Aktuelle Podcast Episode

"Kultur beginnt im Herzen jedes Einzelnen"

- Johann Nepomuk Nestroy -

Mittwoch, 5. Juni 2024

Savatage

Progressive - Metal aus Florida               

Die US - Amerikanische Band aus Tampa  ( Florida )  wurde 1981 von den beiden Brüdern Jon  ( Gesang ,  Keyboards ,  Klavier )  und Christopher Oliva  ( Gitarre ) ,  Schlagzeuger Steve Wachholz und Bassist Keith Collins gegründet .  Der amerikanische Power - Metal der Band definiert sich speziell mit dem besonderen Gitarren - Sound durch  " Criss "  Oliva ,  der bis zu dessen Tod 1993 Stilprägend war und bis heute den  " Kultstatus "  und die Verehrung der Band , durch ihre Fans ,  begründet .  Nach der ,  noch unter dem Bandnamen Avatar ,  veröffentlichten EP  " City Beneath The Surface "  ( 1983 )  erschien im gleichen Jahr das Debutalbum  " Sirens "  mit dem neuen Bandnamen Savatage .  Nach dem 94er Mini - Album  " The Dungeons Are Calling "  wechselte die Band zu Atlantic Records und veröffentlichte 1985  " Power Of The Night " ,  mit dem die Gruppe erstmals auf Tour ging .  Danach ersetzte Johnny Lee Middleton 1986 Bassist und Gründungsmitglied Keith Collins .  Mit dem folgenden  " Fight For The Rock "  wollte die Plattenfirma kommerziell ein breiteres Publikum erreichen ,  was in einem Albtraum für die Bandmitglieder endete .  Mit neuem Produzenten Paul O `Neill  ( der neben Jon Oliva auch zum Hauptsongwriter wurde )  wurde 1987  "Hall Of The Mountain King "  als erstem Savatage - Klassiker aufgenommen .  Chris Caffery kam als Rhythmusgitarrist bei Liveauftritten hinzu und wurde 1989 als festes Bandmitglied aufgenommen .  " Gutter Ballet "  ( 1989 ) ,  die Gitarren angeblich nur von Criss Oliva eingespielt ,  erschien und Chris Caffery verlies die Band wieder .  Dieses Aufnahme sollte ein Vorbote für das erste Konzeptalbum der Band  " Streets - A Rock Opera "  ( 1991 ) ,  welches O `Neill 1979 zum Teil schon als Musical erarbeitet hatte ,  werden .  

Mit der Urgewalt Jon Oliva am Gesang war im Anschluss daran allerdings Schluss ,  musste er aufgrund von Stimmproblemen den Posten an Zachary  " Zak "  Stevens abgeben und noch schlimmer kam Gitarrist Criss Oliva ,  nachdem die Band 1993 das starke  " Edge Of Thorns "  mit Stevens am Gesang veröffentlicht hatte ,  im Oktober 1993 bei einem Autounfall ums Leben .  Nach dem tragischen Tod des Gitarristen und dem Wechsel am Gesang zu Zak Stevens wurde 1994 dass dem Gitarristen gewidmete  " Handful Of Rain "  aufgenommen .  " Japan Live `94 "  mit Gitarrist Alex Skolnick  ( Testament )  und Jeff Plate am Schlagzeug wurde aufgenommen ,  bevor Chris Caffery und Al Pitrelli die Gitarrenposition übernahmen und  " Dead Winter Dead "  ( 1995 )  -  ein Konzeptalbum zum Jugoslawienkrieg  -  aufnahmen .

1997 kam das weitere Konzeptalbum  " The Wake Of Magellan " ,  mit Platz 11 in den deutschen Albumcharts ,  hinzu .  Zur gleichen Zeit entwickelte sich parallel zu Savatage das Symphonie - Projekt  " Trans - Siberian Orchestra " ,  mit großen ,  immer erfolgreicheren Weihnachts - Shows ,  was im Laufe der Zeit auch zum späteren Ende von Savatage führte .  Im Jahr 2000 verließen Pitrelli und Stevens  ( " Circle II Circle " )  die Band und widmeten sich eigenen Projekten ,  sodass Jon Oliva für das aktuell letzte Savatage - Album  " Poets And Madmen "  ( 2001 )  wieder den Gesang übernahm .  2004 veröffentlichte das Side - Projekt von Jon Oliva  ( " Jon Oliva`s Pain " )  das Debut - Album  " Tage Mahal "  und Jeff Plate / Chris Caffery ein gemeinsames Doppel - Soloalbum .  Im Dezember 2007 verkündete Jon Oliva schließlich das Ende von Savatage .  Spekulationen über eine letzte Studioveröffentlichung halten sich seitdem aber hartnäckig und der Doppelauftritt beim Wacken - Festival 2015 inkl. Liveaufnahme nährt diese Hoffnung zusätzlich .  Die angeschlagene Gesundheit von Jon Oliva  ( Wirbelsäulenverletzung 2023)  und der Tod von Paul O`Neill  ( 2017 )  lassen am angestrebten  VÖ - Termin 2024  ( Arbeitstitel  " Curtain Call " )  allerdings Zweifel aufkommen . 

