Konzert-Kritik Mostly Autumn 29.03.2025 , " Das Rind " Rüsselsheim
19:00 Uhr vor dem " Rind " in Rüsselsheim , in der Nähe des Mainufers . Eine lange Schlange bildet sich vor DEM " Prog - Konzert - Laden " im Rhein - Main - Gebiet und die Besucher:innen warten geduldig auf Einlass . Im Saal wird es zügig voll und so warten die Zuhörer:innen gespannt auf den Beginn der Show der englischen " Progressiv - Melodic - Folk - Rock " - Band aus York ( gegründet 1995 ) . Flo Haupt vom Rind geleitet schließlich kurz nach 20:00 Uhr die Musiker:innen durch den vollen Konzertsaal , vorbei an Licht - und Soundmischpult im hinteren Bereich , hin zum seitlichen Raum neben der Bühne , von dem die Musiker:innen diese später betreten .
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20:10 Uhr im mit 265 Menschen ausverkauften " Das Rind " . Das Saallicht erlischt und ein knapp vier minütiges Intro kündigt die 7 Musiker:innen aus dem Norden Englands an . Die 7 - köpfige Band betritt schließlich unter großem Applaus die Bühne und es geht gleich mit " Let`s Take A Walk " stimmig los , wobei ein technisches Problem , die Gitarre ist nicht zu hören , im Anschluss eine kurze Unterbrechung folgen lässt , das Problem aber im Handumdrehen gelöst wird ( und das Ganze in professioneller Gelassenheit und ohne Hektik ) . " Winter Dreaming " folgt dann auch gleich mit gut hörbarem Gitarrensound und die ersten rund 60 Minuten atmosphärischer , gefühlvoller aber auch rockender Musik können nun folgen . Vor einer Videoleinwand , auf der während des Konzerts sehr stimmige Bilder und Effekte eingespielt werden , agieren die 7 Musiker:innen als starke , eingespielte Einheit . Gitarrist und Sänger Bryan Josh, Sängerin Olivia Sparnenn - Josh , Bassist Andy Smith , Keyboarder Iain Jennings , Schlagzeuger Henry Rogers , Gitarrist ( auch Akustikgitarre ) und Sänger Chris Johnson sowie Flötistin , Keyboarderin und Backgroundsängerin Angela Gordon wechseln immer wieder zwischen hart rockenden Songs und an Pink Floyd erinnernde sphärische und atmosphärischen Klängen . Hier sorgt speziell auch Bandleader Bryan Josh , der in seinem Gitarrenstil aber auch in seinem Gesangstil an den Pink Floyd Gitarristen / Sänger David Gilmore erinnert , für Parallelen aber eben auch einen individuellen Stil . Dem gegenüber steht dabei in weiteren Songs wie " Deep In Borrowdale " , " Western Skies " , " Why Do We Remember All The Rain " oder " Future Is A Child " die klare , hohe , fantastische und klassisch ausgebildete Stimme von Sängerin Olivia Sparnenn . Gänsehaut ! Unterstützt wird sie dabei immer wieder von der tieferen Stimme von Angela Gordon im Background und so entsteht ein volles klangliches Gesamtbild , welches den / die Zuhörer:innen ein dauerhaftes , wohliges Grinsen auf die Gesichter zaubert .

Vor dem starken rhythmischen Fundament von Andy Smith und Henry Rogers an Bass und Schlagzeug zaubert Keyboarder Iain Jennings ebenfalls immer wieder traumhafte Melodien aus seinem Instrument , Angela Gordon setzt mit der Flöte bzw. Querflöte tolle Akzente oder unterstützt die Leadgitarre mit ähnlicher Melodieführung und Chris Johnson , mit seiner Akustikgitarre aber speziell seiner besonderen Gesangsstimme , gibt den Songs das besondere - "Mostly Autumn " - Etwas . Mit " Silver Glass " und " Night Sky " beschließt die Band dann nach gut 60 Minuten das erste Set .
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Nach einer 20 minütigen Pause geht es dann mit " Distant Train " und " Answer The Question " gleich wieder stark weiter . Der wechselnde Leadgesang , der mehrstimmige Gesang , die musikalischen Vibes , die progressiven Rhythmen im Wechsel mit den klaren Rockmusikstrukturen lassen keine Langeweile aufkommen , sondern halten die Musikliebhaber:innen stets bei voller Aufmerksamkeit und der immer wieder aufbrausende Applaus trägt Zeugnis davon . Da bekommt Angela Gordon nach ihrem Querflötensolo ebenso spontanen Applaus wie Chris Johnson nach seinem Part als Leadsänger . Konstant dabei auch weiter immer wieder die starken Gitarrenparts von Bryan Josh und die starke , prägende Stimme der Frontsängerin Olivia Sparnenn , die auch traurigen textlichen Inhalten eine gewisse Leichtigkeit verleiht . So können die Songs wie " My Home " , " When We Ran " , " If Only For A Day " , " Back In These Arms " , "Into The Stars " oder " Changing Lives " in ihrer Vielseitigkeit das Publikum begeistern . Mit " White Rainbow " ist dann allerdings der letzte Song des regulären Sets angebrochen - für das euphorische Auditorium allerdings viel zu früh . So endet der anschließende Applaus im Saal auch nicht und die die Band kommt für " Heroes Never Die " ( für verstorbene Freund:innen ) , " The Last Climb " und " Tonight " auf die Bühne zurück um nach 90 Minuten ein restlos begeistertes und zufriedenes Publikum in die restliche Samstag Nacht , mit 150 Minuten großartiger progressiver , melodischer , rockender und folkiger Musik im Ohr und Körper , zu entlassen . Hoffentlich nicht das letzte Konzert der Band im " Rind " !!!