Am 30.04.2026 mit absolutwindstill
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Buch-Kritik Stephen King " Danse Macabre " , Heyne
Der Meister der Horror - Literatur Stephen King erklärt in diesem bereits 1981 erschienenen und 2012 aktualisierten Buch ( neues Vorwort bzw. Essay über einige Veränderungen bis ins Jahr 2011) , die Hintergründe , Effekte und " Geheimnisse " rund um die Horror - Literatur von seinem Beginn im viktorianischen Zeitalter bis " heute " . Dabei geht es nicht nur um die Wirkung in der Literatur sondern auch Film , Fernsehen und Radio ( Hörspiel ) . Die grundsätzliche Überlegung Kings , dass das Genre mit Andeutungen arbeitet , die im individuellen Gehirn verankerte sind und daraus den Horror entwickelt bzw. auslöst hat sich bis heute nicht verändert . Gerade das Radio - Hörspiel als Medium hat die Kunst der Andeutung perfektioniert . Zwar würden heute Menschen nicht mehr , wie bei der Erstausstrahlung von " Krieg Der Welten " tatsächlich glauben die Aliens würden auf die Erde kommen und sie überfallen aber gerade Hörspiele finden aufgrund solcher Effekte auch gerade heute noch mehr und mehr Liebhaber:innen die sich so gruseln wollen und können . In diesem populärwissenschaftlichen ( also kein FACHBUCH !!! ) Grundlagenwerk des jungen Stephen King ( sein Verleger hatte ihn auf die Idee gebracht ) reflektiert dieser , auch mit autobiografischen Einschüben , umfassend sein Genre und erklärt auch so seine eigene Motivation hier kreativ tätig zu sein . Wichtig ist ihm klar zu stellen , dass es nicht darum geht Gewalt der Gewalt wegen darzustellen , sondern eben damit tief verankerte " Erlebnisse " des Individuums zu wecken und damit zu spielen . Natürlich ist das Buch , von einem Amerikaner geschrieben , stark auf den amerikanischen " Horrormarkt " bezogen , deshalb aber nicht weniger informativ . Gerade die Klassiker wie " Frankenstein " , " Dracula " und " Dr. Jekyll Und Mr. Hyde " ( das sogenannte "Tarot " des Horrorgenres ) als auch zahlreiche andere Romane , die für King " die oberste Pflicht der Literatur erfüllen - uns die Wahrheit über uns selbst zu sagen, indem sie uns Lügen über Menschen erzählen, die nie existiert haben " werden im umfangreichsten der zehn Kapitel dieses Buches benannt und beschrieben . 800 Seiten dick , mit einem Anhang in dem über 170 Bücher und Filme , auf die sich King im Buch bezieht , aufgelistet sind . Tolles Buch indem man eben etwas über den jungen Stephen King , das Horrorgenre als Unterkategorie der " Fantastischen Literatur " , eine Einschätzung dessen und seine Wirkung erfährt sowie viele " Klassiker - Tipps " erhält . Jetzt noch ein weiteres Buch für die Zeit von 1981 - 2026 und man wäre vollumfänglich informiert ;-)
Harte Klänge aus dem Schwabenland
Konzert-Kritik Hardline + Sevi 29.04.2026 , " Rex " Bensheim
Sonniger " Spät - April - Abend " im Musiktheater " Rex " in Bensheim . Der amerikanische Sänger Johnny Gioeli ( u.a. " Axel Rudi Pell " ) hat sich mit seinen italienischen Musiker:innen und der Bulgarischen Band Sevi , als Special Guest , für den " Musiktempel " an der Hessischen Bergstrasse angekündigt und rund 300 Musikbegeisterte sind seinem Ruf ( viele in Pell oder Hardline - T - Shirts gekleidet ) , Mitte der Woche , gefolgt .
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Pünktlich um 20:00 Uhr betreten dann Sängerin Svetlana " Sevi " Bliznakova , Bassist Rally Velinova , Schlagzeuger Nick Nikolaev und Gast - Gitarrist Alexi Khoury die in buntes Licht gehüllte Bühne und liefern in den nächste 45 Minuten eine Mischung aus Heart - Hard - Pop - Rock ab . Im Mittelpunkt steht Sängerin Svetlane mit ihrer ausdrucksstarken , kraftvollen Stimme hervorragend begleitet von ihren drei Mitmusikern . Velinova und Nikolaev bilden dabei das starke Rhythmusgerüst der mal eingängigen , mal etwas vertrackteren Songs und auch der erst vor 10 Tagen als Aushilfe zur Band gestoßene Alexi Khoury wirbelt auf seinem Instrument als würde er schon immer dazu gehören .