Samstag, 1. Juni 2024

Krissy Matthews 14.05.2024

 Konzert-Kritik Krissy Matthews 14.05.2024 ,  " Franzis "  Wetzlar      


14. Mai 2024 im Wetzlarer  " Franzis " .  Blues - Rock - Gitarrist  ( Mitglied bei der  " Hamburg Bluesband " )  und Sänger Krissy Matthews ist heute zu Gast im knapp 200 Menschen fassenden ,  kleinen Kulturzentrum an der Lahn  -  nahe der Innenstadt . 



 







 

 

 



Gut 50 musikbegeisterte Blues - Rock - Fans ,  meist älteren Semesters ,  sind an diesem Dienstag Abend in den Musikklub  " Franzis "  gekommen ,  um ganz nah vor der Bühne stehend ,  auf Barhockern an Stehtischen sitzend oder an Bistrotischen auf einem kleinen Podest sowie an der im hinteren Bereich befindlichen Bar verweilend ,  dem aus Bicester ( England )  stammenden Krissy Matthews  rund 115 Minuten lang zu  " lauschen "  und seinen Gitarrenkünsten zu folgen .  Der 28 jährige Engländer  ( der seit 2015 auch Mitglied der Hamburg Blues Band ist )  hat heute neben seinem polnischen Bassisten Slawek Semeniuk und dem belgischen Schlagzeuger Gerry Reynders noch weibliche Gesangsunterstützung von Kim Jennett  ( Manchester )  und Jess Hayes ( London )  mitgebracht . 

Los geht es kurz nach 20:00 Uhr mit dem ersten ,  45 minütigen Set und dem Einstiegssong  " Level With The Devil "  vom 2019er Album  " Monster In Me " .  Mit seiner besonderen Stimme ,  der coolen Attitude und seinem gekonnten Gitarrenspiel holt Krissy Matthews und seine Band von der ersten Minute an das Publikum ab und wird dabei im Trioformat von seinen Mitmusikern groovend unterstützt .  " Mayday " ,  " Anti - Social Media " ,  " Broken "  und  " Grateful "  folgen und zeigen die Band von ihren unterschiedlichen bluesigen aber auch rockenden Seiten .  Mit der in roter Bluse mit roter Sonnenbrille gekleideten Jess Hayes kommt dann auch bald die erste der beiden  " Women Of Blues "  auf die Bühne und übernimmt den Leadgesang mit ausdrucksstarker Stimme .  Hierbei wechseln sich Coverversionen ,  schließlich hat Krissy Matthews gerade eine Doppel - CD mit Coverversionen von Blues -  und Rockklassikern  ( eingespielt mit Freunden )  veröffentlicht ,  mit Eigenkompositionen ab und es wird auch gerne mal der Leadgesang zwischen Matthews und Hayes geteilt . Toller erster Teil  -  Überraschung :  10 Minuten Pause !

 






 

 

 

 

 

21:05 Uhr ,  das zweite Set startet ebenso furios und gekonnt wie der erste Teil .  Nach einem erneuten Start als Trio kommt nun ,  als Kontrast zur coolen und ruhigen Jess Hayes ,  die quirlige ,  in schwarz gekleidete und mit zahlreichen Tattoos auf den Armen versehene Kim Jennett auf die Bühne .  Im Klub wird es immer wärmer ,  Matthews durchschwitzt während seinen zahlreichen virtuosen und flotten Soloeinlagen sein Sacko ,  zeigt vollen Körpereinsatz und auch Kim Jennett hüpt durch das Set und gibt neben ihrer kraftvollen Stimme mehr die Rocksängerin als ihre Kollegin zuvor .  Zwei kurze Bass - Soli und ein verzwicktes Schlagzeug - Intro lassen dann auch das Können der beiden anderen Bandmitglieder bewundern ,  die ansonsten solide den Background für den Frontmann Krissy Matthews geben  ( der übrigens immer wieder auch Ansagen auf deutsch und englisch macht )  und eben auch den beiden Sängerinnen die Bühne für ihre hervorragende Performance überlassen .  So geht auch das zweite Set ,  an dessen Ende beide Sängerinnen mit auf der Bühne stehen ,  mit Songs wie  " White Room " ,  " Why Are You Ashamed Of Me ? " ,  " I `d Rather Go Blind " ,  " Outside Woman Blues " ,  " Sunshine Of Your Love "  oder  " Learn To Live With The Blues "  viel zu schnell zu Ende .   " Whole Lotta Love "  reisst dann einen Besucher sogar zum  " Sologesang " mit und mit  " The Weight "  von  " The Band " gehen dann schließlich auch die zweiten 70 Minuten zu Ende und hinterlassen eine erschöpfte ,  durchschwitzte und zufriedene Band sowie ein glückliches Publikum .  Die ekstatisch mitsingenden und mittanzenden Menschen im Saal sind hierfür ein aussagekräftiges Indiz und lassen für alle Beteiligten auf ein baldiges Wiedersehen und Wiederhören in dem kleinen Kulturzentrum in Wetzlar hoffen .