Druck ihres Erfolges nicht mehr gewachsenen scheinen und es folglich zur Auflösung der Band kommt. Schauspielerisch überzeugen hier und im gesamten Film alle Darstellerinnen.
Sigismondis Film zeigt das Musikgeschäft der 70er und 80er Jahre in einem authentischen Licht und unterstreicht vor allem die schonungslose Vermarktung junger Musikerinnen von deren Produzenten ohne das Talent der Künstlerinnen außer Acht zu lassen. Interessant ist ebenfalls, dass Stewart und Fanning  sämtliche, im Film vorkommenden, Songs der Runaways neu eingesungen haben, was den bereits bekannten Liedern neues Leben einhaucht und die Charaktere um ein vielfacherers echter wirken lässt. Im Zuge der Echtheit der Charaktere sind ebenfalls die sehr überzeugenden Kostüme der Darsteller zu nennen. Kostümdesignern Carol Beadle hat hier ganze Arbeit geleistest, begonnen bei den normalen Alltagsoutfits der Darsteller bis hin zu ihren authentischen Bühenoutfits.
Abschließend bleibt zu sagen, dass The Runaways für alle Musikfans der 80er aber auch für Nachwuchsmusiker von heute absolut empfehlenswert ist.


Montag, 6. November 2017

Bands der Riedstadt - Feten

Bands der Riedstadt - Feten 1978 - 1992
Climax, Atrium, Ried Allstars, Ocean, Memphis, Upstairs, Junkyard Blues Band, Solid Ground, E. Robinson, Tiger B. Smith, Green, Rabeninsel, Ice, Nightingeale, Rodgau Monotones, Crystel Ball, Frankfurt City Blues Band, Wild Honey, Booster, Kittelmann, Break Point, Booze, Yours, Con - Men, Aquirre, Starfucker, Murphy`s Law, Feinbein, Blues Brewery, Timelight, Scrifis, Cetan Mani, Multiple Choice, Twilight, Stained Glass, Heidelberg Dream Band, Nelly And The Sick Nacks, The Phone, The Glitter Twins, Coldrain, Celyphair, Tilman Explosion, Die Straßenjungs, Tom & Band, Die Arschgebuiden, Hob Goblin, New Deal, Gary Cornik & Band, Jocco Abendroth, King Pohl Und Die Sackgesichter, Marco Leone Band, Lothi Pohl, Gambler, Sunnyland Bluesband, Zeltinger, Digger Barnes, Die Bärbel Im Rock, Die Heizer, Street Talk, Die Crackers, Pankow, Heat, Power Age, Rotten Gypsy, Die Toten Ärzte, Hannes Bauer + Orchester Gnadenlos, Archie Brown, The Young Bucks, Freiberg

Cast 27.10.2017

Konzertkritik Cast 27.10.2017, "Das Rind" Rüsselsheim


Freitag Abend, 20:10 Uhr. Die Band TNNE (The No Name Experience) aus Luxemburg betritt die Bühne des "Rind" in Rüsselsheim. DER Musikklub im Kreis Groß-Gerau für Progressive Rock ist gut zur Hälfte gefüllt und die Gäste warten gespannt auf die erste Band des Abends. TNNE waren bereits vor 2 Jahre zu Gast im Rind, damals als Teil des PPR Festivals und deshalb keine Unbekannten mehr. Allerdings hat sich die Band auf zwei Positionen von damals verändert, spielen heute Cedric Gilis an der Gitarre und Michel Casadei am Bass. Mit Keyboarder und Songschreiber Alex Rukavina, Sänger Patrick Kiefer und Schlagzeuger Gilles Wagner wird gut 60 Minuten in den oft sehr abwechslungsreichen Stücken der Veröffentlichungen "Wonderland" und "The Clock That Went Backwards" geschwelgt und hinterlässt ein sehr zufriedenes Publikum. Hauptact des Abends ist allerdings die Progressive Rock Institution "Cast" aus Mexiko. Ebenfalls 2015 beim PPR Festival zum ersten Mal auf deutschem Boden, beweist die Band, die bis heute 27 Veröffentlichungen ihr Eigen nennt, im Anschluss ihre hohe Qualität. Mit Claudio Cordero, dem südamerikanischen Gitarrist (Chile) der Gegenwart, Roberto Izzo (Italien) an der Violine mit fantastischen Melodien und einer wahnsinnigen Fingerfertigkeit und viel Gefühl, der coolen Rhytmusfraktion mit Carlos Humaran am Bass und  Antonio Bringas am Schlagzeug, sowie Mastermind, Gründungsmitglied und Chef der Truppe Alfonso Vidales als auch den beiden SängerInnen Lupita Acuna und, eingesprungen für Bobby Vidales der in Mexiko bleiben musste, Ernesto Carmona verflogen die knapp 90 Minuten wie im Flug. Kurze Songs von ca. 15 Minuten wechselten sich mit Medleys aus 11 verschiedenen Alben ab und eigentlich wünschte man sich am Ende des Konzertes doch noch den einen oder anderen Song mehr. Diese soll es 2018 auch geben, wenn Cast zum 40ten Jubiläum der Band wieder bei ihren Freunden im Rüsselsheimer "Rind" aufspielen wollen.

Michael Schenker Fest 25.10.2017

Konzertkritik Michael Schenker Fest, Offenbach 25.10.2017, Capitol


Nach 33 Jahren, damals noch als Vorgruppe von Iron Maiden in der Rüsselsheimer Walter Köbel Halle, traten am vergangenen Mittwoch Michael Schenker und seine alten Weggefährten im Rahmen des Michael Schenker Festes, wieder im Rhein-Main Gebiet, diesmal im Capitol in Offenbach auf.
Michael Schenker an der Gitarre, Cris Glen am Bass, Steve Mann Keyboard und Gitarre, Ted McKenna an den Drums und mit den drei Sängern Gary Barden, Graham Bonnet und Robin McAuley boten die "alten Männer" einen gelungenen Querschnitt durch ihre in den letzten Jahrzehnten geschaffenen Stücke.
Ca. 800 Hardrockbegeisterte fanden den Weg in das sehr klassisch wirkende Capitol in Offenbach, einigen vielleicht noch als Spielstätte des Musicals "Tommy" von The Who ein Begriff und genossen die ca. 110 Minuten in vollen Zügen. MSG - und UFO - Klassiker von "Into The Arena", "Attack Of The Mad Axeman" über "Dancer", "Rock Bottom", "Doctor, Doctor" oder Lights Out"wurden begeistert gefeiert und zum Teil lautstark mitgesungen. Die Instrumentalstücke und Solos eines Michael Schenker hinterlassen seit Jahrzehnten offene Münder sowie große Augen und Ohren und so mancher Hals streckte sich, um ja jede Fingerbewegung genau mit zu bekommen.
Alles in Allem ein wirklich tolles Konzert, welches einem im Handumdrehen in die gloreichen Zeiten der 80er zurück versetzt hat und wieder einmal klar gemacht hat, warum man damals (und heute) so auf diese Musik abgefahren ist. Mehr davon!!!