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Los geht es nach einem kurzen Intro mit " Ghosts " und " Am I Alive ? " vom 2023 er Album " Genesis " bzw. der 2019er Veröffentlichung " Follow Me " . Ist das Publikum zunächst noch etwas zurückhaltend , ändert sich dies von Minute zu Minute ( leider ist die Musik und die Band den meisten im Saal noch nicht sonderlich bekannt und die CD`s im Vorfeld kaum zu erstehen ) , denn die Livepräsentation überzeugt dann alle doch recht schnell und Fäuste werden im Publikum gereckt und kräftig mitgeklatscht . Tolle Sängerin mit Ausstrahlung und Stimme , eingängige Melodien , mal " akustisch " und zart , dann wieder hart und ein wenig düster . " The Art Of War " , " Insane " , " Vampire Love " und " The Spell " folgen als nächstes und zeigen die Spannbreite der Sevi - Songs . "Evanescence " und " Halestorm " können vielleicht ein wenig Orientierungshilfe geben , wobei der Sevi - Sound doch seine eigenen Akzente hat , schließlich ist die Band seit 2010 aktiv . Die Rhythmusabteilung groovt relaxt , es wird ein wenig " gepost " und Gitarrenläufe werden in den Raum gefeuert . " Higher Than The Stars " , " Don`t Hesitate " , " To Hell And Back " sowie " World That Doesn`t Fit " bilden dann das restliche starke Set der 4 Bulgar:innen die unter großem Applaus dann gegen 20:45 Uhr die Rex - Bühne äußerst zufrieden verlassen .
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Überhaupt ist neben der hochklassigen Musik auch viel Entertainment und Spaß auf der Bühne angesagt . Selten so viele lachende Gesichter auf der Bühne gesehen - die Band hat Spaß miteinander und das überträgt sich einfach auch auf das Publikum . Es wird sich gegenseitig geärgert und veräppelt - gerade zwischen Gioeli , Del Vecchio und Portalupi geht es heiß her ( " Falsches Geburtstags - Ständchen " , " Freibier " , " Bassgriffe " , " Keyboardmelodie " , " wer bekommt mehr Applaus " oder die " Lektion wann das Publikum jubeln muss , wenn der Sänger das neuste und beste Album präsentiert " ) . Mit " When You Came Into My Life " bieten Hardline dann auch ein Scorpions - Cover mit dazugehöriger Vorgeschichte der befreundeten Bands auf . Bei einem Besuch in New York zum ersten Mal gehört , musste der Song unbedingt auf`s neue Album .
" Everything " , " Danger Zone " , " Life`s A Bitch " und " In The Hands Of Time " werden anschließend ohne Verschleißerscheinungen weiterhin mit einer wahnsinnigen Energie dargeboten . Die kraftvolle Stimme Gioelis , der pumpende Groove mit dementsprechender Körperhaltung , die leichtfüßigen Soli und der Chorgesang - einfach großartig . Nach dem anschließenden kurzweiligen Keyboard - Solo inklusive Klassikteil wird mit " 31 - 91 " und den beiden Top - Songs des Debut - Albums " Double Eclipse " namentlich " Hot Cherie " , mit gaaaanz viel Publikums - Gesang und dem laut Tobias Sammet ( Avantasia , Edguy und Radio Bob Moderator ) leicht schlüpfrigen " Rhythm From A Red Car " das reguläre Set nach 75 Minuten hochklassig beendet . " Standing Ovations " , lautes rhythmisches klatschen und enthusiastische " Zugabe " - Rufe ... die Band kehrt auf die Bühne zurück , kokettiert ein bisschen mit der Menge der Zugabe - Songs und liefert dann mit " Takin` Me Down " sowie " Fever Dreams " noch einmal 20 Minuten Vollgas - Rock und entlässt gegen 22:50 Uhr ein glückliches und hochzufriedenes Publikum in die laue Frühlingsnacht .
Rockmusik aus Australien