Konzert-Kritik Bodo Wartke , " Darmstadtium " Darmstadt
Wenn man sich gut 2,5 Stunden musikalisch Problemen widmet , die man so eigentlich vorher noch nicht hatte , kann daraus doch ein überaus erfolgreicher , vergnüglicher und witziger Abend mit " STANDING OVATIONS " zum Ende des Konzertes entstehen ! So geschehen am Freitag Abend im mit gut 1500 Besucher*innen jeden Alters ausverkauften " Darmstadtium " in der Wissenschaftsstadt Darmstadt .
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Doch bevor Bodo Wartke mit seinem Bühnenprogramm " Klaviersdelikte " in dem architektonisch spannenden Darmstadtium loslegen kann , gilt es erst einmal die Besucher*innen pünktlich auf ihre Sitzplätze zu bekommen und das ist anscheinend nicht ganz so einfach . So trudeln die letzten Gäste trotz Theatergongs doch erst um 20:00 Uhr , zum eigentlich geplanten Start , in den ausverkauften Saal ein und es braucht dann doch noch knapp 5 Minuten , bis das Programm unter lautem Applaus losgehen kann . Bodo Wartke betritt in Anzug gekleidet die nur spärlich mit einem großen schwarzen Flügel und vier Bodenstrahlern bestückte Bühne und startet sogleich mit seiner " Stillen Ouvertüre ", gefolgt von " Probleme Die Ich Früher Noch Nicht Hatte " , dem Leitmotiv des heutigen Abends , wie der Klavier - Kabarettist aus Bad Schwartau bei der anschließenden Begrüßung dem Publikum auch erklärt . Diese Mischung zwischen Moderation , Erklärungen , Geschichten und Musik zieht sich dann auch durch das gesamte Programm und lässt die Zeit wie im Flug vergehen . Unterstützt wird Bodo Wartke dabei immer wieder von seiner Kollegin Melanie Haupt ( Bielefeld ) , die neben einer tollen Stimme durch ihre schauspielerischen Fähigkeiten das Publikum mehr als einmal zum Lachen bringt . Auch die für Bodo Wartke typische Wortakrobatik kommt nicht zu kurz , begeistert er mit der Fortführung von einigen typischen Zungenbrechern - nur der " Mercedes und sein Bremslicht " will ihm partout nicht einfallen . Ansonsten geht es ironisch um die " Architektur In Deutschland " , Dinge die in einer Frühlingsnacht geschehen ( FSK 6 - 18 plus Zombieattake ) oder einen Tanzkurs am Bodensee inklusive Tanzeinlage Bodo Wartkes am Klavier . 70 großartige Minuten ... Pause !
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Im den zweiten Set des heutigen Abends , nach einer ca. 25 minütigen Pause , startet Wartke dann auch mit dem Zungenbrecher , der ihm im ersten Teil entfallen war und beschreibt uns nun den " Mercedes und sein Bremslicht " sowie dessen Funktion . Mit " Die WG Des Herrn " , dem Unterschied von E - und U - Musik ( GEMA ) inklusive " Der Vogelfänger Bin Ich Ja " mit Mundharmonika und " Eye Of The Tiger " mit Boxhandschuhen und Mundschutz , die Geschichte vom " Dicken Dachdecker " , über das traurige " Christine " , dem Lied über " Stille " ( als Rap und mit Hilfe eines Cajons ) und dem " Duft Der Frauen " wird reichlich Abwechslung geboten und begeistert das Publikum hörbar . " Papageno " und " Papagena " sind dabei ebenso in witziger Version zu hören wie der Chanson der verliebten , französischen Freundin inklusive Übersetzung und gewollt lasziv - ungelenkem Räkeln von Melanie Haupt auf dem Flügel . Bodo Wartke blickt auch in seinen weiteren Liedern und Texten immer wieder amüsiert und ironisch auf die Gegebenheiten des Alltags und ist mit der Parodie von " Wildberry Lillet ( FDP ) " ganz nah am Puls der Zeit , beschreibt er hier doch Egoismus und Konsumwahn vorzüglich . Die mit Werbung vollgestopfte " Hirnkapazität " und dem " Vogelpark Walsrode " widmet er hier ganz speziell große Beachtung . Nach 85 Minuten inklusive dreier Zugaben ist dann leider auch der zweite Teil des Abends zu Ende , hinterlässt aber ein wunschlos glückliches Publikum , welches beim nächsten Mal sicherlich wieder gerne zu Bodo Wartke ( und Melanie Haupt ) ins Darmstadtium pilgern wird .
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