Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Freitag, 14. Februar 2020

Hammerfall 11.02.2020

Konzertkritik Hammerfall, Battle Beast, Serious Black 11.02.2020, Stadthalle Langen


19:15 Uhr vor der Stadthalle Langen. Angekündigt ist der Einlass heute bereits ab 18:30 Uhr, schließlich spielen heute 3 Bands bei diesem "Power Metal Package" und die erste Band soll bereits um 19:30 Uhr loslegen, aber wie in alten Tagen stehen noch hunderte von Besucher*innen vor der Halle bzw. dem Eingang in die Halle. Wenigstens steht man nach dem Umbau vor Jahren jetzt nicht mehr in der Kälte und/oder Regen aber nervig ist es trotzdem bei gerade einmal zwei geöffneten Flügeltüren und ebenso vielen Ordnern die die Besucher*innen herein lassen.
Glücklich in der Halle angekommen, erlicht auch schon pünktlich um 19:30 Uhr zum ersten Mal das Hallenlicht und nach einem kurzen Intro betreten "Serious Black", vor einem Backdrop und Aufstellern im Design der neuen Platte "Suite 226", die Bühne. Die in Bayern beheimatete Band um den schwedischen Sänger Urban Breed (heute mit Zylinder, Sonnenbrille und Frack gekleidet), Bassist Mario Lochert, Gitarrist Dominik Sebastian und Schlagzeuger Ramy Ali (mit rotem Ziegenbart) legt in den ihnen zur Verfügung stehenden 30 Minuten sofort los und begeistert das Publikum von der ersten Note. "Akhenaton" und "I Seek No Other Life" bilden das Startduo. Urban Breed ist stimmlich hervorragend aufgelegt, Ramy Ali wirbelt wie ein kleiner Derwisch an seinem Schlagzeug und gibt gemeinsam mit Mario Lochert (der zwischendurch eine kurze, witzige "bayrische" Info über die bevorstehende Headlinertour der Band im Herbst weiter gibt) einen wuchtigen und dynamischen Beat vor, auf dem sich die beiden Gitarristen Dominik Sebastian und Christian Münzner austoben können. Das Publikum saugt die weiteren Songs "Mr. Nightmist", "Serious Black Magic", "We Still Stand Tall" und den Abschlußtrack "High And Low" förmlich auf und feiert die Band. Großartig! Auf ein Wiedersehen bei der Herbsttour im "Nachtleben" Frankfurt.
Und im gleichen Stil geht es nach einer knappen 1/4 Stunde Umbauzeit auch mit der zweiten Band des Abends weiter: "Battle Beast" aus Finnland. Bereits 2015 war genau diese Dreierkombination schon einmal in Langen zu Gast und auch damals konnten Battle Beast gefallen (woran Noora Louhimo auch während des Auftritts gerne erinnert). Neben der sehr auffälligen und ausdrucksstarken Sängerin (heute mit Hörnern auf dem Kopf) können auch Keyboarder Janne Björkroth, Gitarrist Juuso Soinio, Gitarrist Joona Björkroth, Schlagzeuger Pyry Vikki und Bassist Eero Sipilä überzeugen. Ihr Stil ist dabei von eingängigen Melodien und scharfen Gitarrensalven mit kraftvollem Bass- und Schlagzeugspiel geprägt. Die Keyboards verleihen den Stücken manchmal in Kombination mit dem Gesang einen leichten Popappeal der dann aber wieder gnadenlos in Powermetaldynamik gedrückt wird. Das Publikum geht dabei stets mit und die Musiker können ihre Überraschung und Begeisterung auf der Bühne nicht verstecken - die Frage "ob denn heute nicht eigentlich Dienstag sei  - aber eine Stimmung wie an einem Samstag Abend herrsche ?" - sagt da wohl alles aus! Die Einlage des Keyboarders mit einem Elektrodrum während eines Songs ist da nur das i - Tüpfelchen für einen gelungenen Auftritt mit viel Abwechslung, der schließlich viel zu schnell nach 45 Minuten endet aber nur strahlende Gesichter auf und vor der Bühne hinterlässt. Aber mit Songs wie "Unbroken", "Familiar Hell", "Straight To The Heart", "The Hero", "Eden", "No More Hollywood Endings", "King For A Day" oder dem Abschlußsong "Beyond The Burning Skies" können die 5 Musiker*innen heute einfach nichts falsch machen.
Als dritte Band und Headliner des Abends betreten, nach einer 1/2 stündigen Umbaupause, die seit 23 Jahren aktiven Schweden von Hammerfall die Bühne der Langener Stadthalle. Die gerne auch als Retter des klassischen Heavy Metal bezeichneten Nordlichter (schließlich spielten sie als eine der ersten, neuen, jungen Bands nach dem "Grunge" 1997 wieder diese Art "Oldschool-Heavy Metal") lassen von Beginn an keinerlei Zweifel an ihrem Stellenwert für diese Art der Musik aufkommen. Fantastischer Gesang von Altmeister Joacim Cans, Gitarrenduelle und Backgroundgesang von Oscar Dronjak und Pontus Norgren sowie eine perfekt eingespielte Rhythmusfraktion mit Bassist Fredrik Larsson und Schlagzeuger David Wallin führen durch über 20 Jahre Musikveröffentlichungen von "Glory To The Brave", "Renegade" über "No Sacrifice, No Victory" bis zum neuen Album "Dominion". Los geht es gleich mit "Never Forgive, Never Forget", "One Against The World", "Heeding The Call" und "The Way Of The Warrior". Hymne folgt auf Hymne, stets begeistert vom Publikum beklatsch oder mit gesungen. "Any Means Necessary", "Hallowed Be My Name", "Blood Bound" und "Redemption" folgen. Die Band agiert stets sympathisch und begeistert, wechselt ständig die Positionen der Stilvoll gestalteten Bühne mit hohem Drumriser und Podesten sowie wechselndem Backdrop und animiert das Publikum zu noch mehr Aktion. Diese bekommt sie dann auch, denn weitere Songs der Marke "Dominion", "Last Man Standing", "Let The Hammer Fall", "(We Make) Sweden Rock" und das Abschlußstück "Hearts On Fire" folgen. Ein wirklich tolles Konzert welches nach 3 Zugaben und einer Spielzeit von knapp 110 Minuten von Hammerfall endet. Erschöpfte aber sehr zufriedene Gesichter verlassen im Anschluss die Langener Stadthalle und lassen hoffen, das hier noch viele großartige Konzerte stattfinden werden!

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen