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"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Freitag, 4. April 2025

Mostly Autumn 29.03.2025

Konzert-Kritik Mostly Autumn  29.03.2025 ,  " Das Rind "  Rüsselsheim   

19:00 Uhr vor dem  " Rind "  in Rüsselsheim ,  in der Nähe des Mainufers .  Eine lange Schlange bildet sich vor DEM  " Prog - Konzert - Laden "  im Rhein - Main - Gebiet und die Besucher:innen warten geduldig auf Einlass .  Im Saal  wird es zügig voll und so warten die Zuhörer:innen gespannt auf den Beginn der Show der englischen  " Progressiv - Melodic - Folk - Rock " -  Band aus York  ( gegründet 1995 ) .  Flo Haupt vom Rind geleitet schließlich kurz nach 20:00 Uhr die Musiker:innen durch den vollen Konzertsaal ,  vorbei an Licht -  und Soundmischpult im hinteren Bereich ,  hin zum seitlichen Raum neben der Bühne ,  von dem die Musiker:innen diese später betreten . 




20:10 Uhr im mit 265 Menschen ausverkauften  " Das Rind " .  Das Saallicht erlischt und ein knapp vier minütiges Intro kündigt die 7 Musiker:innen aus dem Norden Englands an .  Die 7 - köpfige Band betritt schließlich unter großem Applaus die Bühne und es geht gleich mit  " Let`s Take A Walk "  stimmig los ,  wobei ein technisches Problem ,  die Gitarre ist nicht zu hören ,  im Anschluss eine kurze Unterbrechung folgen lässt ,  das Problem aber im Handumdrehen gelöst wird  ( und das Ganze in professioneller Gelassenheit und ohne Hektik ) .  " Winter Dreaming "  folgt dann auch gleich mit gut hörbarem Gitarrensound und die ersten rund 60 Minuten atmosphärischer ,  gefühlvoller aber auch rockender Musik können nun folgen .  Vor einer Videoleinwand ,  auf der während des Konzerts sehr stimmige Bilder und Effekte eingespielt werden ,  agieren die 7 Musiker:innen als starke ,  eingespielte  Einheit .  Gitarrist und Sänger Bryan Josh,  Sängerin Olivia Sparnenn - Josh ,  Bassist Andy Smith ,  Keyboarder Iain Jennings ,  Schlagzeuger Henry Rogers ,  Gitarrist  ( auch Akustikgitarre )  und Sänger Chris Johnson sowie Flötistin , Keyboarderin und Backgroundsängerin Angela Gordon wechseln immer wieder zwischen hart rockenden Songs und an Pink Floyd erinnernde sphärische und atmosphärischen Klängen .  Hier sorgt speziell auch Bandleader Bryan Josh ,  der in seinem Gitarrenstil aber auch in seinem Gesangstil an den Pink Floyd Gitarristen / Sänger David Gilmore erinnert ,  für Parallelen aber eben auch einen individuellen Stil .  Dem gegenüber steht dabei in weiteren Songs wie  " Deep In Borrowdale " ,  " Western Skies " ,  " Why Do We Remember All The Rain "  oder  " Future Is A Child "  die klare ,  hohe ,  fantastische und klassisch ausgebildete Stimme von Sängerin Olivia Sparnenn .  Gänsehaut !  Unterstützt wird sie dabei immer wieder von der tieferen Stimme von Angela Gordon im Background und so entsteht ein volles klangliches Gesamtbild ,  welches den / die  Zuhörer:innen ein dauerhaftes ,  wohliges Grinsen auf die Gesichter zaubert .  

Vor dem starken rhythmischen Fundament von Andy Smith und Henry Rogers an Bass und Schlagzeug zaubert Keyboarder Iain Jennings ebenfalls immer wieder traumhafte Melodien aus seinem Instrument ,  Angela Gordon setzt mit der Flöte bzw. Querflöte tolle Akzente oder unterstützt die Leadgitarre mit ähnlicher Melodieführung und Chris Johnson ,  mit seiner Akustikgitarre aber speziell seiner besonderen Gesangsstimme ,  gibt den Songs das besondere  - "Mostly Autumn " - Etwas .  Mit  " Silver Glass "  und  " Night Sky "  beschließt die Band dann nach gut 60 Minuten das erste Set .  




Nach einer 20 minütigen Pause geht es dann mit  " Distant Train "  und  " Answer The Question "  gleich wieder stark weiter .  Der wechselnde Leadgesang ,  der mehrstimmige Gesang ,  die musikalischen Vibes ,  die progressiven Rhythmen im Wechsel mit den klaren Rockmusikstrukturen lassen keine Langeweile aufkommen ,  sondern halten die Musikliebhaber:innen stets bei voller Aufmerksamkeit und der immer wieder aufbrausende Applaus trägt Zeugnis davon .  Da bekommt Angela Gordon nach ihrem Querflötensolo ebenso spontanen Applaus wie Chris Johnson nach seinem Part als Leadsänger .  Konstant dabei auch weiter immer wieder die starken Gitarrenparts von Bryan Josh und die starke ,  prägende Stimme der Frontsängerin Olivia Sparnenn ,  die auch traurigen textlichen Inhalten eine gewisse Leichtigkeit verleiht .  So können die Songs wie  " My Home " ,  " When We Ran " ,  " If Only For A Day " ,  " Back In These Arms " ,  "Into The Stars "  oder  " Changing Lives "  in ihrer Vielseitigkeit das Publikum begeistern .  Mit  " White Rainbow "  ist dann allerdings der letzte Song des regulären Sets angebrochen  -  für das euphorische Auditorium allerdings viel zu früh .  So endet der anschließende Applaus im Saal auch nicht  und die die Band kommt für  " Heroes Never Die "  ( für verstorbene Freund:innen ) ,  "  The Last Climb "  und  " Tonight "  auf die Bühne zurück um nach 90 Minuten ein restlos begeistertes und zufriedenes Publikum in die restliche Samstag Nacht , mit 150 Minuten großartiger progressiver ,  melodischer ,  rockender und  folkiger Musik im Ohr und Körper ,  zu entlassen .  Hoffentlich nicht das letzte Konzert der Band im  " Rind " !!!