Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Sonntag, 5. April 2015

Konzert 40


Osterrock 2015 mit Diamond und BackDOORSlam



Wenn es samstagabends laut wird im „WoGoUnited“ in der Weidstraße 29a, dann kann das nur eines bedeuten – der „StRiedKultKlub“ (SKK) lädt zum Konzert, live, umsonst und im Jugendhaus. "Diamond" und "BackDOORSlam" hießen die beiden Bands, die dem Publikum beim „Osterrock“ am Samstagabend gehörig einheizten.



Mitgebracht hatten die beiden Gruppen das Beste aus der Rockmusik der sechziger und achtziger Jahre, den Hochzeiten des Blues- und Glam- beziehungsweise Hardrock. Letzterer stand Pate für die Musiker von „Diamond“. „Wir wollen alle heute etwas Spaß haben, also lasst es richtig krachen“, gab Sänger Lukas als Parole für den Konzertabend aus, was sich das Publikum nicht zweimal sagen ließ. Das SKK-Team hatte die Gruppe im vergangenen Jahr in Ginsheim-Gustavsburg auf der Bühne erlebt und sofort „vom Fleck weg verpflichtet“, wie es dem ECHO verriet.

„Das war erst unser dritter Auftritt“, verrieten die Mitglieder der 2014 gegründeten Band. So reichte die Setlist auch nur für etwa 30 Minuten, was „Diamond“ jedoch völlig ausreichte, um das Publikum für sich einzunehmen. Klare Melodien, ausgiebige Gitarrensoli und natürlich auch das rocktypische Posing, Dauerwelle inklusive – so muss Eighties Rock im Jahr 2015 klingen und aussehen.


Mit „Backdoorslam“ aus Darmstadt ging es im Anschluss musikalisch weitere 20 Jahre in die Vergangenheit – Blues- und Psychedelic-Rock „at it’s best“ waren angesagt. Im Gepäck hatte die fünfköpfige Band – am Samstagabend zum Quartett geschrumpft – die ersten Lieder aus ihrer bald erscheinenden neuen CD „Ikarus“.


Dessen Fehler, zu nahe an die Sonne heranzufliegen, oder besser, sich zu nah an die musikalischen Vorbilder anzulehnen, konnte man den fünf Musikern indes nicht nachsagen. Anders formuliert: Auch wenn „Backdoorslam“ auf der aktuellen Retrorock-Welle mitreiten, machen sie dennoch ihr eigenes Ding, modernen, tanzbaren Sechziger-Jahre-Rock.


Nach gut anderthalb Stunden und zwei Zugaben entließen die beiden Gruppen ihr Publikum ins wohlverdiente Osterwochenende. „Wir kommen gern wieder“, betonten die Bandmitglieder unisono. Ein Angebot, das das Team des „StRiedKultKlubs“ sofort und gern annahm.

Freitag, 13. März 2015

Konzert 39



mit Perschya Chehrazi




Der Darmstädter ist ein strenger Sound-Ästhet und weiß genau, wie seine Lieder klingen sollen. Um das Beste aus jedem Song zu kitzeln, holt er sich gelegentlich Verstärkung ins Boot: Musiker aus aller Herren Genres, manche kennt Perschya Chehrazi schon sein halbes Leben. Sie sorgen für die nötige Dynamik, für noch präziser gesetzte Höhen sowie Tiefen und verleihen Perschya (Singer/ Songwriter) Mentalität ein gewisses Etwas, das vor allem live perfekt ausgeschöpft wird.



Freitag, 20. Februar 2015

Konzert 38


mit Wortblind


Hip-Hop und Rock vertragen sich nicht besonders – zumindest darin sind sich die Anhänger der beiden Musikstile einig. „Denkste“, dachten sich die fünf Jungs von „Wortblind“ 2011. Seit vier Jahren bespielt die Darmstädter Rap-Rock-Formation nun schon die großen und kleinen Bühnen der Republik und war jetzt im „Striedkultklub“ (SKK) im Wolfskehler Bürgerhaus zu Gast.

 

Das musikalische Pendel der Gruppe schlug dabei eindeutig in Richtung Indie-Rock beziehungsweise Alternative aus, begleitet vom kraftvollen, variantenreichen Rap von Sänger Stephan Zimmermann. Und das fernab von jedem Gangster- und Ghettoimage, das einen Großteil der deutschen Rapszene durchzieht. Die ausnahmslos deutschen Texte der fünf Darmstädter handelten dagegen von Alltagsthemen – wie sollen wir leben, wie sollen wir handeln, wo und was ist der Sinn im Leben. Kein dreckiger „Battlerap“ von der Straße also, sondern tiefsinnig-nachdenkliche Texte zu Fragen, die sich wohl jeder schon einmal gestellt hat.

Wer aber wie einst Immanuel Kant die Frage stellt „Wie sollen wir leben?“, muss darauf auch eine Antwort geben. Bei „Wortblind“ lautete sie: „Unsere Zukunft ist jetzt“ – ein starkes Statement getreu dem Motto: Der beste Zeitpunkt, um etwas anzufangen, ist jetzt. Andere Lieder behandelten die Suche nach Gewissheiten in einer Zeit immer größer werdender Unsicherheit, etwa in „Noch lange nicht angekommen“.



Bei „Schocktherapie“ kam im Anschluss wieder die härtere Seite von „Wortblind“ zum Vorschein. Der Titel war dabei Programm, wenngleich der Song im Original noch ein wenig energiegeladener und brachialer einschlägt. Denn wie im Striedkultklub üblich, trat die Band mit einem reduzierten, akustischen Set auf. Solche Auftritte seien immer eine kleine Herausforderung, verriet Sänger Zimmermann dem Publikum, machten dafür aber auch richtig viel Spaß.

„Wir testen jetzt mal, wie leise ihr sein könnt“, bat er das Publikum im Anschluss. Eine Bitte mit Hintergedanken: Denn beim letzten Song animierte er die rund 20 Gäste in der ehemaligen „Dusch“ des Wolfskehler Bürgerhauses dazu, den Refrain so laut mitzusingen, wie sie nur konnten: „Du bist nicht allein“.

„Die Texte erinnern mich an die von Bands aus den 1970ern“, meinte Stammgast Hubert Rabel im Anschluss an den Auftritt. „Das war mal was völlig anderes“, freute sich ein anderer Konzertbesucher, der sich sogleich in ein intensives Gespräch mit den Musikern vertiefte.


Hier ist unser Livevideo von den Jungs aus Darmstadt mit dem Track "Du bist nicht allein". Alle weiteren Infos zu den Jungs findet ihr auf der Seite der Band Wortblind.



Freitag, 30. Januar 2015

Konzert 37

mit Molly Alone

 Als erste Band im Jahr 2015 spielt die Lokale Band "Molly Alone" bei uns im StRiedKULT-Klub in Wolfskehlen-Riedstadt.


„Are you ready for some damned bloody Pubsongs?“ – Mit dieser Frage beginnen seit mehr als 10 Jahren die Auftritte von Molly Alone.
Molly Alone, das sind Robert „The Bruce“ und Andreas „Sir Andrew“ Hoffmann. Auf ihren vielen Reisen auf die britischen Inseln habe n die beiden Brüder ihre Liebe zur irischen und schottischen Kultur und Lebensart entdeckt – und die Leidenschaft für die Musik, die zu einem Irish Pub gehört , wie ein frisch gezapftes Guinness oder ein guter Whisk(e)y. 


Heute noch in Dublins weltbekanntem Kneipenviertel Temole Bar, verwandeln sie vielleicht schon morgen Deine Stammkneipe in einen typischen Irish Pub.




Molly Alone spielen Songs von übermütiger Lebenslust und unbändiger Lebensfreude – aber mitunter auch von berauschender Traurigkeit und Melancholie, handgemacht und authentisch in der Darbietung. 

Mit viel Witz, Charme und Spontanität verstehen es die beiden erfahrenen Musiker, ihrem Publikum ein paar stimmungsvolle und unvergessliche Stunden zu bereiten. Übrigens, die Musik von Molly Alone gibt es auch in Kombination mit einem leckeren Whisk(e)y-Tasting oder –ausschank in vielen Variationen. Hier ist unser Livevideo der Band mit dem Song "West Doing Home".


Freitag, 5. Dezember 2014

Konzert 35

mit Uwe Schatter

Dass der Künstler jeden im Publikum persönlich per Handschlag begrüßt, ist bei Konzerten eher selten. Doch freute sich Uwe Schatter so sehr über die Zuhörer, dass er sich diese Geste nicht nehmen lassen wollte. Rund 30 Gäste hatten am Donnerstag den Weg in die „Dusch‘“ gefunden, viele davon Freunde und (ehemalige) Schüler von Schatter, der im Hauptberuf Musiklehrer ist.
Wenn Indiana Jones Musik machen würde, würde er wie Schatter klingen, könnte man nach den gut 90 Konzertminuten festhalten. Klare, nachdenkliche Melodien, deutsches Liedgut mit Folk- und Countryeinflüssen gemischt, ähnelten Schatters Lieder mitunter eher Reiseberichten, etwa von Besuchen im australischen Outback und Begegnungen mit den Aborigines.
„Let the sun shine“, lautete ein Liedtitel, versehen mit dem Nachsatz „in der Dusch‘“. Eine gelungene Hommage an den Striedkultklub, mit dessen Mitgliedern Schatter schon seit einigen Jahren befreundet ist. „Kennt ihr schon die Geschichte von dem Wombat und dem Emu?“, fragte der Musiker sein Publikum kurz darauf. Eigentlich, so Schatter, erzähle man sich in Australien, dass sich die beiden nicht verstehen, aber er persönlich glaube nicht daran. Und so schrieb er ein Lied über eine recht ungewöhnliche Tierfreundschaft und zeigte damit zugleich, wo er die Inspiration für seine Lieder findet; direkt im eigenen Leben.

Natürlich hatte er auch dem Schlapphut ein eigenes Lied gewidmet. Bis in die neunziger Jahre hinein sei er eigentlich kein großer Hutträger gewesen, gab Schatter zu. Durch einen seiner australischen Freunde sei er dann auf den Hut gekommen, „und inzwischen erkennt mich kaum noch jemand, wenn ich ohne Hut spazieren gehe“. So berichtete das Lied von einer anderen ungewöhnlichen Freundschaft, der zwischen Uwe und seinem Hut. Als wollte sich dieser selbst beim Publikum bedanken, fiel er herunter, als sich Schatter am Ende des Songs verbeugte.


Freitag, 14. November 2014

Konzert 34

mit Capodesaster und Hellectric Circus

Beim vorletzten Konzert 2014 traten jetzt die Musikgruppen „Capodesaster“ und „The Hellectric Circus“ vor rund 30 Zuhörern in der ehemaligen Nasszelle des Bürgerhauses auf.
Im Gegensatz zum eher dürftig besuchten Konzert vier Wochen zuvor war im „Club“, so der zweite Spitzname der „Dusch“, diesmal kaum noch ein freier Platz zu finden. „Schön kuschelig hier“, befand auch Jugendpfleger Kai Faßnacht, der sich wie der Rest des SKK-Teams über die vielen Gäste sichtlich freute.



Mit dem multihessischen Trio „Capodesaster“ – von Rüsselsheim bis „übern Rhein“ – hatte das Team erneut einen musikalischen Glücksgriff gelandet. Sie spielten eingängige Rock- und Popcover aus den Hitparaden von einst und heute, von Phil Collins bis zu den „Kings of Leon“ – natürlich „unplugged“ – unverstärkt und akustisch. Wobei Ersteres nicht völlig zutraf, das Mikrofon hatte sich Sängerin Ari nicht nehmen lassen, was der gemütlichen-familiären Stimmung des Konzerts jedoch keinen Abbruch tat.



Zur Feierabendstimmung trug auch die geschickte Songauswahl der Band bei, die unter dem bezeichnenden Motto „Die Wurzel der Songs entdecken und neu interpretieren“ stand. Damit bewies die Gruppe zudem eindrucksvoll, dass sich jedes Lied akustisch spielen lässt.
 
Rauer, härter und vor allem lauter wurde es im Anschluss beim Auftritt des Southern-Rock-Quartetts „The Hellectric Circus“. „Hellectric Rock“ – sinngemäß übersetzt mit höllisch (guter) Rock – hatte die Gruppe ihren Musikstil getauft und unterhielt das Publikum im Anschluss noch eine gute Stunde mit einem Mix aus Hard-Rock-Covern und eigenen Stücken.


Die vier Musiker hatten dabei dermaßen viel Spaß auf der Bühne, dass es mitunter so schien, als würden sie gar nicht mehr herunterwollen. Nach gefühlten zehn Zugaben verließ das Quartett schließlich unter tosendem Applaus die Bühne. „Wir kommen gern wieder“, betonten beide Bands unisono, vielleicht in einer anderen Formation, vielleicht mit anderen Liedern, auf jeden Fall „haben wir Bock zu spielen“.